Lobbyismus ist übrigens nichts schlechtes. Bedeutet nichts anderes, als dass Politiker und Regierungs- und Parlamentsmitarbeiter mit Vertretern von Interessensgruppen reden.
Lobbyisten reden nicht nur, Sie üben massiv Druck aus. Sie bieten Argumentationsketten, sie helfen beim Erstellen von Gesetzen, sie stehen den Politikern zur Verfügung.
Lobbyisten beeinflussen die Politik massiv, zu Gunsten Ihrer Auftraggeber. Dafür werden sie gut und teuer bezahlt. Ein Prinzip das sich auszahlt.
Nun muss man sich nur noch fragen ob die Interessen der Geldgeber aus der Grossindustrie, den Banken, der Gesundheitsindustrie nicht den Interessen des Bürgers zuwider laufen? Denn die Politiker sind doch dafür gewählt, den Interessen Ihrer Bürger nachzukommen. Ich glaube darauf wurden sie auch vereidigt. Aus meiner Sicht muss ich sagen, dass die Politiker der BRD die Interessen der Mehrheit Ihrer Bürger seit mindestens 10 Jahren ziemlich mies vertreten. Die Interessen der Grossbanken, Grossindustrie, der Gesundheitsindustrie dagegen ziemlich gut. Unterm Strich und auf unsere Kosten.
Wir wissen doch was der Kapitalist, also auch der Kapitalismus will - nämlich: MEHR.
Wir die Bürger liefern schon immer, allerdings liefern wir seit 10 Jahren nicht mehr auf Kosten von Dritten, sondern auf unsere eigenen Kosten. Sei es über sinkende Netto- und im letzten Jahr sogar Bruttolöhne, sei es über Unterstützung der Firmen über staatlichen Lohnzuschuss wegen Billiglöhnen (50 Mrd in den letzten 10 Jahren), sei es über steigende Krankenkassenbeiträge (MEHR) oder steigende indirekte Steuern (MWSt).
All das gestützt und begleitet von einem Singsang der Lobbyisten und Journalisten, die Fakten kleinreden oder als Beschlüsse als richtig oder alternativlos darstellen. Sogenannte Experten, die sich von Talkshow zu Talkshow schleichen und überall ihr Gift verteilen dürfen. Wie: Es gibt keine Finanzkrise; an der Krise ist Lehmann schuld; Deutschland wird davon nicht betroffen sein; der Euro ist stabil; der Euro muss gerettet werden, koste es was es wolle; Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt; und sonstigen Unsinn. Und wenn argumentativ gar nichts mehr geht, kommen die Superlobbyisten - wie Dr. Hüther - um die Ecke und sprechen davon, dass man das so einfach nicht sehen könne, um uns dann einen ganzen Kübel aus fachlicher Gülle über das Hirn zu kippen und uns zu versichern das sei Apfelsaft.
Wir sehen uns den Schwachsinn an und lassen uns von professionellen Formaten, netten Anzügen in Babyfaces, schönen und intelligenten Frauen mit grossen Augen und gutem eloquentem Benehmen beeindrucken. Wir bemerken zwar, dass da was nicht stimmt, meinen aber, dass wir einen Herrn Hüther oder Herrn Sinn widerlegen müssen und dann würde schon alles gut werden. Nein. Diesen Lobbyisten sind Ihre Argumentationen völlig egal, die argumentieren in 2 Wochen auch genau anders rum, wenn es denn Ihren bzw. den Interessen Ihrer Auftraggeber dient. Keine Sorge, die gute Bezahlung macht enorm flexibel.
Siehe Finanzkrise, nach den Aussagen, die die Neoliberalisten von 2003 - 2007 getätigt hatten, hätte doch jeder anständige Mainstream-Volkswirt mit hochrotem Kopf für immer aus dem Fernsehen verschwinden müssen, von politischen Experten ganz zu schweigen. Aber weit gefehlt, ein echter Experte, konnte das nicht kommen sehen. Genausowenig wie eine notwendige Bankenrettung und eine ebenso alternativlose Griechenlandrettung und den Eurofonds. Das merken unsere Top Finanzexperten meistens Freitags-Abends und bis Montag haben sie es dann auch schon eine enorm kreative Lösung gefunden: Der Bürger zahlt's. DIE alternativlose Lösung für alles.
Noch etwas Satz zum Thema Kernkraft und Laufzeitverlängerung: Das ist schliesslich eine Glaubensfrage.
Wer glaubt, dass sich hochkomplexe technische Gebilde von Menschen erschaffen und gesteuert und unter Kostendruck betrieben, fehlerfrei betreiben lassen, der kann für die Weiterführung der Kernkraftwerke sein.
Wer glaubt, dass sich solche Gebilde niemals fehlerfrei werden betreiben lassen, wer glaubt, dass Flugzeugabstürze real sind, wer glaubt, dass es zwei Forschergruppen schaffen eine Sonde auf den Mars zu bringen, dann aber daran scheitern dass bei der Planung eines Teils die eine Gruppe mit 'Fuss', die andere mit 'Metern' gerechnet hat UND das bei sämtlichen Kontrollen niemals auffiel, wer glaubt, dass ein wichtiger Sicherheitsaspekt bei Atomkraftwerken die Entfernung zu grossen Ansiedlungen ist und wer glaubt, dass D der am dichtesten besiedelte Flächenstaat in der EU ist, der sollte gegen eine Verlängerung der Laufzeiten sein.