Woernie,
danke für Deine ausführliche Antwort.
Als Pädagoge würde ich mich nicht bezeichnen, denn das habe ich nie gelernt. Zwar habe ich 30 Jahre lang Privatrecht gelehrt, aber studiert habe ich Jura (zwei Staatsexamen) und Volkswirtschaft (Diplom). Meine Herkunftsfamilie war stark naturwissenschaftlich geprägt: Vater Physiklehrer, ein Bruder Diplomphysiker, der andere habilitierter Mathematiker, ein Onkel Chemieprofessor, dessen Sohn ebenfalls; Mediziner gibt es auch. Physik und Chemie haben mich immer sehr interessiert, auch wenn ich sie nicht zu meinem Beruf gemacht habe.
Ausgehen wollte ich nicht von einer These, sondern von einer unbestreitbaren Tatsache: Dass der Mensch seit etwa 200 Jahren ungeheure Mengen von Kohlenstoff als CO2 mobilisiert hat. Als Folge davon misst man einen Anstieg von CO2 in der Atmosphäre um bisher knapp die Hälfte. Das kann jeder mit der entsprechenden Ausrüstung nachmessen. Ebenfalls eine Tatsache ist, dass CO2 zwar sichtbares Licht durchlässt, Infrarot aber absorbiert, und natürlich umso mehr, je mehr CO2 da ist. Damit ist die absorbierte Energie in der Atmosphäre, also im Gesamtsystem Erde, und da das fortlaufend geschieht, verschiebt sich das Strahlungsgleichgewicht in Richtung höherer Temperaturen. Über Konvektion, wie das Lupus vorzuschweben scheint, kann die Erde ja keine Energie ans All abgeben.
Bis hierher scheint mir die Argumentation zwingend, auf nachprüfbare Tatsachen gestützt. Bleibt noch die Frage, wie viel das ausmacht. Da scheint noch einiges unklar zu sein. Aber schon prima vista ist mir nicht plausibel, dass ein so massiver Eingriff folgenlos bleiben soll. Und wenn ich dann bei der Anreise zum Skifahren sehe, wie im Tal alles grün ist, wo vor Jahrzehnten noch alles weiß war - wenn ich sehe und lese, wie überall die Gletscher zurückgehen, und dass schon auf ehemaligem Gletscherboden nach Gold gebohrt wird - wenn ich Bilder sehe wie das, welches ich gepostet habe - wenn ich erfahre, dass in der Rheinebene Tiere und Pflanzen auftauchen, die es vordem nur südlich der Alpen gab - dann ist für mich die Erwärmung eine Tatsache, ganz unabhängig von den offiziellen Zahlen. Und eine andere Ursache dafür als die veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre (nicht nur, aber an erster Stelle CO2) sehe ich dafür nicht.
Alles Lüge? Glaub nicht, dass ich leichtgläubig bin. Seit Jahrzehnten gehört zu meinen Sprüchen: Man muss alles, was man hört oder liest, mit dem Gedanken aufnehmen: Vielleicht stimmts, vielleicht auch nicht. Wenn ich wissen will, was ich glauben kann, schaue ich auf die Interessenlage. Die wirklich Mächtigen sind an Konsum, Umsatz und Profit interessiert; sonst würden sie uns nicht mit vielen Milliarden an Werbeaufwand ständig Dinge aufdrücken, die wir nicht wirklich brauchen. Die Klimadebatte läuft ihren Interessen zuwider; sie gefährdet sogar das auf Wachstum angewiesene System. Darum haben sie sich auch jahrzehntelang darum gedrückt, etwas wirksames zu tun, als das noch viel einfacher gewesen wäre. Dass sie uns den Klimawandel als Folge von CO2 vorlügen, passt überhaupt nicht.
Übrigens habe ich das schon im Herbst 1982 einem jungen Freund erklärt; damals kann ich kaum schon ein Propagandaopfer geworden sein. Wir sprachen damals über Alternativen zur FDP, die nach rechts abgerückt war; darum weiß ich die Zeit noch so genau. Beim ersten Treffen wollte er mir nicht glauben; er studierte Landwirtschaft und hatte etwas von CO2-Düngung gehört. Beim nächsten Treffen zwei Wochen später kam er auf mich zu und sagte: Du hast recht gehabt, ich habe mich jetzt informiert.
Gruß! Fritz