Das Waldsterben ist so eine Sache. Zunächst einmal gibt es in D kaum noch "Wälder", es sind nämlich Forste, die wirtschaftlich genutzt werden, also Holzplantagen, Ausnahmen bilden ein paar Nationalparks und Bannwälder. Und wie es mit wirtschaftlicher Nutzung so ist, geht es um Erträge und alles was sich dort aufhält und mehr als 2 Beine hat, ist ein Schädling. Totholz gehört zum Bild eines Waldes genauso dazu. Es ist sehr wichtig für Höhlenbrüter oder Siebenschläfer, außerdem dient es als Äsplatz für Insektenfresser. Ein Specht wird sich nicht die Arbeit machen, auf eine massive Eiche oder Buche einzuhämmern, da hat er es mit morschem Holz wesentlich einfacher. Totholz wird aber entfernt, da es Platz und somit Ertrag wegnimmt.
Flächen mit Windbruch werden eiligst wieder aufgeforstet, die Setzlinge dicht an dicht gepflanzt. Dabei wäre es äußerst sinnvoll, lichte Flächen zu erhalten, da sie für das Überleben von Raufußhühnern notwendig sind. Die Kronendächer sind aber vielerorts geschlossen, so daß kaum ein Lichtstrahl den Boden erreicht und außer ein paar Farnen und Brombeeren kommt dann keine Bodenvegetation zu Stande.
Im Schwarzwald hat man immerhin erkannt, daß Mischwälder nicht so anfällig gegenüber Pilzen und Insektenbefall sind. Die Waldschäden dort waren aber vor allem auf die Industrieabgase aus dem Elsaß zurück zu führen, die die Westwinde in den Schwarzwald transportierten und dort abregnen ließen.
Als kurz vor der Jahrtausendwende der Borkenkäfer den Bayerischen Wald überfiel, übertrafen sich die Forstleute gegenseitig mit Horrorszenarien. Niemals wieder würde da ein Wald wachsen und von einer Versteppung war sogar die Rede. Tatsächlich ist natürlich das Gegenteil eingetroffen und neues und zwar viel zahlreicheres Leben ist entstanden.