Beiträge von gutso

    Heute in der Print FTD - Ein fundamentaler Beitrag zum Threadthema. Vieles davon dürfte euch aus all unseren eigenen Kommentaren bereits bekannt sein. Aber es ist halt wieder mal schön geschrieben! :D


    Zitat

    Die Kernschmelze des Kapitalismus


    Also ich sehe das praktisch genau so, vor allem der letzte Absatz ist etwas was ich seit jahren auch so schreiben würde.
    Münchau hat seit August 2007 (!) Ähnliche Dinge in der FTD geschrieben. Es hat ihm wohl ziemlichen Ärger eingebracht, vorübergehend hat dann dort nichts geschrieben, im Verlauf der Finanzkrise 2008 ist er dann langsam wieder als Autor der FTD regelmäßig aufgetaucht ... . Dann habens die andern auch kapiert. ;)



    Gruß,
    gutso

    ... wahrscheinlich braucht es solch umständliche Überlegungen nicht mal, um eine Anreicherung bis zur kritischen Masse plausibel erscheinen zu lassen.


    Bei den Temperaturen in der Schmelze der Brennstäbe mit ihren Uran- und Plutoniumoxiden kommt es vermutlich ohnehin automatisch zur massenhaften Reduktion dieser radioaktiven Schwermetalle.


    Folge? Na, wohin bewegen sich in einer Schmelze die gegenüber den Oxiden dichteren elementaren radioaktiven Schwermetalle? Richtig, nach unten, wo sie sich ... ansammeln.


    :huh:


    Gruß,
    gutso

    Zitat

    Brände und Explosionen im AKW Fukushima
    Rauch- oder Dampfwolken über Reaktor 3


    Fernsehbilder zeigen große weiße Rauchwolken über Reaktor 3 auf dem Gelände des Atommeilers Fukushima I. Regierungssprecher Yukio Edano sagte auf einer Pressekonferenz, die Ursache könne nicht genau geklärt werden. Der AKW-Betreiber Tepco hatte zuvor mitgeteilt, es könne sich um ein Erhitzen der Becken, in den Brennstäbe lagern, handeln. Es gebe keine Hinweise auf eine neue Explosion.


    http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima176.html



    Und hier mehr:


    http://www.stern.de/panorama/-…nd-evakuiert-1664059.html





    Inzwischen sollen die Arbeiter wieder drin sein ,aber, angesichts solcher Meldungen ist ein steigender und stabiler Nikkei wie aktuell wohl weiter das Ergebnis massiver Stützungskäufe der japanischen Notenbank, hier der 5 day chart als Vergleichsmaßstab.


    Nikkei 225 bis gerade eben (finance yahoo)



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    Aber: Meine Meinung und wie ich das jetzt verstehe auf Basis der Erkenntnisse (auch über das relativ neue Thema Abklingbecken, das bisher nur für Block 4 eine Rolle gespielt hat, jetzt aber auf einmal - und sehr beiläufig - auch bezüglich des MOX / Plutoniumreaktors in Block 3 erwähnt wird):
    Das würde bedeuten, dass Abklingbecken mit Atommüll voraussichtlich aus diesem Block, also evtl sogar plutoniumhaltig - in den Stöcken über dem Containment des Block 3 lagern.
    Und sich nun vermutlich bald entzünden. Denn da löscht keiner mehr. Darunter im Reaktor findet nun ebenfalls ungehindert eine MOX Kernschmelze statt.


    Ich kann mir vorstellen, dass mit dem relativ unedlen Metall Zirconium in den Hüllen der Brennstäbe ... oder mit anderen Metallen und Metalloxiden aus dem Reaktorcontainment ... nun ja, wer sich in Sachen Redoxpotentiale etwas auskennt, mag verstehen, was sich da gerade anbahnen könnte ... eine Art Thermitreaktion stattfinden könnte.


