Ich hatte es schon einmal vor einigen Monaten geschrieben - die diskutierten Begriffe wie Inflation oder Deflation werden zwar häufig falsch angewandt (Vermischung Inflation/Deflation und Teuerung) , jedoch auch in der Definition manipulativ eingesetzt.
Über viele Jahre stieg die Geldmenge extrem an - sprach da Jemand von einer erhöhten Inflation? Daran kann ich mich nicht erinnern.
Jetzt beruhigt sich dieses gesamte Mißverhältnis einigermaßen und fast überall wird das Schreckensszenario Deflation gespielt.
Die Definition: Inflation ist eine Steigerung der Geldmenge (bei sinkendem/konst.oder geringer steigendem Güterangebot) greift doch wie oft diskutiert einfach viel zu kurz (siehe Umlaufgeschwindigkeit des Geldes).
Was sagt uns diese Größe eigentlich???
Doch maximal, daß die gesamte Geldmenge halt stärker wächst als das gesamte Güterangebot - aber noch lange nichts über eine Entwicklung diverser Preise.
Diese gesamte Geldmenge ist ja noch lange nicht nachfragewirksam und selbst wenn sie es wäre (z.B. als Bargeld) kann man ja noch nicht von einer Gleichverteilung dieser Geldmenge auf alle Güterklassen ausgehen.
Und eben hier muß man unterscheiden - der Geldmenge stehen verschiedene Güter gegenüber. Man kann keinen Besitzer einer Teilgeldmenge zwingen diese oder jene Güter gleichmäßig zu erwerben.
Also müss(t)en die Güter-/und Geldmengen noch einmal auf Teilmärkte zerlegt werden.
Es nützen doch keine Güter (Muscheln, Tulpen oder sonstige SuperIrrwitze Luxusartikel, ... ) wenn es dafür nicht wirklich eine nennenswerte Nachfrage dafür gibt.
Im Zweifelsfall besinnen sich die Besitzer der Geldmenge auf solche Güter, die ihnen einen entsprechenden Wert darstellen (vielleicht solche die zum Überleben notwendig sind - Nahrung, Bekleidung, ... ) und nutzen ihre Geldmenge für den Kauf bestimmter Güter, während andere in den Regalen, Lagern und Produktionshallen verrotten.
Wenn die nachfragewirksame Geldmenge sich immer mehr auf bestimmte Güter kanalisiert, steigt ein Anteil der Geldmenge extremst gegenüber einem relativ konstant gebliebenen Güterangebot - in daneren Güterbereichen sind die Geldmengenbesitzer weniger bereit Geld für irgendwelchen Nonsens auszugeben - somit steht einer gewissen Gütermenge keine entsprechend nachfragewirksame Geldmenge gegenüber.
Gemäß dieser Betrachtung kann es für mich schon zu unterschiedlichen Inflationsraten/Deflationsraten für einzelne Güter und somit unterschiedliche Preisentwicklungen/Teuerungsraten für Produkt x oder y geben.
Inflation/Deflation (in ihrer Definition) als Betrachtung der Veränderung der Geldmenge gegenüber der Gütermenge ist einfach unsinnig und dient der Verschleierung tatsächlicher ökonomischer Sachverhalte.