Beiträge von fritz

    Leute, ich versuchs mal, obgleich mit wenig Hoffnung.


    Seit Beginn der Industrialisierung holt der Mensch ungeheure Mengen von Kohlenstoff - Kohle, Erdoel, Erdgas - aus der Erde und verbrennt sie. Es entsteht Kohlendioxid (CO2).


    Etwa die Hälfte des menschengemachten CO2 findet man in der Atmosphäre wieder; ihr Gehalt an CO2 ist von unter 300 ppm (parts per million) vor der Industrialisierung auf über 400 ppm heute gestiegen. Wo die andere Hälfte ist, weiß niemand genau; vermutlich löst sich das meiste im Weltmeer.


    Es gibt einen natürlichen Kohlenstoffkreislauf; der war, und wäre für sich auch heute, in etwa im Gleichgewicht. Er kann aber das zusätzliche menschengemachte CO2 nicht, oder nur zu einem kleinen Teil, aufnehmen. CO2 fördert das Pflanzenwachstum (in Gewächshäusern gibt es daher CO2-Düngung), aber nur, wenn alle anderen Voraussetzungen für ein stärkeres Wachstum gegeben sind; das ist nur selten der Fall, vor allem wenn man gleichzeitig riesige Urwaldgebiete abholzt, die als Kohlenstoffsenken gedient hatten. (Von hier kommt auch der Gedanke, das Planktonwachstum zu fördern, indem man Meeresflächen mit z.B. Eisen düngt; das kann ein Stück weit funktionieren, aber Risiken und Nebenwirkungen sind unbekannt.)


    Nebelparder, Du kannst mit CO2 aus einer Kanne eine Kerze löschen. Aber beim Versuch, das CO2 wieder in die Kanne zu bringen, wirst Du scheitern. Das CO2 vermischt sich durch Verwirbelung mit der Luft. Gasgemische entmischen sich nicht durch unterschiedliche Molekulargewichte. Deflationator hat das schon gesagt.


    Die Erde empfängt Energie von der Sonne durch Strahlung. Da die Oberfläche der Sonne rund 6.000 Grad heiß ist, kommt ein großer Teil davon im sichtbaren Bereich. Davon wird ein Teil reflektiert; wieviel, hängt von der albedo ("Weißheit") ab. Jeder kann das bei der Schneeschmelze beobachten: Hat die Schneedecke erst mal ein Loch, wird dieses schnell größer; die dunkle Erde absorbiert viel mehr Strahlung als der weiße Schnee. Sichtbares Licht wird vom CO2 nicht beeinflusst.


    Der andere Teil wird absorbiert, die Rückstrahlung erfolgt im Infrarotbereich. Ein Strahlungsgleichgewicht muss es ja geben, sonst wäre die Erde längst viel heißer. Anders als durch Strahlung kann die Erde Energie nicht ins All abgeben. Infrarotstrahlung wird aber von CO2 absorbiert. Daher der Treibhauseffekt. Der ist im Prinzip lebensnotwendig: Wäre in der Atmosphäre gar kein CO2, hätten wir eine tiefe Eiszeit. Aber allzuviel ist ungesund. Das Geschwätz vom "Schild" ist ein verunglücktes Bild, das mehr verwirrt als klärt.


    Fatal sind die Selbstverstärkungseffekte: Durch das Abschmelzen von Eisflächen sinkt die albedo, es wird mehr Energie absorbiert. Warmes Wasser nimmt weniger CO2 auf als kaltes. Methanhydrate könnten in großen Mengen mobilisiert werden; Methan ist ebenfalls ein starkes Treibhausgas, bleibt allerdings nur etwa zehn Jahre in der Atmosphäre. Nicht ganz geklärt ist die Rolle von Wasserdampf: Durch Erwärmung verdunstet mehr Wasser, und auch Wasserdampf hat eine Treibhauswirkung; andererseits kann vermehrte Wolkenbildung die Albedo erhöhen.


    Ja, es gibt natürliche Klimaschwankungen; die menschengemachte Erwärmung addiert sich zu diesen. Ja, die Eisfläche (nicht die Masse) in der Antarktis vergrößert sich derzeit, gerade wegen der Erwärmung, hier gut erklärt. Überhaupt ist nicht gesagt, dass der Klimawandel überall gleich wirkt. Sollte z.B. der Golfstrom aufhören zu fließen (durchaus denkbar), so würde es hierzulande unangenehm kalt werden.


    Ja, Lupus, eine Erwärmung in Maßen hat auch ihre Vorteile. Aber wenn die Äquatorzone unbewohnbar wird, willst Du dann wirklich eine Milliarde Afrikaner und eine Milliarde Inder in der aufgetauten Tundra unterbringen? Willst Du wirklich die Sahara bis an den Fuß der Alpen vorrücken sehen? Eine Lebensmittelproduktion in heutigem Umfang wäre dann auch nicht mehr möglich. Natürlich weiß ich nicht, ob es wirklich so weit kommen würde. Aber am Klima herumzuspielen ist in meinen Augen unweise.


