09.08.2010 09:49
Trendfolge: Warum 7000 Punkte und mehr im Dax bis Jahresende keine Utopie sind
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Dax hat intraday mit 6386 Zählern ein neues Jahreshoch markiert, der Dow steht auf einen Niveau wie zuletzt Mitte Mai und zahlreiche europäische Aktienbarometer wie der Euro Stoxx 50, der englische FTSE oder der französische CAC 40 übersprangen wieder ihre 200-Tage-Linie und befinden sich damit wieder im Aufwärtstrend. Nach den lustlosen und für Anleger nervigen Auf und Ab der vergangenen Monate gewinnt der aufwärtsgerichtete Börsentrend mehr und mehr an Breite. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die neuesten Arbeitsmarktdaten, die gestern in den USA veröffentlicht worden sind, enttäuschend ausgefallen sind und, die Aktienbarometer daraufhin mit einem kleinen Rücksetzer reagiert haben.
Getragen wird der Aufschwung an den Börsen in erster Linie von der bisher überwiegend positiv ausgefallenen Bilanzsaison in den USA und in Europa. Doch fragen Sie sich jetzt auch, wie es weitergeht? Steht uns ein goldener Herbst an den Kapitalmärkten bevor oder fallen die Indizes in ihre Lethargie von Mai und Anfang Juli zurück, weil nun die treibenden Kräfte der Berichtssaison wegfallen? Die Antwort ist ein klares Nein – denn zwei Gründe sprechen für steigende Kurse im zweiten Halbjahr. aufmerksam
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Erstens die Saisonalität: Wie obiger Chart zeigt, hat der Dax seit 2003 im Schnitt von August bis Jahresende kräftig zulegen können. Das ist umso bemerkenswerter, weil in diesen Vergleichszeitraum auch der Kurseinbruch im Zuge der Bankenkrise und der Lehman-Pleite fällt, der den Dax von August 2009 November 2009 um fast 40% nach unten drückte.
Der zweite Grund, der für steigende Notierungen im zweiten Halbjahr spricht, ist ebenfalls aus der Historie zu erkennen: Kurszuwächse an den Börsen aufgrund positiver Bilanzzahlen für das zweite Quartal – wie wir sie zur Zeit erleben – mündeten immer dann in einen monatelangen Aufschwung, wenn sie mit einem zunehmenden Wirtschaftserholung zusammenfielen. So zum Beispiel im Jahr 2003, als der Dax nach guten Unternehmenszahlen von Mitte August bis Ende des Jahres rund 13% nach oben kletterte und die Konjunktur im vierten Quartal aus der Rezession kam. Das gleiche 2004: Auch hier war die Bilanzsaison im Sommer erfreulich verlaufen und die Wirtschaft kam in den Folgemonaten richtig in Schwung. Der Dax verbuchte in diesem Jahr von August bis Dezember einen Zugewinn von 16%.
Und wer erinnert sich nicht noch an das vergangene Jahr, als die Unternehmen im Jahr eins nach der Finanzkrise wieder steigende Erträge vermeldeten und die Aussichten auf einen Konjunkturaufschwung den deutschen Leitindex von Mitte Juli bis Ende Dezember um 30% stieg.
Die Voraussetzungen sind gegeben, dass sich die Geschichte wiederholt, und an den Aktienmärkten in den kommenden Monaten tolle Gewinne möglich sind. Denn neben den zum Teil überragend gut ausgefallenen Quartalszahlen in den USA und in Europa ist auch die Weltwirtschaft auf Erholungskurs. Und sollten die heimischen Blue Chips bis Jahresende so zulegen können wie 2003, 2004 oder 2009, sind beim Dax 7000 Punkte und mehr keine Utopie.
Handel Sie erfolgreich!
Ihr
Johannes Scherer