    Nur eine Spekulation, aber: ein Anreicherungsvorgang und evtl. auch als Zünder einer dann folgenden explosiven nuklearen Kettenreaktion - per "Radio-Thermit"!?! Übrigens konnte mir das bisher kein Physiker / Chemiker beantworten, 3 hab ich gestern gefragt, weil mich die Frage seit 2 Tagen sehr beschäftigt. (Hintergrund: Die klassische Thermit-Reaktion wird zum Schienenschweißen verwendet und geht von Eisenoxid und Aluminium aus und Endstoffe sind Eisen und Aluminiumoxid.)


    Im schlimmsten Fall könnte man sich so die Anreicherung kritischer Massen von elementarem Uran oder Plutonium (analog dem Eisen in der klassischen Thermit-Reaktion) bis hin zur kritischen Masse vorstellen, wärend drumrum die "Super-Thermit-Hölle" kocht.


    Die Wortgleichung wäre dabei analog zur Thermit-Reaktion, z.B.:


    Plutoniumoxid + Zirconium -------------> Plutonium + Zirconiumoxid


    Wahnsinn, ja ich weiß, hoffentlich ist es nur Kokolores.
    Allerdings würden bereits anteilsmäßig kleine Mengen des Materials genügen, um so etwas signifikant werden zu lassen, schlicht weil Abertonnen von dem Ausgangsmaterial da als Brennstäbe übereinander liegen. ... Und eben weige Kilogramm Endmaterial (hier Plutonium) als kritische Masse ausreichen würden für eine echte Kernexplosion wie bei einer Atombombe. ...



    Gruß,
    gutso



    PPS: Hier mehr Info dazu, das Redoxpotential und weitere Charakteristika bei Pu und Pu-Oxiden seien dem von Eisen und Eisenionen sehr ähnlich ... das würde meiner Meinung nach die These oben stützen. Zitate aus "Bioanorganische Chemie", von Wolfgang Kaim,Brigitte Schwederski mit einigen Infos die insgesamt interessant sind, für die Super-Thermit-These ist die letzte Seite rechts entscheidend:



    Das Redoxpotential der Eisen / Eisenoxidsysteme und der Plutonium / Plutoniumoxidsysteme ist demnach recht ähnlich!
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    PPPS: Wie ich eben gesehen habe, ist das Redoxpotential von Zirconium offenbar dem von Aluminium recht ähnlich; Mist, das passt zu gut, ...viel zu gut.


    Zitat

    Stress-Corrosion Cracking of Zirconium Alloys


    Author(s): Te-Lin Yau, Teledyne Wah Chang Albany
    Zirconium is a highly reactive metal, as evidenced by its redox potential of -1.53 V (NHE) at 25 °C (77 °F). It has a great affinity for oxygen.


    http://www.asminternational.or…0VgnVCM100000701e010aRCRD


    Somit steht Zirconium tatsächlich zwischen Aluminium und Mangan in der elektrochemischen Spannungsreihe!


    http://www.egbeck.de/chemkurs/skripten/sreihe.htm


    Und: normalerweise passiviert Zircon, genau wie Aluminium ... aber nicht bei diesen Temperaturen - wie man an der massiven Wasserstoffgasentwicklung in Verbindung mit dem heißen Kühlwasser in den Blocks bereits anschaulich sehen konnte!



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    Größter Respekt vor den Finanzmechanikern, die es seit Jahren und Jahrzehnten schaffen, daß die virtuellen Gelder nicht in die Realwirtschaft abfließen und damit die Preise erhöhen.
    Wenn ich so ein paar Miliardchen virtuell rumschweben hätte, würde ich mir irgendwann etwas reales damit kaufen. Aber irgendwie können sie die Leute davon abhalten, virtuell in real umzutauschen. Nochmals: Großartige Leistung!


    Ja, da befriedigt im wahrsten Sinne des Wortes schon der Schein die Gier! :D


    Ich geh in die Falle, bin auf die Kurse morgen in Asien gespannt.



