Der Artikel ist wieder gewohnt klasse!
Frau Henn wäre eine nahezu perfekte Kommentatorin für eine echte Nachrichtensendung wie einer Tagesschau 2.0. Viele verschiedene, oberflächlich voneinander unabhängige Fakten, werden in Verbindung gebracht, um ein großes Bild zu zeichnen. Das ist echter Journalismus.
Aus dem Artikel:
Das Erste, was auffällt, ist, dass Qin den USA als Sprecher der "internationalen Gemeinschaft" gegenübertritt. Einige der Botschaften, die Qin an Blinken weiterreichte, dürften das Ergebnis der geradezu überwältigenden internationalen Reisetätigkeit nicht nur aus China, sondern auch nach China in den letzten Monaten sein. Diese Formulierung ist ein Anspruch: Nicht mehr ihr, die USA und der restliche Westen, könnt diesen Platz beanspruchen und so tun, als sprächet ihr für die Menschheit.
Der Besuch des chinesischen Premiers wird, ganz unauffällig, durch die 7. Deutsch-Chinesischen Wirtschaftskonsultationen ausgelöst. Er hat allerdings auch den Vorteil, dass Gesprächspartner des Premiers dem Protokoll zufolge eben nicht die Außenministerin, sondern der Bundeskanzler ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – es würde nicht überraschen, wenn die ganze Zusammenballung von Gesprächen nach diesem Punkt terminiert wurde. Baerbock dürfte international inzwischen nach Möglichkeit umgangen werden.
Blinken wartete übrigens schon seit langem auf eine Einladung nach China, wurde aber abgewiesen. Denkbar, dass Bill Gates, der vor ihm nach Peking reiste, als Emissär dort war, um die Reise Blinkens überhaupt zu ermöglichen.
Den Empfang für den palästinensischen Präsidenten Abbas in der vergangenen Woche etwa, der geradezu monumental war, mit allem, was man bei solchen Gelegenheiten bieten kann, von Böllerschüssen bis zu winkenden Kindern, und der vor allem eins signalisierte: China wird jetzt im Nahen Osten mitreden......denn das hat Konsequenzen für deren liebstes Objekt dort, Israel.
China hat es geschafft, die erste arabische Einheit seit den 1960ern herzustellen. Die Beziehungen zwischen den USA und China sind schlecht, und die einzige Macht, die sowohl mit China als auch den arabischen Ländern als auch Israel ein gutes Verhältnis hat, ist – Russland. So ein Pech auch.
Die Wahl, vor der der Westen steht, ist, weiter zu eskalieren und das Risiko einer atomaren Auseinandersetzung einzugehen, oder die Niederlage einzugestehen. Das Auftreten von Antony Blinken auf seiner Pressekonferenz in China war ein erstes Anzeichen dafür, dass in Washington vielleicht doch noch genug Verstand vorhanden ist, die zweite Option zu wählen.