Teuerungswelle Schweiz
Auf die Schweiz läuft eine Teuerungswelle zu. In den meisten Fällen wegen "strukturellen Defiziten" und politischen Fehlentscheiden in den Vergangenheit. Was wenn sich die "strukturellen Defizite" mit der Sfr Geldmengenausweitung der SNB paaren? Dann gibts noch viel mehr kleine 1 Franken Stücke...
SBB:
Bereits in den letzten Jahren mit Aufschlägen, ist auf 2011 hin mit zwischen 3 - 5 % Preiserhöhungen auf Bahntickets zu rechnen. Der Faden wird bereits bis 2020 gespinnt und man verspricht bereits
jährliche Erhöhungen. Ob politisch durchführbar wird sich zeigen.
Krankenkassen:
Das jährliche Ritual in der Schweiz: 10 - 20 % (!) Erhöhung der KK Prämien je nach Wohnort, Alter und bisherigem Versicherer. Vetternwirtschaft, Misswirtschaft und Lobbyarbeit machen es möglich. Der Kuchen ist dermassen lukrativ (ca. 50 - 60 Milliarden Gesundheitsmarkt in CH) das jeder (Krankenkassen, Aerzte, Spitäler, Pharmamultis) immer noch ein grösseres Stück haben will. Angeblich will jeder dass die KK Prämien sinken. Entgegen dem was "jeder" will steigen die Kosten alljährlich um mehrere Prozente. Wie Paradox, nicht wahr... Jetztige Gesundheitsystem ist nicht finanzierbar auf mittlere Sicht..ist auch jedem klar. Aber die Zitrone muss noch ausgepresst werden solange sie noch ein wenig Saft gibt.
Arbeitslosenversicherung:
Der Abzug beim Lohn für die Arbeitslosenversicherung steigt um mind. 0.2 % (jetzt 2.0 %) wenn die Abstimmung durchkommt Ende September. Gleichzeitig sinken die Leistungen.
Wenn die Abstimmung nicht durchkommt steigt der Abzug um 0.5% auf 2.5%. Grund dafür ist die Schuldenbremse des Bundes welche eine Neuverschuldung verhindert.
Strom:
Strom wird je nach Wohnort zwischen ca. 5 - 10 % teuerer. Das Versprechen von billigerem Strom aufgrund der Strommarktliberalisierung von vor ein paar Jahren löst sich in Luft auf. Und das 1 Jahr vor der kompletten Liberalisierung (bis jetzt nur für Geschäftskunden, Privatkunden können erst ab 2012 Anbieter wählen).
Die Gewerkschaften werden hinsichtlich Lohnforderungen nicht zögerlich sein. Insgesamt werden also wohl wirtschaftliche Kernbereich (Mobilität, Gesundheit, Sozialversicherungen, Strom sowie etwas zeitlich versetzt Lohn) teilweise ziemlich massiv teuerer. Im Inland sieht man sich somit einer Teuerungswelle gegenüber während aufgrund des starken Frankens von aussen deflationäre Aspekte drücken. Die Vorteile des starken Frankens hingegen werden nur zögerlich und nur in einzelnen Branchen ("Flachbildschirm Konsummarkt") weitergegeben.
Vorallem die Schweizer Industriekmu's welche vorallem in Franken fakturieren und/oder produzieren haben somit ein offenen Klappmesser in der Hose. Ob man mit einem leichten Schnitt in der Eichel davonkommt oder ob es einem einen der beiden Hoden abschneidet wird man in den nächsten 1 - 2 Jahren bemerken, falls die Rahmenbedingungen sich nicht gross verändern.
Starker Franken mindert also die Exportabsätze und die Tourismuseinnahmen; Teuerung im Inland sorgt gleichzeitig für (noch mehr) Kaufkraftverlust der Schweizer. Eine ziemlich unheilige Allianz.