13.04.2006 18:08 by: Richard Daughty,
Der Fear Index und eine Parabel
In der vergangenen Woche gab es auch eine gewisse Aufregung, nachdem Gerüchten zufolge die Federal Reserve insgesamt zwei Billionen Dollar Bargeld gedruckt hat. Meine erste Reaktion war natürlich in Lachen auszubrechen: "Hahahaha!". Und meine Argumentation lautet wie folgt: Warum sollten sie sich die Mühe machen? Sie können elektronisches Geld mit einem einzigen Handgriff herstellen, warum sollten sie sich also die schmutzige Arbeit mit Tinte und Papier und den anschließenden Transportproblemen aufhalsen? Und nicht zu vergessen, so müssen sie das Geld auch zählen und lagern und bla bla bla!
Dieses ganze Szenario um die "Zwei Billionen Dollar Bargeld" hat einen gewissen Verdienst, ganz besonders dann, wenn man bedenkt, dass es sich sofort in Anleihenverlusten und astronomisch steigenden Zinssätzen zeigen würde, wenn die Leute aus dem Ausland anfangen, die amerikanischen Staatsanleihen links liegen zu lassen. Und das würde dann zu einem Schrumpfen der gesamten Weltwirtschaftsmaschine führen. Oh weh!
Das könnte also vielleicht den Plan hinter den "Zwei Billionen Dollar Bargeld" erklären: Mit dieser Menge an Geld könnte die amerikanische Regierung so ziemlich die gesamten Sicherheiten der Regierung aufkaufen, die die Menschen im Ausland verkaufen wollen, doch die inflationären Auswirkungen auf die Preise würden gleichzeitig noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Hahaha! Sie halten sich für so verdammt klug!
Abgesehen davon entstehen auch neue Arbeitsstellen, wenn man das ganze Geld druckt, es zählt, transportiert und lagert. Hahahaha! Vielleicht sollte man an dieser neuen Währung Schildchen anbringen, die darauf hinweisen, dass sie möglichst frisch verwendet werden soll. Das würde dann alle dazu zwingen, ihr gesamtes Geld so bald wie möglich auszugeben. Überrascht Sie das? Das sollte es aber nicht. Es ist nur eine bestimmte Art des finanziellen und ökonomischen Wahnsinns, den man am Ende von langen Booms erlebt, die durch Unmengen an Geld und Krediten angefeuert wurden. Das Ausmaß der Korruption, übersteigt, wie man sagt "jedes Maß".
Und Korruption führt zu Angst und hier kommt John Rubino, von GoldSeek.com ins Spiel. Der redet von einem "FearIndex", einem Index für die Angst, den James Turk schon in den Neunzigern entwickelt hat. Es gibt einen Grund dafür, dass ich das jetzt anbringe. Mr. Rubino sagt, dass dieser Index, als ein Mittel für das richtige Timing am Markt, ich zitiere wörtlich "nahezu fehlerfrei funktioniert." Und wenn es um die Methoden für das richtige Timing geht, dann ist der Heilige Gral unter allen Methoden die, die "fehlerfrei" ist und deswegen rücke ich mit meinem Stuhl ein bisschen näher an ihn heran, so dass mir wirklich nichts von dem entgeht, was er sagt.
Er fährt fort: "Der FearIndex bemisst die relative Bedeutung von Gold innerhalb des amerikanischen Geldsystems und wird gemessen, indem man die amerikanischen Goldreserven (d.h. Das Gewicht von Gold, das sich in der Kontrolle des Finanzministeriums befindet) mit dem Wechselkurs multipliziert, so dass man den gesamten Marktwert erhält. Dann teilt man das Ergebnis durch die Geldmenge M3, dem am weitesten gefassten Maß für die Geldmenge."
