Also, mal was grundlegendes zum bogenschiessen....
Bögen werden nach ihrer Zugkraft eingeteilt. Die Zugkraft wird in Pfund gemessen. Zum bogenschiessen sind Typ 2 Muskeln erforderlich, da es eine langsame und andauernde Belastung ist. Daher können relativ "schmächtige" Typen, relativ grosse Kräfte ziehen. Als ich mit dem bogenschiessen anfing (damals noch Sportbögen mit allem technischen Schnickschnack) hatte ich mal ein Techtelmechtel mit einer 17 jährigen Sportschützin, welche 40 Pfund geschossen hat. Das Mädel hatte vielleicht 45 Kilo.
Aus historischen Quellen, bzgl. englischer Langbogenschützen des 14 Jhd., ist bekannt das mit speziellen Schusstechniken, welche sehr lustig aussehen, 80 Pfund Langbögen geschossen wurden. Ohne Probleme an die 700 m , relativ zielgenau (Umkreis 1 - 1,5m). Die Trefferquote konnte natürlich nicht mit einzelnen Schützen, sondern mit einer Masse und daraus resultierenden Pfeilhageln erzielt werden. Die Franzosen erinnern sich ungern an Agincourt. Wobei neuere Historiker wohl etwas am Mythos der zahlenmässig weit unterlegenen Engländer zweifeln. Ist aber nicht meine Zeit.
Mit einem guten Langbogen, ich schiesse im Moment 45, mein neuer wird zwischen 50 und 55 Pfund werden, auf 60 meter balistisch zielsicher. Allerdings... auf stehende Ziele nach einer Einschusszeit von 10, 25 und 40 Metern. Man kann es also als Sport ansehen, nicht aber als Selbstverteidigung, oder Angriff. Es ist eine Illusion, einen Angreifer mit einem Bogen niederzustrecken. Abgesehen davon, dass man geistig vollkommen fit sein muss, spielt die innere Einstellung eine große Rolle. Weder ich, noch Bekannte, können aus dem Nichts heraus auf ein 20m entferntes Zeil anlegen und treffen. Geschweige denn, auf ein sich bewegendes Ziel unter dem Druck eines Angriffs.
Ich kenne mich zu wenig mit modernen Sportarmbrüsten aus, da meine eine Nachbildung des ausgehenden 13. Jhd ist. Diese muss ich mit einem Spannhaken, welcher am Gürtel eingehängt wird, und mit dem Fuss im Spannbogen (ovaler Metalbügel an der Spitze der Armbrust) mit einer Körperbewegung nach oben spannen. Aus Rücksicht auf das Material nimmt dies bei mir ca. 20 - 30 Sekunden in Anspruch. Schnell würde man sie in 15 Sekunden spannen können. Danach muss noch der Pfeil eingelegt werden, ohne das der Bogen losgeht, und man muss zielen, ohne das der Bogen, bzw. eben die Sehne, sich vom Bolzen lösst. Gegen einen Angreifer, unmöglich! Anderst sieht dies in der Deckung einer Festung oder vorgelagerter Speerkämpfer aus. Aber dies würde nun zu weit führen.
Was eurer Gejammer über das maschieren mit Waffen angeht, muss ich mich wohl als Masochist bezeichnen. Wir maschieren gerne mal, in Gambeson, Kette, Nasalhelm, Schild, Schwer und Spieß + Gepäck (Mantel, Essensgeschirr, Kleinigkeiten, Ersatzschuhe, Trippen) über 10 oder 15 km von Burg zu Burg... Januar 2007 auch im Winter... aus Rücksicht auf die doch teuren Schuhe aber in Springern. Glücklich schätzen sich da die kollegen die ein Pferd in der Darstellung haben...
Gesamtgewicht der Ausrüstung... 15 - 20 Kg...
Aber dies nur am Rande... Selbstverteidigung kan man immer machen...
@ LuckyFriday
Ich habe welche... (Ich + Holde) und Gasmasken + Filter, diese aber eher zum Schutz gegen Rauch und Brand...