Milly
Es ist ja nicht so, dass ich für deine Position kein Verständnis habe. Aber sind das, was du hier kritisierst, nicht genau die Mechanismen die uns den Massenkonsumrausch und Wohlstandswahn für alle beschert hat? Oder meist du, dass dein mittelständischer Elektrobetrieb den ganzen Hightechplunder, mit dem du dich sicherlich auch umgeben hast, unter den von dir beschriebenen Umständen zu produzieren versteht. „Die Massen kann man nur durch Masse zwingen“ wusste schon Goethe zu berichten.
"Die Firma scheint aber zu laufen, es werden Leute beschäftigt, Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Es besteht eine Nachfrage nach den Produkten, die die Firma herstellt, die Produkte werden gekauft und die Firma macht Gewinn (hoffentlich). Alles was Väterchen Staat dringend braucht ! Where´s the beef ... äh, the problem ?
Darf ich Fragen, nachdem du nun ziemlich undifferenziert „Linke“, „Noliberale-Sozialisten“, "Gutmenschen", „linksfaschistische Kollektivisten“ und was wieß ich was in der Gegend rum geworfen hast, wonach dein möglicherweise noch unausgegorenes Gebräu aus Wohlstand, Freiheit und (geistige) Unabhängigkeit und österreichischer Schule zu duften gedenkt? Der Einzelne ist für sich betrachtet mit deinen paar Schlagworten gar nicht als überlebensfähig zu qualifizieren. Ohne Umverteilung wäre den Mensch bereits in grauer Vorzeit ausgestorben und ein bisschen betriebswirtschaftliches Grundlagengedöns ist nun leider auch nur eine Facette der Geschichte.
Wenn man differenziert darauf eingehen möchte, wird mindestens eine Doktorarbeit draus
und jeder würde nach einigen Zeilen aufhören zu lesen ...
„Die Freiheit ist ein Sklaventraum. Der freie Mensch weiß, dass er Zuflucht, Schutz und Hilfe braucht.“ Sagt Nicolás Gómez Dávila, neureicher Reaktionär und Bonzensohn eines kolumbianischen Großgrundbesitzers, zurecht.
Tja, honni soit qui mal y pense!
Die Frage ist, welche Hebel du gegen das auf ganzer Linie uns durchdringende pervertierte Anspruchsdenken auf Freiheit, Wohlstand und (geistige) Unabhängigkeit in Bewegung zu setzten gedenkst, ohne dabei das, seit der französischen Revolution sprießenden humanistische Gedankengut auf den Müll zu verfrachten und ohne den marodierenden Pöbel auf die Strasse und vor deine Haustür zu holen?
Genau diese Frage könnte auch Gegenstand der Doktoarbeit sein ... Den Pöbel als Pöbel zu bezeichnen - der heisst doch jetzt Prekariat
Neben dem Studium der österreichischen Schule kann in diesem Zusammenhang auch das Studium über die Theorie der negativen Tauschgerechtigkeit, die die Notwendigkeit des Verzichts beleuchtet, weiter helfen.
Noch eine Theorie ? jetzt aber mal Praxis, bitte ...