Und mit dieser ganzen Mathematik gehe ich natürlich davon aus, dass ich im falschen Klassenzimmer gelandet bin und während ich noch dabei bin, meine Bücher wieder einzusammeln und mich vom Zahlenmagier zu entfernen, fährt er fort:
"Nehmen wir an, die Geldmenge wächst in den nächsten 3 Jahren jährlich um 8 % und der FearIndex steigt um 10 %, dann bedeutet dass, dass wir uns die gleichen Sorgen machen wie in den Siebzigern, der FearIndex verweist damit auf einen Goldpreis von 4.961 Dollar pro Unze."
Und auf halbem Wege beschließe ich dann doch zu bleiben. Ich setze mich sofort wieder hin. Mein Gehirn schlägt Saltos. Und während man von meinem Gesicht sabbernde Leere ablesen kann, verarbeite ich das alles mental und es geht mir richtig gut dabei. Warum? Nun, stellen sie sich das vor: Für die nächsten drei Jahren sagt dieser "nahezu fehlerfreie" Vorhersagemechanismus einen Goldpreis von 4.961 Dollar pro Unze voraus. In nur drei Jahren! Bei einer gleich bleibenden Gewinnspanne bedeutet das, dass Gold in jedem Jahr seinen Wert verdoppeln wird – und das drei Jahre in Folge. Wow! Hahaha!
Falls Sie sich jetzt wundern, Mr. Turks Fear Index liegt momentan bei 1,23, (April 2006) was immer noch eine sehr niedrige Zahl ist, obwohl sie in den vergangenen Jahren schon gestiegen ist. Und wenn Sie mir irgendwie ähnlich sind, dann klingt "fehlerfrei" wirklich gut in ihren Ohren, ganz besonders dann, wenn es um Vorhersagen geht, und ganz besonders, wenn es um finanzielle Vorhersagen geht.
Also rennen Sie so schnell Sie können heimwärts und rufen Sie immer wieder Ihre Freunde und ihre Familienmitglieder an und flehen Sie sie zum hundertsten und tausendsten Male an, dass sie bitte endlich ihre dicken Hintern bewegen und anfangen, Gold zu kaufen – und dass sie ihre Anlagen und Altersvorsorgepläne in Gold verwandeln. Aber was machen sie? Nichts! Stattdessen sagen sie so grausame und gemeine Dinge wie: "Wer zum Teufel bist denn du?" oder "Gib mir meine Kettensäge zurück, du alter Dieb."
Das amerikanische Finanzministerium verkauft immer noch Anleihen als wäre Geld aus der Mode gekommen ist, und das ist es wohl auch. Hahaha! Nun, das ist vielleicht nicht das klügste Bonmot des Mogambo (kBdM) der Geschichte, aber es ist dennoch angemessen, weil die gesamte Geschichte gezeigt hat, dass Währungen an Wert verlieren, wenn man zu viel davon in Umlauf bringt, und dass sie dann nicht mehr "in Mode" sind.
Und manchmal, wenn Regierungen und Zentralbanken deutlich zu viel Geld und Kredit in Umlauf gebracht haben, dann werden sie so schrecklich unmodern, dass man nie wieder etwas von ihnen hört. Ich bringe das deswegen auf den Tisch, weil das, so traurig es ist, letzten Endes das Schicksal des Dollars sein wird. Das ist immer das Schicksal von einem Land, einer Welt oder einem Planetensystem, das so dumm, unwissend oder unmöglich korrupt ist, dass es versucht, den nationalen Reichtum zu kaufen, indem ungezügelt neues ungedecktes Geld in Umlauf gebracht wird, um den Wohlstand damit zu kaufen. Hahaha!
Und ich gebe zu, ich bringe es zum Teil auch deswegen auf den Tisch, weil ich einfach zu diesen hasserfüllten, schwarz sehenden, elenden, kleinen Gestalten zähle: Ich sehe immer nur die Kehrseite der ökonomischen Dummheiten.