    GN8!
    gutso

    http://www.nzz.ch/nachrichten/…_notenbank_1.9907541.html


    Zitat

    15. März 2011, 19:46, NZZ Online
    US-Notenbank stützt Konjunktur weiterhin
    Zinsen bleiben tief – Käufe von Staatsanleihen fortgesetzt


    Die amerikanische Notenbank will die Käufe von Staatsanleihen fortführen, um die Konjunktur noch eine geraume Zeit zu unterstützen. Zudem beschloss das Fed, den Zins auf dem gegenwärtigen tiefen Stand zu belassen. (...)
    Nach dem Japan-Schock an den Finanzmärkten gibt die amerikanische Notenbank Fed weiter Gas. Die Zentralbank beschloss am Dienstag, die seit November laufenden milliardenschweren Staatsanleihenkäufe trotz dem Wirtschaftsaufschwung fortzusetzen. Zugleich beliess der Offenmarktausschuss der Fed den Leitzins wie erwartet in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Diesen Zielkorridor hatte das Fed im Dezember 2008 als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise festgelegt. Die Notenbanker signalisierten den Märkten, dass sie den Leitzins noch geraume Zeit aussergewöhnlich niedrig halten werden. Mit einer Zinsanhebung rechnen Experten wegen des langsamen Konjunkturaufschwungs der weltgrössten Volkswirtschaft frühestens 2012. Die Fed hatte Anfang November beschlossen, bis Mitte 2011 Staatsanleihen im Volumen von rund 600 Mrd. Dollar aufzukaufen um damit die Konjunktur zu stützen.


    More and more money? Are you sure, Ben?



    Sure.


    - OK, Thanks! Thats good for all the Gold & Silver Bugs ... .


    :D



    Gruß,
    gutso

    In "meiner" Firma bekommen wir wichtige Bauteile, Prozessoren nicht mehr geliefert, denn die Produktionsstätte für diese Bauteile liegt/lag in Sendai, und die Fabrik ist abgesoffen. Das Um-entwickeln auf einen neuen Prozessortyp dauert viele Monate.
    Also ist der Tag wohl absehbar, wo wir keine Platinen mehr produzieren können, und möglicherweise wird es deswegen auch demnächst keine neuen deutschen Autos mehr geben. Fehlt auch nur 1 wichtiges Bauteil, wie ein Prozessor, dann geht eben das Steuergerät nicht mehr und das Auto springt nicht mehr an. Die Autos sind alle mittlerweile so elektr. vernetzt, daß eine mechanische Lösung nicht mehr in Frage kommt. Autos mit Vergaser gibt es nicht mehr, zumindest hier bei uns. Vielleicht noch beim Tata. Alles ist "elektronisch eingespritzt".
    Ziemliche Krisenstimmung bei uns deswegen. Kurzarbeit ab irgendwann ist nicht ausgeschlossen.


    Verrückt. Aber das ist bei Arbeitsteilung mit hoher Spezialisierung auf hohem Komplexitäts- und Qualitäts-Niveau eines Produktes tatsächlich eine logische Folge ... .


    Das soll jetzt nicht überheblich oder wie ein Unternehmensberater klingen, aber ich denke als Biologe (organisatorisch / systemtheoretisch / à la Bionik) folgendes dazu:
    Die Natur würde sowas anders und krisenfester "lösen": Aufsplitterung der Teilprozesse (hier: Produktion) in spezialisierte Arbeitsbereiche die für sich genommen ersetzbar sind.
    Am Ende kann dann dennoch ein komplexes Produkt stehen, aber der Ausfall eines Teilbereiches darf eigentlich nicht essentiell sein für alles. ...


    Ein einfaches Beispiel, das mir gerade einfällt: Die dezentrale Steuerung der Insektenbeine (oder bei Tausendfüßlern auch), wobei der Ausfall vieler Beine oder großer Bereiche des Nervensystems dennoch die Fähigkeit der Fortbewegung nicht leicht auslöschen kann.



    Gruß,
    gutso


    PPS: Viel Glück ;)

    Aber was ist mit den Billionen USD Guthaben, die die Japaner halten? Japan ist Gläubiger und nicht Schuldner.
    Und nachdem, was ich gelesen habe, ist die vom Tsunami zerstörte Region gerade mal für weniger als 5% der japanischen Wirtschaft zuständig. Wäre so, als wenn bei uns die Wirtschaftskraft von Mecklenburg fehlen würde.
    Falls dieser nukleare Failout in Grenzen gehalten werden kann, dann geht Japan nicht unter.


