"Wie wirkt sich ein atomarer GAU auf die internationale Wirtschaft aus?"
Conrads macht gute Geschäfte. Immerhin. Aber Conrads ist nicht die Weltwirtschaft.
Ich würde gern mal wieder zum Thema des Strangs zurückkehren.
Vor wenigen Tagen war man sich einig, dass mit der Eurokrise, den Tumulten in Arabien, der Pimco-Entscheidung bzgl. amerikanischer Staatsanleihen u.a.m genug brisante fundamentale Daten am Markt waren, um vor einem wie auch immer gearteten Knall nicht überrascht zu sein. Und nun kommt diese japanische Katastrophe noch dazu.
Wird sich substanziell etwas ändern oder werden wir in 3 bis 4 Wochen zur Tagesordnung übergehen, mit einem etwas leichterem Dax und eins bis zwei Zehntel weniger Wachstumserwartung ?
Tja, für mich persönlich sind die Auswirkungen auf die Schattenbanken (Hedge Funds etc.) am Spannendsten, da hier seit dem sie seit dem Jahr 2000 nix mehr offen legen müssen, die größten Summen in Frage stehen. Wie ich gestern am Beispiel Canaccord und der Uranium One Aktie gezeigt habe, müssen sich da einige ganz schön im Energiesektor verzockt haben. ... Nicht bloß nebenbei und ein wenig, sondern eben schlicht systematisch und im großen Maßstab verzockt!
Hier kann man das nochmal sehen, mit der Kaufsempfehlung von Seiten Canaccords ... das war wenige Tage vorm Knall:
Aus gegebenem Anlass: Wie wirkt sich ein atomarer GAU auf die internationale Wirtschaft aus?
Außerdem ist Japan de fakto: Bankrott.
Denn wenn mittelgute Schuldner mit 200% ihres BIP in der Kreide stehen dürfen - ok. Japan ist in diesem Zustand aber nicht mal mehr ein mittelguter Schuldner.
Zudem wird es jetzt absehbar auf Jahre hinaus eine Reihe an Neuverschuldungen hinnehmen müssen.
Für unsere auf reines Wachstum ausgerichtete Wohlstandswelt der Industriestaaten bedeutet das Erdbeben in Japan und der folgende multiple GAU in Fukushima, wenn man es mal ehrlich nimmt, das Ende. Das habe ich im Eingangsposting längst nicht so drastisch gesehen und PatroneLupo hatte da den besseren Riecher.
Mittlerweile denke ich dass dies hier wieder eine Art Vertrauensverlust ins Gesamtsystem dazu addiert, der nicht schnell wieder gut zu machen ist.
Und zwar international ... wobei ich das Gefühl habe, z.B. in den USA interessiert das Thema noch kaum jemanden. Wäre nicht das erste mal in den letzten 20 Jahren, dass die USA einen grundliegenden Trend verpennen.
Warum das Ende für unsere !Billig-Billig-Schnell-Schnell-Wachstum-Geil!!!"-Gesellschaft?
Weil sich mit der Subprime Krise aber auch hier wieder gezeigt hat, dass schnelle und billige Lösungen, die hohe Risiken beinhalten (verpackt als sogenanntes vernachlässigbares "Restrisiko", ganz ähnlich wie bei den US-"Subprimes") ein dünnes Eis sind, auf dem keine tragfähige Zivilisation aufrecht erhalten werden kann!
Das selbe gilt für das an diese Unkultur angekoppelte Papiergeldsystem mit beliebigen Vermehrungsraten.
Auf Pump mit Aktien oder Immobilien spekulieren wäre auch so ein Beispiel, das jeder theoretisch im privaten Bereich selber praktizieren könnte.
Das ist keine Nachhaltigkeit, keine Kultur, das ist dumm. Ohne tragfähige Kultur geht es aber auch in der Wirtschaft nicht! Denn tragfähiges Wirtschaften ist nichts für Dumme.
Gruß,
gutso
PPS: Dazu hier auch nochmal der Link zur südindischen Affenfalle, aus Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten : Die Südindische Affenfalle
http://www.ralfklonowski.de/01…/08_texte/werte/falle.htm