Was wir heuer an den Märkten bisher gesehen haben, ist ein Vorgeschmack
darauf, was passiert, wenn die erwartete geldpolitische Normalisierung
nicht durchgeführt werden kann. Das erste Quartal 2016 war für Gold das
stärkste Quartal in 30 Jahren und trug aus unserer Sicht dazu bei, dass
die Bodenbildung nun abgeschlossen ist. Wenn die Wirksamkeit der
geldpolitischen Maßnahmen einmal grundsätzlich hinterfragt wird, wird
dies signifikante Konsequenzen für die Veranlagung haben. Die
Volatilität der Märkte, also der sich in den Preisen niederschlagende
Zweifel hinsichtlich der Zukunft, wird signifikant ansteigen, sobald die
Marktteilnehmer realisieren, dass wir uns in den letzten Jahren
sukzessive in eine monetäre und fiskalische cul-de-sac manövriert haben.
Ein Großteil der Finanzmarktakteure scheint jedoch nach wie vor davon
auszugehen, dass die Normalisierung der US-Geldpolitik langsam aber doch
durchgeführt wird. Sie sehen aber auch, dass sich die Krisenherde auf
dieser Welt mehren und die Politik sich generell zu einer Disziplin der
permanenten Improvisation wandelt, die mit Maßnahmen, die als
„alternativlos“ gebrandmarkt werden, Probleme lediglich aufschiebt und
dadurch verschlimmert. Der unerwartete Brexit könnte für die
US-Notenbank nun die willkommene Ausrede bieten um das „temporäre“
Pausieren der Zinserhöhungen zu kommunizieren und offiziell den
angekündigten Normalisierungsprozess bis auf weiteres zu stoppen… Sollte
die bereits mehrfach hinausgezögerte Normalisierung der Geldpolitik
misslingen, würde dies das ökonomische Narrativ in seinen Grundfesten
erschüttern.“