Aufstieg und Untergang von Zivilisationen bzw. Nationen - das ist der Lauf der Welt. Immer schon so gewesen und wird auch künftig so sein, wenn wir längst tot sind.
China hat eine Zukunft, Russland einstweilen auch (gut so), Deutschland nicht ... Deutsche werden vielleicht bald nur noch in einer Diaspora über den Globus verstreut leben. Einflussmöglichkeiten als Nation haben wir eh keine. Schon jetzt können wir kein eigenes Bauprojekt planmäßig abschließen und keine Pipeline mehr verlegen lassen, ohne einen Bückling vor den Amis und den Zahlmeister für die Europäer zu spielen.
Ob uns die Politik Chinas, Russland oder der USA gefällt, ist daher eigentlich ohne Belang ...
Ich finde den Aufstieg Chinas seit Maos Tod überaus beachtlich. Der Aufstieg eines hungernden Volkes aus einer Art von üblen Steinzeitkommunismus zur technologisch und industriell führenden Supermacht, einer gelenkten Technokratie oder sagte jemand Meritokratie? - eine Leistung, die noch lange ihresgleichen suchen wird.
Na klar ist es suboptimal, als Nation (wenn auch weitgehend homogen, was positiv ist) von Ein-Partei-Funktionären auf Dauer autokratisch regiert zu werden - wir haben ja demokratisch gewählte Parteiführer, die einen Denkhorizont von vier Jahren haben, oder unsere NGO- und Konzernbonzen, die nur das Beste für unser diverser werdendes Volk wollen ...
Ich lebe natürlich nicht in China und weiß nichts über deren Zensur, Repressionen, Unterdrückung oder Überwachung ... Und ich weiß auch nicht, welche Verhältnisse dort in 50 Jahren herrschen werden.
Kann sein, dass es schlimmer ist als DDR u. BRD ... Aber global gesehen spielt es eigentlich nur eine Rolle, welche Nation gegen seine Konkurrenten bestehen kann ... Wir (Deutsche) haben uns aus der Weltgeschichte verabschiedet.
China hat seine Chance noch, und ich denke, dass sie gegenüber der im Niedergang begriffenen Supermacht klug agieren werden. Ertrinkende neigen dazu, blindwütig um sich zu schlagen ...