Zitat
ich will das verstehen - ist es nicht so, dass die Leute das Vertrauen in die Waehrungen (egal welche) verlieren/verloren haben und dass schlaue Leute gerade in einer Krisenzeit Gold als Geld und gesetzliche Waehrung als Muell ansehen, zumal vor dem Hintergrund einer fuer alle ersichtlichen kommenden Hyperinflation? Wuerde nicht gerade dann Gold in einer Deflation aufwerten, wie in den 30igern das Geld, das ja goldgedeckt war?
Gold ist heute keine richtige Währung - sondern eher eine Ware.
Im besten Fall sowas wie ein Zwitter zw. Geld und Ware.
Gut möglich, dass es irgendwann wieder als Geld betrachtet wird.
Jede Ware hat ihren Preis - bestimmt duch Angebot und Nachfrage
Oder der Preis wird auch durch Manipulation bestimmt.
Auch Geld und Kredit unterliegt Angebot und Nachfrage.
Auch hier sind Manipulationen möglich (Leitzinsen).
Nimmt die Nachfrage nach Geld stärker zu als nach Gold,
dann wertet logischerweise Gold ab. Und andersrum.
Zitat
ich denke in einer Deflation wuerde ein Kredit nicht gekuendigt werden, wenn ich die Raten bedienen kann, in einer Hyperinflation schon, oder? D.h., wenn ich die Raten bedienen kann sind Schulden zwar nicht toll, aber ok?
Du siehst also die Gefahr eher darin die taeglichen Rechnungen zu bezahlen um ueber die Runden zu kommen?
In Deflation verlieren Sachwerte an Wert.
Wenn ein Haus plötzlich die Hälfte an Wert verliert - und der Kredit höher ist als der Hauspreis,
dann verlangt die Bank mehr Sicherheit - andernfalls würde die Bank Zwangsvollstreckung erwirken.
Gute Nachricht: In Deutschland gab es keine Immobilien-Exzesse wie in Spanien oder USA.
Auch Kredite wurden eher langfristig vergeben.
Zudem werden in DE die Kredite mit 20% Eigenanteil "übersichert".
Das wird wohl keine großen Probleme verursachen.
Außer: die Deflation würde sehr lange dauern - dann würden viele
die Arbeit verlieren und ihre Kredite nicht mehr zahlen können.
Also eher "normaler" Verlauf.
Das Problem ist nur: das wird ein globales Ereignis sein.
Ich weiß nicht wie heftig es wird - aber es wird sicher milder sein als in USA.
Da ich eher eine schockartige Deflation erwarte, wird vermutlich
Liquidität für die erste Zeit ein großes Problem darstellen.
Eine Deflation tritt gewöhlich nach extremer Kreditzufuhr ein (das erleben wir seit 2009).
Die Frage ist darum NICHT: ob es eintritt, sondern nur: wann es eintritt.
Und das kann tatsächlich noch Monate - oder gar Jahr(e) dauern.
Sollte das Deflations-Problem zu groß sein, dann wird man aushelfen und masssiv
Liquidität einschütten und das Fass zum überlaufen bringen (Inflation).
Dieser Zyklus (Deflation+Inflation) kann im best case paar Jahre andauern
oder im worst case sogar Jahrzehnte. Da der Übergang in ein neues
Wirtschafts-Modell nicht exakt vorausgesagt werden kann -
auch das zukünftige Modell kann nicht vorausgesagt werden.
Beispiel: Sowjetunion - dort hat der Kollaps sehr lange gedauert.
Der Fall der Mauer ist sowas wie die Wirtschaftskrise 2008 gewesen.
Bis es dahin kam, hat es Jahre gedauert und selbst danach -
bis zum Staatsbankrott hat es wiederum Jahre gedauert.
Schlußendlich wurde dort das westliche Modell adaptiert.
Jedoch konnte man dort schon früh das neue Modell erkennen.
Diesmal nicht!
Zitat
Du hast gesagt in einem "milden" Szenario wuerde die Rezession 1-2 Jahre dauern, 3-6 Monatsgehaelter Cash wuerden trotzdem reichen?
Ich kann mich nur wiederholen, an deiner Meinung bin ich sehr intressiert 
das milde Szenario ist eher das "härtere" - es verläuft nur schneller.
Mir wäre dieses Szenario am liebsten - endlich Schluß mit dem ganzen Mist!
Sollte das harte Szenario eintreten - dann wird jede Regierung soviel
Liquidität zuführen, dass es nach 3-6 Monaten kein großes Problem darstellen sollte
normale Käufe auf niedrigsten Niveau zu tätigen (z.B. Notgeld).
Bis der Tiefpunkt erreicht ist, würde es jedoch noch einige Monate dauern.
Gut möglich, dass in dieser Phase keine Löhne gezahlt werden können.
Die Kredite in DE wird man so eher "nach hinten" schieben müssen,
wenn die Zeiten besser werden. Bin eher optimistisch für DE.