Ich meine, wenn das funktionieren könnte ... wenn das wirklich überhaupt irgendwie funktionieren könnte ... wenn das in den wildesten Träumen von irgendwem funktionieren könnte ... dann wäre es wirklich, wirklich fantastisch. Man würde nicht nur Wohlstand und weltweiten Reichtum ohne jeden Schmerz erlangen können, sondern (noch besser!) die logische Konsequenz des Mogambo wäre, dass ich meine Jugend endlich zurückkaufen könnte. Ich kann wirklich wieder jung sein. Jung, jung, jung! Und ich kann dieses Wunder erreichen, indem ich einfach nur mit jungen Mädchen ausgehe, was ja das einzige ist, worum es beim Jungsein geht! Und jetzt wissen wir dank der Federal Reserve, dass das einzige was wir dafür brauchen, mehr Geld ist.
Wenn sie mich das nächste Mal dabei erwischen, dass ich mich vor der weiterführenden Schule herumtreibe und mich (wie es in den Gerichtsdokumenten heißt) "verdächtig und wie eine Ratte verhalte", dann kann ich stolz verkünden: "Hey, nehmt mir die Handschellen wieder ab, ihr Schweine! Ich will doch nur meine Jugend zurück kaufen – genauso wie die Federal Reserve versucht den Reichtum zurückzukaufen, indem sie Geld und Kredite in den Umlauf bringt." Und dann müssen sie höflich sagen "Ach so, na dann, O.k. Einverstanden. Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Entschuldigen Sie, dass wir sie belästigt haben"
Aber nicht jeder ist so leicht zu überzeugen, wie die Campus-Polizei und die Erträge auf die Staatsanleihen fallen, was bedeutet, dass die Leute Anleihen kaufen, und sofort Geld verlieren. Aber sie machen es trotzdem. Sie kaufen Anleihen und verlieren Geld. Kaufen noch mehr Anleihen und verlieren noch mehr Geld. Hahaha! Es ist ein solcher Wahnsinn, dass ich mit einem seltenen Maß an absoluter Mogambo Sicherheit behaupten kann, dass dieser Trend nicht besonders lang andauern wird.
Wenn die Leute aufhören, Anleihen zu kaufen, dann ist die Reaktion darauf, dass der Preis der Anleihen fallen wird (und die Erträge steigen) bis sie wieder attraktiv werden. Und auf diese Weise sollen die Märkte auch funktionieren.
Wenn Sie jetzt ihre Hand heben, um zu fragen: "Wann werden die Anleihen wieder attraktiv", dann will ich ihnen eine kleine Geschichte erzählen, die die ganze Sache wieder zusammenbringt. Es war einmal ein reicher, aber grausamer Troll, der bei den Mädels gut ankam. Der Troll ist nur so geworden, weil er in größerem Luxus lebte, als er sich eigentlich leisten konnte, und als er es irgendwann übertrieben hatte, fing er an sein ganzes Geld zu verlieren. Damit hat er auch die Mädels verloren. Er hat sich gefragt: "Wann werde ich wieder attraktiv sein?" Er dachte darüber nach, ob er bei mir vorbeikommen und sich etwas Geld leihen sollte, das in über die Runden bringen würde, während er geduldig darauf wartete, wieder attraktiver zu werden.
Doch es kam zu einem unglücklichen Unfall mit einer Uzi, und die Polizei ist nicht einmal vorbeigekommen, um sich den toten Troll anzusehen. Er lag eine Woche lang dort, bis einer der Hunde des Nachbarn ihn sich schnappte und mit nach Hause nahm. Ein wenig später hörte ich dumpf, wie Mrs. Kravitz schrie: "Oh mein Gott, was ist denn das?" Die Moral von der Geschichte: Niemand mag einen mehr, wann man ganz unten angekommen ist.
Wenn Sie jetzt überall da wo "Troll" steht "Dollar" einfügen und für "Mrs. Kravitz" "Alle anderen und die Investoren aus dem Ausland" und dazu einen Aufsatz mit fünfzig Worten schreiben, zu dem Thema: Warum man all diejenigen einsammeln sollte, die so dumm sind, dass sie sich diese zeitlose wirtschaftliche Parabel des Mogambo anhören und dennoch nicht loslaufen, um ihre Dollars gegen Gold und Silber und Öl einzutauschen.