In der Tourismusbranche steht wahrscheinlich eine Pleitewelle bevor.
Reisebüros können keine Reisen mehr Richtung Asien verkaufen, Flugverbindungen sind ausgedünnt und gestrichen, gebuchte Reisen werden storniert, die Kunden sind verunsichert...
In Deutschland selbst wurden in den letzten zehn Jahren immer mehr Hotelkapazitäten aufgebaut. Und inzwischen auch in Städten, die eh schon lange heiß gelaufen sind, bzw. wenn da nichts mehr zu kriegen war, dann in der nächstgrößeren Stadt, wo vor zehn Jahren niemand auf die Idee einer Neueröffnung gekommen wäre.
Immer schneller drehte sich das Rad, immer größer und absurder (Miet/ Pachtpreise/ Lage) die Projekte.
Gleichzeitig stiegen die Löhne enorm, während schon in den letzten vier, fünf Jahren die Steigerung von Übernachtungsraten und Übernachtungszahlen oftmals komplett von der Steigerung der Hotelkapazitäten absorbiert wurde, d.h. die prozentuale Auslastung nicht mehr stieg. Von "Bettensteuern", Belastung durch Bürokratie (Dokumentierung von DSGVO, MIndestlohngesetz usw. ) will ich jetzt hier gar nicht erst anfangen.
Ich bin selber in der Branche tätig und habe schon vor fünf Jahren beschlossen, keinerlei Erweiterung mehr vorzunehmen und "auf Sicht" zu fahren.
Aktuell bei uns: Absage der Buchmesse zieht massive Stornierungen und Umsatzeinbußen nach sich. Die fehlenden Einnahmen von wenigen Tagen bringen hier erste Unternehmen in Existenznot. Die "Tourismus-Blase" der letzten Jahre ("over tourism") läßt meiner Meinung nach gerade mächtig Luft raus und Corona war auch hier nur der Anlaß, nicht die eigentliche Ursache.
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Und die Branchenverbände betteln natürlich schon bei der Politik um "Hilfe" ![]()