Game over?
(16.08.2008)
Game over?
Sehr geehrte Damen und Herren,
besondere Zeiten erfordern
besondere Maßnahmen. Deshalb kommunizieren wir angesichts der
Ereignisse auf „allen Kanälen“, um Fragen gar nicht erst entstehen zu
lassen und Ihre kostbare Zeit zu sparen.
Die Situation bei pro aurum:
Der massive Andrang von
Internetbesuchern auf unseren Webseiten verursachte einen zeitweisen
Ausfall unserer Seite. Wir bitten dies zu entschuldigen. Wir konnten
beobachten, dass fast alle großen Webseiten zum Thema „Edelmetall“
mehrere Stunden nicht erreichbar waren. Das soll keine Entschuldigung
sein – die Technik hat hier sichtbare Grenzen!
In den vergangenen vier
Handelstagen kam es zu einem dramatischen Anstieg der Orderzahlen bei
pro aurum. Dies stellt uns vor großen Herausforderungen. Deshalb haben
wir ein Händlerteam am Freitag aus dem Feiertag (in Bayern) geholt.
Somit war die Annahme und Bestätigung der Aufträge garantiert. Am
Wochenende werden die Aufträge in unsere internen Systeme gebucht, dass
der weitere Arbeitsablauf (fast) wie gewohnt dargestellt werden kann
ist.
Seit einigen Tagen sorgt die
extreme Nachfrage zu einem Versorgungsengpass bei manchen Produkten. Es
bedarf einiger Tage, in Ausnahmefällen auch wenige Wochen, bis wir
manche Aufträge fertig konfektionieren und ausliefern können. Wir haben
die Waren frühzeitig bestellt und bereits bezahlt. Die
Produktionskapazitäten einzelner Hersteller reichen jedoch nicht aus,
um der Nachfrage gerecht zu werden. Bitte seien Sie versichert, dass
wir Alles versuchen werden, um ausstehende Lieferungen seitens der
Produzenten noch schneller zu bekommen. Wir bedanken uns schon jetzt
für Ihre Geduld. In jedem Fall werden wir in der kommenden Woche alle
Produkte aus unseren Preislisten entnehmen, wemm die Lieferung nicht
binnen einer Woche garantiert werden kann. Solange sich die
Versorgungslage nicht ändert, bleiben wir auch bei dieser Strategie.
Übrigens betreffen die Verzögerungen auch alle anderen Anbieter – auch
die Banken. Vermehrt fragen Kreditinstitute bei uns an, ob wir nicht
„aushelfen“ können.
An den Schaltern aller pro
aurum-Filialen kam es am Donnerstag und Freitag (Ausnahme München wegen
Feiertag) zu längeren Wartezeiten. Dies wird sich sicherlich in der
kommenden Woche fortsetzen. Die Barabwicklung eines Edelmetallgeschäfts
braucht eine gewisse Zeit. Die Zählung des Bargelds und das
Konfektionieren der Ware nach dem 4-Augenprinzip sind Prozesse, die bei
umfangreichen Bestellungen bis zu 10 Minuten benötigen. Wir bitten alle
Kunden um Geduld. Oder besser: Nutzen Sie unseren Lieferservice. Mehr
hierzu finden Sie auf unserer Webseite www.proaurum.de.
In diesen Zeiten ist es uns
leider nicht möglich, Sonderwünsche zu erfüllen. Auch wenn der Kunde
bei pro aurum stets König ist, sind die Grenzen des Machbaren
überschritten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir mehrere
Bestellungen des gleichen Kunden nicht zusammenlegen können, um die
Versandkosten zu sparen. Wir weisen hierauf explizit bei jeder
Bestätigung hin!
Die Situation am Edelmetallmarkt:
Am Freitag erreichte die
Kurskorrektur bei den Edelmetallen den bisherigen Höhepunkt. Die
Notierung für Gold verlor im Tagesverlauf über vier Prozent und so
kostete die Feinunze am frühen Morgen gerade noch 772 US$ - dies war
zugleich der tiefste Stand dieses Jahres. Im weiteren Tagesverlauf kam
es dann zu sehr großen Schwankungen zwischen 776 USD und 799 USD je
Feinunze. Bei den weißen Metallen waren die Verluste noch deutlich
größer. So lag das Tief beim Silber in Asien um 12,30 USD pro Feinunze.