    Ja, ich denke auch nach allem was man hört muss der Erdbebenschaden für die Wirtschaft als Stimulus angesehen werden (mal wirklich unabhängig vom Leid das die Menschen ertragen müssen), so wie wir dies ja am Wochenende auch noch meist gesehen haben.
    Aber die Nuklearkatastrophe ist in der Lage das Land schwer zu lähmen, unabsehbar vor allem, für was das dann alles Gift ist: Die Börsen, die Neuinvestitionen, Tourismus, Binnenkonjunktur etc. ...


    Und: Gläubiger sind sie ... nur ist der Schuldner eigentlich ebenfalls bankrott ... . :D


    Da gibts ne hübsche Tarot Karte dazu (die zwei haben sich lieb):


    [Blockierte Grafik: http://www.learntarot.com/bigjpgs/pents05.jpg]


    ;)


    Grüße,
    gutso

    USA ist der safe Heaven for global Money....sagt Robert Reich


    http://www.youtube.com/watch?v=KC6Uefl8s2w


    So wie ers erzählt klingt es in sich schlüssig, aber ehrlich gesagt spricht mein Instinkt 180% dagegen.


    Sagen wirs so: vorübergehend ja, aber dann? Wird nicht China und Russland ebenfalls profitieren und demgegenüber stabil erscheinen?
    Und einige der stabilen andern Schwellenländer - Brasilien, Indien ... .


    Und auch für Europa spricht einiges - trotz Krise!


    Am Ende könnte es zwar Umschichtungen geben, aber nicht allein so klar in Richtung USA, wie es Robert Reich glaubt, denke ich.
    Die Welt ist nicht mehr so stark auf die USA ausgerichtet seit der Subprime Krise 2008, China wird z.B. zunehmend ernster genommen (obwohl sie eine Diktatur sind).



    Gruß,
    gutso

    Hier mal ein interessantes Spielzeug mit vorher/nachher-Bildern:


    http://www.abc.net.au/news/eve…uake-2011/beforeafter.htm


    Das ist wirklich beeindruckend. Ich hab von den Überblendbildern heute gehört, konnte mir aber nix vorstellen darunter. Auch die Bilder von den Atomanlagen (Fukushima I und II) sind erschütternd, man sieht dass die Fluten ungehindert alles überrollt haben ... .


    Nicht nur nicht genügend Erdbebenschutz war also ein Problem, auch fehlender Schutz vor Tsunamis. ... Eigentlich kaum zu glauben sowas in einem solchen Land.


    Gruß,
    gutso

    Danke Peter, die les ich gleich mal durch ... .


    Hab jetzt auch was Hilfreiches;M bin über den Source Code gegangen im FTD Ticker, um die Google Map mit Illustrationen zu finden, - nun, hier ist sie:


    FTD Codegenerator: Google-Karte mit illustrierten Lufaufnahmen zu Japan


    Nettes Spielzeug, aber weit mehr als das ... da das alles ständig aktualisiert wird ist es möglicherweise WIRKLICH HILFREICH!


    So sieht das dann aus:



    (Das hier ist aber nur ein ScreenShot, da gibts nix zu klicken; nur den Link oben verwenden! 8) )



    Gruß,
    gutso


    PPS: Ich pack das hier auch ins erste Posting, dafür scheints mir gut genug, - ums später leichter wieder zu finden!

    Die DPA nennt die Vorgänge an der Tokioter Börse immerhin schon "Crash"


    http://www.zeit.de/news-032011…-20110315-645-29270950xml



    An anderer Stelle stehts noch anders: Da wird unter Händlern häufig noch die Reaktion in den Indizes mit "technischen Reaktionen" begründet. Der kommende Ausfall eines G8-Landes im Wechselspiel der Weltwirtschaft geht ihnen offenbar als Vorstellung zu weit.
    Könnte aber so kommen. Und allein das "Könnte" "sollte" für die Börse allemal als Begründung langen ... und wenns dann wirklich so kommt und in den Zeitungen steht ... dann wärs vermutlich der Kaufzeitpunkt für neue (sinnvolle) Engagements.
    Sell on good news mal umgekehrt hier als: Buy on bad facts.


