Wie wichtig ein Untersuchungsausschuss ist, zeigt sich in Thüringen. Initiator AfD wird kritisiert wegen der enormen Kosten.
. Aber es kommen auch wahre " Experten" zu Wort, welche die Staatsmeinung nicht mit tragen und das öffentlich. Respekt. 
Corona-Untersuchungsausschuss in Thüringen
Vergleich mit 1933: Zeuge im Thüringer Corona-Untersuchungsausschuss verteidigt seine Aussage
Erfurt. Schwierige Annäherung an die Thüringer Wirklichkeit: Zeugenangaben im Corona-Ausschuss zeigen die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Interpretationen der Ereignisse.
[Blockierte Grafik: https://img.sparknews.funkemed…759263772_v16_9_1200.jpeg]Die Zeugenvernehmung im Corona-Untersuchungsausschuss des Landtags wurde von einem größeren Polizeiaufgebot abgesichert.© Funke Medien Thüringen | Kai Mudra
- Corona-kritischer Sachverständiger erhält Beifall aus dem Publikum
- Zeuge bestreitet medizinische Notlage zu Beginn des Lockdowns im März 2020
- Schwierige Datenlage während der Corona-Pandemie
- Impfgegner protestieren vor dem Thüringer Landtag
Die Menschentraube hatte sich bereits gebildet, bevor am Dienstag gegen 10.30 Uhr die Türen zum Sitzungssaal des Corona-Untersuchungsausschusses geöffnet wurden. Das Gros der Besucher war gekommen, um den emeritierten Professor für öffentliche Finanzen, Stefan Homburg, zu hören – eingeladen von der AfD-Fraktion als sachverständiger Zeuge im Thüringer Landtag.
Polizei sichert Ausschusssitzung im Landtag
Begleitet wurde der Auftritt des Corona-kritischen Finanzwissenschaftlers und Statistikers vor dem Erfurter Landtagsgebäude durch Proteste von Impfgegnern. Diese hatten zahlreiche A4-Blätter mit Hinweisen auf mutmaßliche Opfern von Corona-Impfungen oder Gestorbene, die trotz Impfung eine Corona-Infektion nicht überlebt haben sollen, in langen Reihen zur Schau gestellt. Die Polizei sicherte das Umfeld des Landtags während der Sitzung des Untersuchungsausschusses deutlich intensiver als sonst üblich.
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Trotz mehrfacher Ermahnung reagierte das Publikum im Sitzungssaal mit einigen Zwischenrufen, aber auch mit Beifall auf die Ausführungen Homburgs. Dieser erklärte, es habe aus seiner Sicht im März 2020, mit Beginn des ersten Lockdowns, keinen medizinischen Notstand in Thüringen gegeben, der diese Maßnahme gerechtfertigt hätte. Wobei der Zeuge zumeist von einer Bundesnotbremse sprach. Er attestierte auch „vollkommene Einigkeit“, dass Corona-Impfstoffe keinen relevanten Schutz boten.
Vergleich mit 1933: Homburg verteidigt seine Aussage
Dem Bundestag warf Homburg vor, damals die „nationale Notlage ohne Ratio und Begründung ausgerufen“ zu haben. Statt die Menschen zu beruhigen, habe die Bundesregierung ein Schockpapier schreiben lassen und die Bevölkerung geängstigt. Es sei vor dem Lockdown klar gewesen, dass keine Gefahr bestehe, sagte der 64-jährige Zeuge.
Kritisch sieht er die Datenlage zur damaligen Zeit, weil sich auf Laborwerte, wie die Auswertung von wenig verlässlichen Corona-Tests berufen wurde. Er argumentierte dagegen mit einer Grafik „klinischer Daten“, aus regelmäßigen Abfragen unter 0,2 Prozent der ärztlichen Praxen und Krankenhäuser durch das Robert-Koch-Institut vor, während und nach der Corona-Pandemie beispielsweise zum Auftreten von Infektionen.
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Angesprochen auf seinen früheren Vergleich der Situation im Jahr 2020 in Deutschland mit dem Jahr 1933, verteidigte er die Aussage vor dem Untersuchungsausschuss. Er werde bis heute darauf angesprochen, so Stefan Homburg, und bekomme dafür viel Zustimmung. Das war einer der Momente, der von den Besuchern beklatscht wurde. Mehrfach ermahnte die Ausschussvorsitzende Lena Saniye Güngör (Linke) die Gäste nachdrücklich, sich an die Regeln zu halten.
[Blockierte Grafik: https://img.sparknews.funkemed…759266592_v16_9_1200.jpeg]Vor dem Parlamentsgebäude hatten Impfgegner die Sitzung des Ausschusses mit ihrem Protest begleitet. © Funke Medien Thüringen | Kai Mudra
Dokumente zeigen schwierige Corona-Entscheidungen
Der Zeuge berief sich immer wieder bei seinen Ausführungen auf ehemals durchgestochene Protokolle des Robert-Koch-Institutes in Berlin aus der Corona-Zeit. Die Einrichtung im Aufgabenbereich des Gesundheitsministeriums sieht ihr Ziel nach eigenen Angaben darin, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Die inzwischen auch veröffentlichten Dokumente belegen die schwierigen Entscheidungsfindungen während der Corona-Pandemie. Sie machen aber auch die Fehleinschätzungen deutlich.
Aus Sicht des Zeugen war beispielsweise die höhere Sterblichkeit während der Corona-Zeit in Thüringen eher die Folge des Eisernen Vorhangs, also der deutschen Teilung in West und Ost. Die schlechteren Lebensbedingungen im Osten würden sich noch immer bemerkbar machen, sagte er.
didi