Dies war ein Verlust von über 14% im Vergleich zum Vortagesschluss in
New York. Einen Teil konnte das Silber aufholen. Am Ende notierte die
Feinunze bei 12,90 USD. Platin verlor über 120 USD auf 1.380 USD pro
Feinunze und Palladium 20 USD auf 285 USD. Der Goldminenindex HUI
verliert am Ende 3,62% auf 315,50 Punkte.
Was waren die Auslöser für diese
Bewegungen? Nun, auch wir wissen darauf keine Antwort. In wenigen
Wochen werden wir sicherlich genauer über die Hintergründe erfahren. In
jedem fall kam es zu massiven Glattstellungen institutioneller
Adressen. Dies ist aus den neuesten Daten zu den offenen Kontrakten an
der New Yorker Futuresbörse Comex klar abzuleiten. So haben die
spekulativ orientierten Fonds ihre Longposition zum Stichtag 12. August
2008 um insgesamt 42.917 Kontrakte a 100 Unzen Gold reduziert. Dies
dürfte sich in den Folgetagen inklusive dem Freitag fortgesetzt haben.
Noch am Mittwoch vergangener Woche saßen die Fonds auf einem Goldberg
von 120.826 Kontrakten (Futures und Optionen kombiniert) oder
umgerechnet 376 Tonnen Gold. Der Gegenwert betrug 6,5 Mrd. Euro. Das
Verhältnis von Longpositionen zu Shortpositionen sank markant auf
5,2:1. Diese Orders haben selbstverständlich viele Stopploss-Aufträge
anderer Adressen ausgelöst. Der Abwärtstrend beschleunigte sich. Bei
den so genannten „kleinen Spekulanten“ kam es auch zu einem Ausverkauf.
Insgesamt reduzierte sich das Engagement dieser Gruppe um 9.921
Kontrakte auf nunmehr 28.559 Kontrakte. Einzig die Commercials waren
52.840 Kontrakten auf der Käuferseite.
Der Dollar und die Aktien
steigen weiter – sicherlich keine guten Vorgaben für die Gold- und
Silberfreunde. Es scheint, als hätte sich die Welt seit Beginn der
Olympischen Spiele am 8. August 2008 komplett zum Guten verändert. Hat
sie das wirklich? Wer das glaubt, sollte aus seinem
Edelmetallengagement aussteigen.
Wir glauben (leider) nicht an rosige Zeiten!
Wir leben unverändert in Zeiten
realer Negativzinsen und weiter zweistellig wachsender Geldmengen. Die
Inflationsraten werden in den kommenden Wochen weiter anziehen. Die
weltweite Nachfrage von Kleinanlegern nach Edelmetallen ist wirklich
beeindruckend. Wir hören von Gedränge bei Goldhändlern in London und
Deutschland. In der vietnamesischen Hauptstadt Saigon gab es sogar
Verkehrsstaus auf den Zufahrtsstrassen zu größeren Händlern. Sollte
diese Nachfrage weiter anhalten, kann man sich nur schwerlich mit einem
Ende des Edelmetallbooms anfreunden.
Die Staatsverschuldung weitet
sich weiter aus. Die sozialen Sicherungssysteme sind marode. Können ein
um ein paar Dollar schwächerer Ölpreis und nominal höhere Aktienkurse
daran etwas ändern?
Auch hier lautet unsere Antwort: Nein!
Deshalb halten wir an unseren
Positionen fest. Wir decken alle an Kunden verkauften Gewichte
unverzüglich wieder zurück und „frieren“ so unsere Risikoposition ein. Wir
behalten alle unsere Tradingposition bei Gold mit 886,75 USD. Silber
sind wir unverändert long bei 16,43 USD. Unsere langfristigen Bestände
zur Vermögenssicherung blieben natürlich ebenfalls unberührt in den
Tresoren.
Ob
diese Strategie richtig ist oder nicht – wir werden sehen. In jedem
Fall werden wir Sie über die weiteren Entwicklungen bei den
Edelmetallen an dieser Stelle unterreichten.