    Das ganze für eine Verschwörung der Herrschenden zu erklären, finde ich absurd. Abgesehen von der Unmöglichkeit einer Verschwörung mit vielen Millionen Mitwissern: Sie würden sich doch nur selbst das Leben schwer machen. Für sie wäre es viel einfacher und profitabler, wie bisher auf "Wachstum" und Konsumterror zu setzen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Wissenschaft sagt uns vom Klimawandel, die Geldinteressen leugnen ihn.


    Die Saurier sind möglicherweise durch Klimawandel ausgestorben. Wir sollten vermeiden, uns selbst ihr Schicksal zu bereiten.


    Es gäbe noch viel zu sagen, aber ich mache erst mal Schluss. Ihr könnt jetzt über mich herfallen.


    Gruß! Fritz

    Solange es gelingt, durch Gelddrucken, Nullzinsen, quantitative easing, deficit spending usw. die Nachfrage hoch und die Wirtschaft am Laufen zu halten, sind die Aussichten für Kupfer gut. Denn es wird vielfach gebraucht (brauche ich hier nicht aufzuzählen), und die Vorräte werden geringer.


    Sollte das aber einmal nicht mehr gelingen und die Wirtschaft einbrechen, was viele hier mit guten Gründen erwarten, dann werden Kupfer, sein Preis und seine Hersteller unter den ersten Opfern sein. Man kann nicht den crash erwarten und gleichzeitig auf ein so konjunkturabhängiges Material wie Kupfer setzen.


    Das hält mich davon ab, hier größer zu investieren; nur hudbay ist mit einer mittleren Position im Depot.


    Gruß! Fritz

    Silberbayer, den Anstieg im Dax usw. sehe ich hauptsächlich als Phänomen der Geldentwertung ("asset inflation") und nicht als realen Anstieg. Daher glaube ich nicht an eine Umkehr. Natürlich wird es kurzfristig zicken und zacken, aber wie willst Du das vorhersehen? Deine Gründe würden mich interessieren.


    Gruß! Fritz

    Grundsätzlich bin ich kein Gegner der Kernenergie. Aber einige Punkte kommen hier zu kurz.


    Die Kernenergie wird noch lange eine Rolle spielen, das vermute ich auch. Aber der Widerstand dagegen ist ebenfalls eine Tatsache. Steht nicht in Zwentendorf ein Reaktor, den "das bessere Deutschland" gebaut, aber auf Grund einer Volksabstimmung nie angeworfen hat?


    Neue Reaktoren werden gebaut, aber sie sind irre teuer; alte laufen aus. Was da überwiegt, hat Wurschtler mit Recht in Frage gestellt.


    Sollte wieder etwas passieren wie in Fukushima, Tschernobyl oder auch nur Three Mile Island, oder ein Flugzeug auf ein Kernkraftwerk stürzen, oder sonst dergleichen, dann wird der Widerstand gewaltig anwachsen; mehr Reaktoren werden stillgelegt, weniger gebaut.


    Neue Technologien könnten den Uranbedarf gewaltig vermindern. Ich nenne nur die Stichworte Brüter, Thorium, Fusion. All das gibt es schon, die Frage ist nur, ob es sich durchsetzt.


    Der Atommüll lässt im Grunde gar keine andere Wahl, als ihn in eine Art von Brüter zu stecken. Gibt es dafür in Russland nicht schon funktionierende Anlagen?


    All das schreibe ich aus dem Gedächtnis; Irrtum vorbehalten. Es genügt mir für die Überzeugung: Hier kann man spekulieren, aber nicht investieren.


    Gruß! Fritz

    Cheep, eine hohe Dunkelziffer kann ich mir hier nicht vorstellen. Bei einem Einbruch entstehen meist Schäden am Gebäude. Mieter werden von ihrem Vermieter Reparatur verlangen. Und der wird es oft ohne Anzeige nicht machen - der Mieter könnte den Schaden ja auch selbst verursacht haben (Schlüssel vergessen ...). Eigentümer werden in der Regel versichert sein.


    Natürlich sind die 400 (meinetwegen : 300) Jahre ein Durchschnittswert. Wer prunkt, erhöht seine Chance.


    Inzwischen habe ich einen link:


    http://www.spiegel.de/panorama…t-gesunken-a-1260489.html


    Zitate von da:


    "Bei der Häufigkeit von Einbrüchen ist die Statistik hingegen sehr genau, weil Delikte hier sehr oft angezeigt werden. Die Dunkelziffer ist vergleichsweise niedrig."



    "Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen bleibt hingegen niedrig. Sie stieg von 17,8 Prozent im Jahr 2017 auf zuletzt 18,1 Prozent."



