Sehr richtig! Das meinte auch PCM, als er sagte, daß der Staat sich nicht durch Inflation entschulden könne:
'In beiden Fällen (Bankrott durch Entzug der Besteuerungsbasis) bzw. Bankrott durch Repudiation (Zurückweisung des Staatsgeldes) ist der Schuldenstand des Staates am Tag des Bankrotts am höchsten. Eine "Entschuldung" des Staates durch Inflation ist per se unmöglich. Siehe Reichsbank-Ausweis 1923. '
Mal kurz dazu:
Nach der debitistischen Logik ist Geld = Schuld. Daraus ergibt sich, dass in einem (Hyper-)Inflationsszenario die Geldmenge und der Schuldenstand in gleichem Maße anwächst, wobei sich die Schulden in einem solchen Szenario historisch betrachtet stets beim Staat als "lender of last ressort" angesammelt haben. Also keine Staats-Entschuldung durch Inflation. Entschuldung ist im debitistischen Modell ausschließlich durch Tilgung oder Ausbuchung möglich. Soweit logisch und verständlich.
Allerdings: Beim Inflationieren geht es gar nicht darum, sich zu entschulden (denn das wäre ja Deflation), sondern eben darum, eine Deflation zu verhindern. Der Staat nutzt die Inflation im Idealfall ausschließlich dazu, um sich der Lasten zu entledigen, die ihm durch die (ständige) Aufnahme neuer Kredite entstehen. Deswegen hat die BuBa/EZB ja auch ein "Inflationsziel" von z.Z. 2% festgeschrieben.
Das funktioniert, solange genügend Nachschuldner zur Verfügung stehen und der Staat kreditwürdig bleibt. Ist nur eines von beiden nicht mehr gegeben, droht die Staatspleite. Der Staat kann dann nur mit einer offen oder verdeckt erhöhten Inflation gegensteuern, um die Kontrolle zu behalten. Ein Spiel auf Zeit, mit gefählicher Eigendynamik, wenn die Zuversicht wider Erwarten nicht zurückkehrt. Das Zulassen einer Deflation ist nur eine theoretische Option, die politisch nicht beherrschbar ist. Der Staat wäre dann in vergleichbarer Situation wie der Initiator eines Kettenbriefs, dem nach dem Abreißen desselbigen, die Verlierer (das sind i.d.R. 95% der Beteiligten) die Hütte abbrennen.