    Und dann das hier: Beinahe schon lustig. Die Amis horten Kaliumiodid. Also kommt die Nachricht doch auch in den USA inzwischen zu Gehör ... am Wochenende war davon noch nix zu spüren ... .


    Zitat

    16:24 Zahlreiche Amerikaner kaufen Jodtabletten, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Nach Angaben des "Wall Street Journal", sind einige Präparate bereits ausverkauft. Dabei hatte die US-Atomkontrollbehörde gesagt, es sei "sehr unwahrscheinlich", dass Strahlung von Japan nach Hawaii oder auf das US-Festland gelange. Das Gesundheitsamt in Kalifornien warnte, dass Jod allergische Reaktionen hervorrufen könne und daher nicht ohne Grund und Anweisung eingenommen werden sollte.
    Zahlreiche Anbieter wie Anbex berichteten von Engpässen. "Diejenigen, die keine Jodtabletten mehr bekommen, brechen in Tränen aus. Die Menschen haben Angst", zitierte das "Wall Street Journal" Anbex-Präsident Alan Morris.


    Vorsicht vor Überiodierung!


    Sendung von vor ein paar Jahren ... [tube]hsn19BNmqs8[/tube]


    Gruß,
    gutso


    Hmn. Ist ziemlicher Nonsense von dem Risikomanager ... würde ich mal sagen ... Hier, z.B.:


    Zitat

    Unterdessen berichtete auch Russland von erhöhten Strahlenwerten in östlichen Teilen des Landes. In Wladiwostok rund 800 Kilometer nordwestlich von Fukushima wurden erhöhte Werte gemessen, wie die örtlichen Behörden mitteilten.


    Und in Tokio sowieso ... .


    http://www.zeit.de/gesellschaf…fukushima-strahlung-tokyo


    Gruß,
    gutso


    PPS: Diesen Link aus dem Gelben Forum fand ich gut, Wetter & Strömungswerte, allerdings vorsicht: das kommt immer auf die Höhe vom Erdboden aus an! Immerhin ist das Zeug schon nach Wladiwostok gekommen, das legen die normalen Winde überhaupt nicht nahe!


    http://www.kachelmannwetter.de/japan/japan.html


    Zur Schwierigkeit der Vorhersage die NZZ, wieder mal ne erstklassige Beschreibung:


    Zitat


    Winterliche Tiefdruckgebiete


    Um diese Jahreszeit herrscht im Nordosten Japans wechselhaftes Wetter, und es kommt regelmässig zu Niederschlägen. Die havarierten Reaktoren von Fukushima Daiichi liegen auf einer nördlichen Breite von rund 37 Grad. In jener Region entwickeln sich laut Eugen Müller im Winterhalbjahr regelmässig Tiefdruckgebiete. Sie ziehen mit der vorherrschenden allgemeinen Westströmung über den Pazifik vorwiegend Richtung Kanada und Alaska.


    Je nach ihrer vertikalen Verteilung innerhalb der Luftschichten können radioaktive Partikel aber auch bis über das Nordmeer Richtung Westen verfrachtet werden. In verschiedenen Höhen wehen die Winde in verschiedene Richtungen und in verschiedenen Stärken. Wie sich die Teilchen auf welcher Höhe konzentrieren und wie viel Radioaktivität mit den Niederschlägen ausgewaschen wird, lässt sich beim derzeitigen Wissensstand nicht sagen. Denn weder die Menge der ausgetretenen Strahlung noch deren Konzentration sind bekannt. Zudem verharren die Luftpartikel nicht auf konstanter Höhe, und sie werden deshalb nicht alle in die selbe Richtung transportiert.