    Die Aufklärungsquote ist in der Tat beklemmend niedrig. Und jeder Einbruch ist einer zu viel. Mir geht es aber darum, dass wir das Augenmaß behalten.



    "Angst ist selten ein guter Ratgeber." (Alter Soldatenspruch, gilt auch für Zivilisten)



    Gruß! Fritz

    Aus der heutigen Stuttgarter Zeitung S. 8 (kanns leider nicht verlinken - die Meldung stammt ursprünglich aus der WamS):


    "...in Deutschland ... wurden im vergangenen Jahr 97504 Einbrüche registriert - ein Minus von 16,3 Prozent im Vergleich zu 2017. ... Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ging die Entschädigungsleistung um rund 14 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück."


    Bei gut 40 Millionen Wohnungen im Land sind wir also durchschnittlich alle 400 Jahre an der Reihe.


    Gruß! Fritz

    Edel, mir scheint, Du verstehst "clever" anders als ich es gemeint habe.


    Natürlich ist das "Geschäftsmodell" skrupellos, unanständig und nicht nachhaltig. Aber auf Sicht bringt es Vorteile, und das schon erstaunlich lange.


    Skrupel sind beim Geldverdienen nur hinderlich. Und langfristig sind wir alle tot - oder zumindest aus dem Amt.


    "Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie." (Stanislaw Jerzy Lec)


    Gruß! Fritz

    Edel, ist das nicht ein cleveres Geschäftsmodell?


    Man exportiert treasuries aller Laufzeiten; zu deren Bedienung braucht man nur Dollars, die man jederzeit nach Belieben kostenfrei erzeugen kann. Dafür importiert man reale Güter, die den inländischen Lebensstandard erhöhen und zugleich als reales Angebot den Preisanstieg eindämmen (wo wäre die Teuerungsrate in den USA ohne billige Importe?). Und gleichzeitig schimpft man auf die unlautere ausländische Konkurrenz.


    Das passt doch gut zu einem Präsidenten, der durch sechsmaligen Konkurs reich geworden ist. Die Zahl fand ich in der Diskussion zu Deinem link.


    Wie lange das gut geht? Nun, so lange wie die treasuries gekauft werden. Dass sie immer noch ihre Abnehmer finden, wundert mich schon eine Weile.


    Mundus vult decipi, ergo decipiatur (Die Welt will betrogen sein, also lasst sie uns betrügen).


    Gruß! Fritz

    Ascot hatten wir bisher wohl nicht auf dem Schirm. Habe mal einen Blick auf das fact sheet geworfen. Danach kommen sie mir relativ teuer vor: etwa 2 Mio Unzen im Boden, davon zwei Drittel nur vermutet, dafür rund 160 Mio CAD Marktkapitalisierung, also 80 CAD/Unze. Kommt wohl von den alten, noch verwertbaren Produktionsanlagen.
    Mit IDM haben sie bei dem Preis allerdings ein Schnäppchen gemacht, das spricht für das ascot-Management.


    Gruß! Fritz

    Wenn man liest, dass das Flugzeug vermutlich seine Nase computergesteuert in die Erde bohrt, ohne dass der Pilot etwas machen kann, dann sind die Reaktionen doch sehr verständlich. Da ist es sicher das kleinere Übel, dass das Flugzeug eine Weile am Boden bleibt. Und der Börsenkurs von Boeing darf schon gar keine Rolle spielen.


    Gruß! Fritz

    Probleme bei Black Fox und dann auch noch beim Start der Gold Bar Mine

    Weiß man denn näheres über die Probleme? Habe nichts gefunden.


    Gruß! Fritz


    ps. Bin gerade zum Skifahren im Kleinen Walsertal. Hier würde es Euch gefallen: Kaum Zuwanderer, so gut wie keine Dunkelhäutigen, allerdings viele Holländer.

    ok, dann sage ich auch noch was dazu: Optimale Entscheidungen kann man nur treffen, wenn man alle verfügbaren Informationen berücksichtigt, auch wenn sie nur Wahrscheinlichkeiten ergeben; das halte ich für banal. Optimal heißt so gut wie möglich; schief liegen kann man trotzdem, die Zukunft bleibt ungewiss.


    Sowohl im fundamentalen als auch im charttechnischen Bereich wird neben Brauchbarem sehr viel Unsinniges und Unwahres verzapft; das ist hoffentlich unstreitig. Darum heißt die vielleicht wichtigste Regel überhaupt:


    Man muss alles, was man liest, hört oder sieht (Videos), mit dem Gedanken aufnehmen: vielleicht stimmts, vielleicht auch nicht. Die menschliche Neigung zur Leichtgläubigkeit, entwicklungsgeschichtlich erklärlich, erschwert uns das ungeheuer.


    Ich kann keine Eier legen, aber ich kann schlechte von guten unterscheiden.


    Gruß! Fritz