Und eine Analyse der bewährten Dagmar Henn über die neue Qualität der Abstimmungen zur Lieferung der Taurus-MFK an die Ukraine.
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Was gleich in mehrfacher Hinsicht Abgründe birgt. Der erste ist der altbekannte. Ob diese Lieferungen als Beteiligung gesehen werden oder nicht, liegt allein in der Entscheidung Russlands, wobei Deutschland das kleine Zusatzproblem der Feindstaatenklausel hat. Man windet sich immer darum herum, aber im Grunde sollte man in Berlin zur Kenntnis nehmen, dass sich seit der Entscheidung zur Lieferung der Panzerhaubitzen 2000, bei denen diese Frage zum ersten Mal auftauchte, einige der Umstände geändert haben.
Beispielsweise in der Position, die andere Staaten, vor allem jene außerhalb des Westens, zum Konflikt in der Ukraine einnehmen. Was durchaus die Voraussetzungen für die russische Reaktion beeinflusst. Hier gibt es mittlerweile nicht nur seitens des chinesischen Verteidigungsministers die Aussage, China stehe in diesem Konflikt an der Seite Russlands. Es gibt auch die zunehmende internationale Isolierung des Westens, dabei insbesondere der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Deutschlands, wegen ihrer Unterstützung des Genozids in Gaza.
Anders gesagt: Wäre ein russischer Schritt, eine derartige Lieferung als eine deutsche Kriegsbeteiligung zu werten, vor einem Jahr noch etwas gewesen, das die internationalen Beziehungen Russlands zu nichtwestlichen Staaten ungünstig beeinflusst hätte, wäre das heute vermutlich nicht mehr der Fall, oder zumindest in weit geringerem Ausmaß. Mit ihren Drohungen gegen Iran wegen seiner Unterstützung etwa für die Huthi im Jemen haben übrigens die Vereinigten Staaten selbst den russischen Spielraum an diesem Punkt erweitert; legte man den gleichen Maßstab an, könnte Russland Berlin bombardieren.