@ Chessna
... damit nahm ich Bezug auf den Titel dieses Stranges, weil es ja bereits mehrere Japan-Stränge gibt, u.a. "Spenden für Japan" etc.
Es ist nun mal so! Es wäre einfach von mir geheuchelt, wenn ich Tränen wegen der dortigen Opfer vergiessen würde. 10000 oder mehr, eine gewaltige Zahl. Und gewaltiges Leid in jeder betroffenen Familie. Auch ich habe eine Familie mit Kindern und kann mir daher nur zu lebhaft vorstellen, wie leidvoll dergleichen Verluste wären. und wenn mich dann nahe Menschen trösten würden, wäre das wahrscheinlich sehr hilfreich. ABER ich würde kein Mitleid von Japanern oder sonstigen Leuten vom anderen Ende der Welt erwarten; es würde mir auch nicht helfen...
In arme Länder schickt man dann Hilfsgerät und Ärzte. Die Japaner werden sich selbst helfen können, wenn dies denn überhaupt möglich ist, sollten diese AKWs wirklich die Gegend verseuchen. Und falls sie weitere Hilfe brauchen, werden sie sie schnell bekommen. Selbstredend!
Aber mal angenommen, es geht nicht weiter über das jetzige Mass der Zerstörung hinaus, dann ist das rein global-ökonomisch betrachtet eine Fußnote. Der Wiederaufbau wird das Wirtschaftswachstum beflügeln. Die Japaner werden vielleicht sogar ihren privaten Sparstrumpf aufknoten und investieren bzw. konsumieren.
Manchmal lockern Katastrophen sogar die verhärteten und festgefahrenen Verhaltensweisen. Und davon haben die Japaner auch mehr als genug...
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Also gut.
Hier gehts natürlich nicht nur um Wirtschaft. Wer mich kennt, weiss, dass ich unser Geld- und Wirtschaftssystem eher als kulturelles Phänomen verstehen würde.
Aber da für mich am Samstag absehbar war, dass sämtliche Schutzengel und Teufelchen des Goldseitenforums hier im Thread umhertrollen würden, habe ich bewusst diesen - zugegeben - etwas furztrockenen Titel gewählt. Er soll euch einfach daran erinnern, dass Gesalm von Gesalm kommt und Geld von Geld!
Und: BEIDES
ist BELIEBIG
INFLATIONIERBAR!
Zumindest in der Kultur unserer Zeit. Eine Wegwerfgesellschaft eben. Ein "Zettel-Traum", Papierkrieg, Plastic Passion.
Den Japanern helfe ich damit nicht, wenn ich hier mit euch über die Geschehnisse in Japan nachdenke.
Aber: die Hilflosigkeit weicht dem Gefühl, wenigstens verstehen zu wollen und nach und nach auch zu können, was vor sich ging und geht.
Nur so kann man für sich selbst sinnvolle oder wenigstens gut begründete Schlüsse draus ziehen.
Und dies hatte und habe ich auch vor. Denn die Ereignisse sind gravierend.
Insofern sollen gern ein paar Leute aus verschiedensten Gründen schimpfen, über das was hier geschrieben wird.
Jeder inhaltsleere Haufen, der hier rein gesetzt wird, mag zwar gleichzeitig eine Duftmarke sein.
(Sowas wie "Graffitti", oder die "Ich war hier - 12.07.1993" Schnitzereien in Bierbänken.)
Aber jeder inhaltsleere Haufen, der hier rein gesetzt wird, sagt auch, - da es sich nun mal gleichzeitig um persönliches Geistesgut handelt, - mehr über den Zustand im inneren des Kopfes desjenigen aus, der in "ausdrückt",
als über den Ort,
wo dies genau
geschieht.
Gruß,
gutso