    http://www.nzz.ch/nachrichten/…tter_japan_1.9903997.html

    Sinn und Zweck von Atombomben ist es ja 'nen guten Rumms zu machen - da liegt es im Interesse der Entwickler, den Wirkunsgrad so hoch wie möglich zu bekommen, weshalb wenig Material zum Strahlen übrigbleibt. Untersuchungen hat es in der Tat gegeben, die Amis waren direkt nach der japanischen Kapitulation vor Ort und haben alles akribisch festgehalten. Diese Ergebnisse wurden von deutschen Forschern in den 90ern ausgegraben und es fand eine erneute Untersuchung statt... wieso man von alldem nichts gehört hat? Naja, vielleicht wäre dann der Panikfaktor bei Atombomben weggefallen? Derzeit entweicht Radioaktivität in gigantischem Ausmaß und man ist dazu übergegangen, das zur Kühlung genutzte Meerwasser nicht aufwändig zu reinigen sondern direkt zurückzupumpen. Darüberhinaus ist noch längst nicht alles kaputt, was höchstwahrscheinlich kaputtgehen wird.



    Ich glaube diese paar Zeilen liefern wieder ein paar wichtige Details. ... Das dürfte so stimmen! Nur: dann ist die Sache in Fukushima LOKAL eben doch möglicherweise WESENTLICH schlimmer als Chernobyl einzuschätzen.
    Alles hängt davon ab, wieviel Material in den Containments verbleibt ... wenn aber zusätzlich in den Abklingbecken der A-Schrott beginnt, abzufackeln, dann ... brauchen wir über Containments und Fukushima-Chernobyl-Vergleiche nicht mehr unterhalten.


    Dann bekommt die Sache nämlich eine gänzlich eigene Dynamik & Dimension!



    Gruß,
    gutso


    A propos: Mittlerweilen Alarm in 12 Reaktoren!


    http://www.nzz.ch/nachrichten/…eschaedigt_1.9902556.html


    Die Neue Züricher Zeitung berichtet auffällig kompetent in dieser Krise (sie waren mit ihren Hintergründen zum Thema von Anfang an mit Abstand die besten) und scheint mir hier sogar der Süddeutschen und der FAZ überlegen zu sein. Ich bin beeindruckt ... . Guter Journalismus, Hut ab.

    "Wie wirkt sich ein atomarer GAU auf die internationale Wirtschaft aus?"


    Conrads macht gute Geschäfte. Immerhin. Aber Conrads ist nicht die Weltwirtschaft.
    Ich würde gern mal wieder zum Thema des Strangs zurückkehren.
    Vor wenigen Tagen war man sich einig, dass mit der Eurokrise, den Tumulten in Arabien, der Pimco-Entscheidung bzgl. amerikanischer Staatsanleihen u.a.m genug brisante fundamentale Daten am Markt waren, um vor einem wie auch immer gearteten Knall nicht überrascht zu sein. Und nun kommt diese japanische Katastrophe noch dazu.
    Wird sich substanziell etwas ändern oder werden wir in 3 bis 4 Wochen zur Tagesordnung übergehen, mit einem etwas leichterem Dax und eins bis zwei Zehntel weniger Wachstumserwartung ?


    Tja, für mich persönlich sind die Auswirkungen auf die Schattenbanken (Hedge Funds etc.) am Spannendsten, da hier seit dem sie seit dem Jahr 2000 nix mehr offen legen müssen, die größten Summen in Frage stehen. Wie ich gestern am Beispiel Canaccord und der Uranium One Aktie gezeigt habe, müssen sich da einige ganz schön im Energiesektor verzockt haben. ... Nicht bloß nebenbei und ein wenig, sondern eben schlicht systematisch und im großen Maßstab verzockt!


    Hier kann man das nochmal sehen, mit der Kaufsempfehlung von Seiten Canaccords ... das war wenige Tage vorm Knall:


    Aus gegebenem Anlass: Wie wirkt sich ein atomarer GAU auf die internationale Wirtschaft aus?


    Außerdem ist Japan de fakto: Bankrott.
    Denn wenn mittelgute Schuldner mit 200% ihres BIP in der Kreide stehen dürfen - ok. Japan ist in diesem Zustand aber nicht mal mehr ein mittelguter Schuldner.
    Zudem wird es jetzt absehbar auf Jahre hinaus eine Reihe an Neuverschuldungen hinnehmen müssen.


