"Charttechnik - Fundstücke aus dem Netz" nach wie vor verschollen, also hier rein:
(In der Hoffnung Godmode PLUS rückt mir nicht auf den Pelz)
GOLD: Droht die Falltür oder kommt nur ein Fehlausbruch nach unten?
Der Goldpreis steht auf einer Falltür. Kurzfristig hielt eine wichtige Unterstützung, doch bleibt das so?
- Gold - WKN: 965515 - ISIN: XC0009655157 - Kurs: 1.718,65 $ (JFD Brokers)
Seit über 24 Monaten geht es mit dem Goldpreis unter größeren Schwankungen seitwärts. Auf der Oberseite reichte der Preis zwei Mal fast an die Marke von 2.100 Dollar heran. Auf der Unterseite ging der Preis mehrfach auf 1.680 Dollar zurück. Genau dort konnte der Goldpreis in der vergangenen Woche noch einmal nach oben drehen. Die bisherige Unterstützung hat gehalten. Ob das so bleibt, hängt allerdings nicht an der Charttechnik, sondern an den Zinsen. Die heutige Ausgangslage ist für den Goldpreis nicht neu. Sie kommt zum dritten Mal vor. Für das erste Mal muss man einige Jahre in die Vergangenheit blicken, genauer gesagt 40 Jahre. Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre stieg der Goldpreis stark an. Treiber war einerseits die Spekulation der Hunt Brüder, andererseits die Zinsentwicklung. Die Hunt Brüder spekulierten eigentlich auf den Silberpreis und hielten zeitweise ein Drittel des weltweit verfügbaren Silbers. Als die Börse Marginanforderungen änderte, konnten sie dem Margin Call nicht nachkommen. Der Silber- und Goldpreis, der dem Trend folgte, korrigierten stark. Eine solche Spekulation gab es beim zweiten Mal rund um die Finanzkrise nicht. Dafür war das Zinsumfeld sehr ähnlich. Die Realzinsen fielen jahrelang und Anleger hatten Angst vor der Geldentwertung. Es ist kein Wunder, dass sich der Kursverlauf von damals mit dem von der Finanzkrise vergleichen lässt.
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Der heutige Kursverlauf lässt sich wiederum mit dem der Finanzkrise vergleichen (Grafik 2). Der Topbildungsprozess verläuft erschreckend ähnlich. Ob 1981, 2012 oder heute, die Umstände sind sehr ähnlich. Die Zinsen entwickeln sich fast parallel. Wenn die Umstände sehr ähnlich sind, ist ein anderer Ausgang unwahrscheinlich.
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Wie ähnlich das Zinsumfeld ist, zeigt Grafik 3. Zunächst fiel der Realzins, der anhand der 10-jährigen inflationsgebundenen US-Anleihe gemessen wird. Seitdem die Fed die Zinswende eingeleitet hat, geht es mit dem Realzins steil bergauf. Der Vergleich zeigt auch, dass der Realzinsanstieg nach der Finanzkrise kurz und heftig war, sich der Zins danach jedoch tendenziell seitwärts bewegte.
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Heute haben Anleger Zweifel daran, dass die Zinswende nachhaltig sein wird. Bereits im Frühjahr 2023 werden die ersten Zinssenkungen eingepreist. Es ist also gut möglich, dass der Realzins dem Verlauf von 2013/14 folgt und seitwärts tendiert. In diesem Fall könnte sich auch der Goldpreis über der Unterstützung von 1.680 stabilisieren.
Ausschlaggebend ist die Realzinsentwicklung. Der Goldpreis folgt dem Realzins (Grafik 4). Dabei ist das Zinsniveau weniger wichtig als die Richtung. Steigt der Realzins, von welchem Niveau auch immer, tendiert Gold schwächer und umgekehrt.
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Die Chancen stehen gut, dass die Falltür (Unterstützung bei 1.680) nicht aufgeht bzw. sich ein Ausbruch nach unten als Fehlausbruch herausstellt. Äquivalent zu den Jahren 2013 bis 2014 könnte der Goldpreis kurzfristig ausbrechen und auf 1.550 Dollar fallen. Persönlich warte ich ab, ob es dazu kommt oder ob 1.680 bereits der Boden ist. Ein Ausbruch nach unten wäre ideal, um Goldminenaktien günstig aufzuschnappen. Wesentlich tiefere Goldpreise als 1.550 wären nach der aktuell zu erwartenden Zinsentwicklung ungewöhnlich.
Clemens Schmale