Ein wenig lang, das Textzitat, am besten gefällt mir darin der Satz von Darwin.
ZitatIt's not the strongest of species that survive, nor the most intelligent, but the one most responsive to change. - Charles Darwin
Solcherlei Einsicht sollte einen eigentlich bescheiden machen - gerade auch die Leute, die als Akademiker der Wirtschaftsfakultäten bis vor wenigen Wochen immer noch darauf beharrt haben, dass wir keine Krise, keinen Abschwung, sondern höchstens einen gedämpften Aufschwung erleben dürften.
Dazu auch noch, von heute, der Kommentar "Das Kapital" aus der heutigen FTD (S. 17), exquisit, wie so oft:
ZitatAlles anzeigenDas Kapital:
Inflationierung als letzter Ausweg?
11.03.2008
Wie soll das alles enden? Laut Fed sind die Schulden der nichtfinanziellen US-Sektoren im vierten Quartal noch mit einer Jahresrate von 7,7 Prozent gestiegen, wobei selbst die privaten Haushalte ihre Verschuldung noch um 5,6 Prozent ausweiten konnten. Obwohl die Schulden der Verbraucher damit immer noch um zwei Prozentpunkte schneller gestiegen sind als das nominale verfügbare Einkommen, hat bereits die Halbierung des Schuldenwachstums der privaten Haushalte seit Anfang 2006 eine Verlangsamung des Zuwachses des nominalen US-Nationaleinkommens von 11,5 auf 2,9 Prozent bewirkt.
(...)
Derweil werden die nach dem Stellenabbau verbliebenen Zuwächse der Lohnsumme längst von der Inflation aufgezehrt, sodass ein realer Konsumrückgang kaum zu vermeiden sein dürfte. Unter anderem deswegen, aber auch wegen der generell sinkenden Gewinnmargen und des hohen Verschuldungsgrades bei Finanzinvestoren und Firmen in deren Dunstkreis, schießen die Risikoprämien auf den Kreditmärkten durch die Decke.
Fast ausweglos
Doch genau so, wie die Kreditkrise nicht auf US-Ramschhypotheken, Wohnungsbaudarlehen in Großbritannien oder Spanien, Private Equity, Hedge-Fonds und das Bankensystem begrenzt bleibt, wird sie auch nicht bei Schuldnern minderer Bonität haltmachen. Denn wenn in einer Wirtschaft, die auf Kreditexpansion und Vermögenspreisinflation basiert, der Kredit knapp wird, ist eine Rezession eben fast unvermeidlich – und zwar eine schwere und lange. Und einer solchen fallen regelmäßig auch Schuldner guter Bonität zum Opfer, weil Firmen Aufträge verlieren oder ihre Forderungen nicht eintreiben können – und weil Menschen ihre Stellen verlieren und damit ihren Hypotheken oder Kreditkartenschulden nicht mehr nachkommen können.
Eine Mischung aus expansiver Fiskal- und Geldpolitik mag da das probate Mittel sein, könnte bei einem Schuldenberg von 47 000 Mrd. $ oder 380 Prozent des US-Nationaleinkommens indes auch einen fiskalischen Kollaps wie in Japan zeitigen, sofern die Risikoneigung und damit die Kreditvergabebereitschaft der Banken nachhaltig angeknackst ist, was zu befürchten steht. Auch ein beherzterer Aufkauf von Ramschkrediten durch Quasistaatsbanken würde den Schlamassel nur auf die Bücher des Staates verschieben und selbst im konjunkturpolitischen Erfolgsfall – Reparatur der Schuldenmaschinerie – die künftigen Probleme noch vergrößern. Es bleibt daher eine reale Möglichkeit, dass die USA ihre Schulden letztlich einfach weginflationieren – indem die Fed der Regierung Schecks ausstellt, die diese dann verprasst. Selbst die Rentenanleger müssen also auf der Hut sein. Aktienanleger hingegen werden solange keine Ruhe finden, wie die Meinung vorherrscht, Firmen, die den gut anderthalbfachen Umsatz kosten, seien billig. Der nächste echte Bullenmarkt beginnt (in ferner Zeit), wenn Aktien den halben Umsatz kosten – und das alle teuer finden.
(...)
http://www.ftd.de/boersen_maer…marktberichte/329268.html
Na?
Das sind alles Sachen, die den Edelmetallfreunden seit Jahren recht klar sind.
Aber - einfach schön formuliert ist es trotzdem!
Deshalb habe ich die Textzitate auch mal wieder etwas ausführlicher gemacht.
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Dazu passt dann auch wieder dies hier:
http://www.ftd.de/politik/international/329344.html
ZitatAlles anzeigen
Neujahrsfest treibt Chinas Inflation auf Rekordhoch
Die Preise in China verteuern sich schneller als befürchtet: Im Februar ist die Inflation auf den höchsten Stand seit elf Jahren gestiegen. Statistiker bezweifeln, dass sich die Rate stabilisieren lässt - das liegt auch an den Vorlieben der Chinesen.
(...)
Um den 7. Februar herum fand das Neujahrsfest, statt, das als bedeutendster chinesischer Feiertag zu einem zusätzlichen Preisanstieg bei Nahrungsmitteln führte. Schweinefleisch, das eine wichtige Rolle in der Ernährung der 1,3 Milliarden Chinesen spielt, kostete 63,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemüse verteuerte sich um 46 Prozent, Speiseöl um 41 Prozent.
Notenbanker achten, wenn sie den Inflationsdruck bewerten, auf die Teuerungsraten weltweit ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel. Hier verteuerten sich Güter in China lediglich um 1,6 Prozent.
Auf die Zentralbank wächst nun der Druck, die Zinsen erneut anzuheben, berichteten Staatsmedien. Zu Beginn der laufenden Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking hatte Ministerpräsident Wen Jiabao die galoppierende Inflation als "größte Sorge" der Menschen bezeichnet und angekündigt, sie in diesem Jahr auf 4,8 Prozent stabilisieren zu wollen. Dies könnte schwierig werden, befürchten Statistiker. Denn die Chinesen geben für Lebensmittel besonders viel Geld aus - sie machen ein Drittel des Warenkorbs aus.
(...)
Gruß!
gutso