    Für unsere auf reines Wachstum ausgerichtete Wohlstandswelt der Industriestaaten bedeutet das Erdbeben in Japan und der folgende multiple GAU in Fukushima, wenn man es mal ehrlich nimmt, das Ende. Das habe ich im Eingangsposting längst nicht so drastisch gesehen und PatroneLupo hatte da den besseren Riecher.
    Mittlerweile denke ich dass dies hier wieder eine Art Vertrauensverlust ins Gesamtsystem dazu addiert, der nicht schnell wieder gut zu machen ist.
    Und zwar international ... wobei ich das Gefühl habe, z.B. in den USA interessiert das Thema noch kaum jemanden. Wäre nicht das erste mal in den letzten 20 Jahren, dass die USA einen grundliegenden Trend verpennen.
    Warum das Ende für unsere !Billig-Billig-Schnell-Schnell-Wachstum-Geil!!!"-Gesellschaft?


    Weil sich mit der Subprime Krise aber auch hier wieder gezeigt hat, dass schnelle und billige Lösungen, die hohe Risiken beinhalten (verpackt als sogenanntes vernachlässigbares "Restrisiko", ganz ähnlich wie bei den US-"Subprimes") ein dünnes Eis sind, auf dem keine tragfähige Zivilisation aufrecht erhalten werden kann!


    Das selbe gilt für das an diese Unkultur angekoppelte Papiergeldsystem mit beliebigen Vermehrungsraten.


    Auf Pump mit Aktien oder Immobilien spekulieren wäre auch so ein Beispiel, das jeder theoretisch im privaten Bereich selber praktizieren könnte.
    Das ist keine Nachhaltigkeit, keine Kultur, das ist dumm. Ohne tragfähige Kultur geht es aber auch in der Wirtschaft nicht! Denn tragfähiges Wirtschaften ist nichts für Dumme.



    Gruß,
    gutso


    PPS: Dazu hier auch nochmal der Link zur südindischen Affenfalle, aus Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten : Die Südindische Affenfalle


    http://www.ralfklonowski.de/01…/08_texte/werte/falle.htm

    Zuerst die News ...


    Zitat


    Steffen Mayer und Katrin Aue | 13:02
    Alte Brennstäbe in Fukushima sind die neue Gefahr


    Im beschädigten AKW Fukushima lagern noch alte Brennstäbe. Weil das Wasser im Kühlbecken kocht, drohen sie sich selbst zu entzünden.


    Mittlerweile soll hiervon die größte Gefahr ausgehen, weil man die leckgeschlagenen Abklingbecken nicht einfach flicken kann ... Die Brennstäbe brauchen Jahre um überhaupt transportierbar zu sein. Das lässt auch tief blicken auf den Dreck der sich in den 6 Reaktoren jetzt per Schmelze zusammenbraut.


    Hier nochmal ein Überblicksfoto:


    [Blockierte Grafik: http://www.welt.de/multimedia/archive/01336/Grafik_Fukushima_K_1336189z.jpg]


    _______________________________


    Zitat

    +++ Experte: Evakuierung Tokios unmöglich +++


    [13.58 Uhr] Eine Evakuierung von Japans Hauptstadt Tokio zum Schutz vor einer radioaktiven Verstrahlung ist nach Einschätzung eines deutschen Experten völlig unmöglich. "Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar", sagte der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach, der Nachrichtenagentur dpa. Im Großraum Tokio leben 35 Millionen Menschen. "Eine Evakuierung von solcher Dimension hat es nie zuvor irgendwo auf der Welt gegeben", so Reichenbach. "Eine Metropole wie Tokio zu evakuieren, überfordert auch ein gut vorbereitetes Land. Denn man muss die Leute ja nicht nur rausbringen, man muss sie auch unterbringen, ihre elementarsten Bedürfnisse wie Wasser, Sanitäranlagen oder Unterkunft decken."


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