Es sind die einzigen die wirklich etwas wissen können weil sie vor Ort sind.
Alle anderen vermuten bloß ......
Das lieber Lupus ist ein Totschlagargument, das von allen Experten der Welt gebraucht wird um sich jedwede Kritik vom Hals zu halten.
Übersetzt heisst das, wir haben das Wissen und die Ahnung, die anderen sind Internetwissenschaftler und haben keinen Einblick.
Fakt ist aber dass die "einzigen die wirklich etwas wissen können, weil sie vor Ort waren" es zugelassen haben, dass 4 Reaktoren gleichzeitig die Gegend verstrahlen. "Die anderen die bloß vermuten" hatten leider die ganze Zeit recht. Die Folgerung daraus kann nur sein, den Experten Ihre Spielzeuge aus der Hand zu nehmen, den wer jetzt noch behauptet die Kernkraft sei sicher (ich weiss nicht ob Du das tust?) gehört wegen Gefährdung der Allgemeinheit in Schutzhaft genommen.
Und um bei Deiner zarten Ausdruckweise zu bleiben "Die Schnauze aufreissen" tun ja gerade die, die das Unglück in Japan für ihren ideologischen Kampf ausnutzen wollen. Das ist ja genau das was mir enorm mißfällt und Anlaß meines ersten Postings war. Und es hat auch weiterhin seine traurige Richtigkeit.
Wer hingegen einfach die Tatsachen - wenn auch sehr sparsam - vermeldet reisst nicht "die Schnauze auf". Im Gegenteil.
Das, mein Freund, ist gerade Dein Problem. Dass Du das für einen Ideologischen Kampf hälst. Ein Kampf der Linken gegen die Rechten oder einen Kampf der Grünen (Roten) gegen die Schwarzen/Gelben. Genau von diesen Kämpfen habe ich die Schnauze voll, weil es bei diesen Auseinandersetzungen nicht mehr darum geht herauszufinden was "wahr" und "richtig" ist, sondern wer sich als erster etwas auf die Parteifahne geschrieben hat. Über die Wahrheit und das Richtige kann man gerne auch noch philosophieren und jeder wird da bezüglich verschiedener Themen, verschiedene Ansichten haben und die Deutungshoheit für sich beanspruchen.
Bei den AKW's indessen, scheint mir die Lage relativ klar und überschaubar zu sein. Die Dinger waren und sind schon immer gefährlich, am gefährlichsten für die eigene Bevölkerung. (Mir persönlich ist das seit langer Zeit klar und zwar so lange, dass es unmöglich sein kann, dass ich wegen den Grünen diese Argumentation vertrete. Die Grünen gab es noch nicht, als ich schon gegen AKW's argumentierte.).
Nachsatz I: zu den Tepco Protokollen. Ich hoffe Du hast recht mit Deinen Ausführungen. Allerdings sind die Protokolle absolut wenig aussagekräftig. Und das aufgeführte "Befüllen des Kühlsystems" kann alles mögliche heißen, von mal kurz den Schlauch reingehalten, bis Kühlung ist unter Kontrolle. Die bis Mitte der Woche ansteigenden und sich ausbreitenden Strahlenschäden, lassen nicht den Schluss zu, dass die Kühlung unter Kontrolle sei. Ausserdem Tepco vertrauen ....? Aber wie schon zweimal geschrieben, warten wirs einfach ab.
Nachsatz II: Wer sagt Dir denn, dass die Techniker irgendwas direkt veröffentlichen? Das ist doch bei den AKW's genau eines der Probleme, mit den Technikern redet doch keiner. Die werden nicht gefragt oder in Interviews eingeladen. Wer ins Mikrophon plaudert, dass ist der Lobbyist, der Betriebswirt, der Cheftechniker oder der Pressesprecher. Also einer der in der Lage ist, den höheren Sinn des Ganzen zu betrachten und zu verstehen, der das Ganze politisch und wirtschaftspolitisch einzuordnen weiss und der den ganzen widerlichen Detailkram ausblenden kann. Kein Techniker baut ein AKW ohne dass Betriebswirte und Controller Ihnen Ihre ganze schöne Sicherheitstechnik zusammengestrichen und entrümpelt hätten. (nicht dass die AKW's der Techniker dann absolut sicher wären, sie wären allerdings um einen gewaltigen Faktor sicherer als die AKW's der Kostenkontrolleure)