Hallo zusammen,
ich denke, dass der Sachverhalt sehr viel komplexer ist und (als (z.Z. verwaister) Doktorand der Ethik), dass die ethische Wahrnehmung und Beurteilung sehr viel differenzierter vorgenommen werden sollte.
Als zusätzlich angehender Finanzökonom habe ich mich mit der Thematik Optionsscheine zwar schon ein bisschen beschäftigt, dennoch aber auch noch grundsätzliche und für mich wesentliche Fragen an die Profis:
1. Gehe ich richtig in der Vermutung, dass ein OS dieselbe implizite Volatilität zu einem bestimmten Zeitpunkt hat, egal ob der Emittent diesen OS verkauft oder wieder zurückkauft? Dann würde ich daraus schließen, dass der Emittent mit der impliziten Volatilität nicht 'schummeln' kann und will, sondern bestrebt ist, sich möglichst der Benchmark zu näheren, wie Festus es beschrieben hat, um sich am Markt behaupten zu können.
2. Welche Rolle spielt die Volatilität bei Knock-Out-Zertifikaten?
Im aktuellen Marktumfeld vermute ich, dass - ggf. nach einer gewissen weiteren Erholung - die wichtigsten Märkte weiter nachgeben werden (vgl. auch Marc Faber in der heutigen WiWo, zumindest online abrufbar). Da die implizite Volatilität nach den jüngsten Marktbewegungen nicht mehr gering ist, dürften Put-Knock-Out-Zertifikate mit genügend Sicherheitsabstand zur Knock-Out-Schwelle weniger Risiko (aber auch Chancen) im Vergleich zu klassischen Put-Optionsscheinen haben. Nun habe ich mich gewundert, als ich bei Onvista einen Szenario-Rechner für Zertifikate gefunden habe, der auch die Volatilität abfragt. Warum das? Ich denke, dass bei Knock-Out-Zertifikaten die Volatiliät eben KEINE Rolle spielt.
Vielen Dank für sachliche Klärungen!
Viele Grüße
Anleger
P.S. Ich denke, dass Optionsscheine auch für Privatanleger sehr geeignet sein können. Ich selbst habe bisher nur 3 Optionsscheine gewagt. Jedesmal mit Erfolg (Silber-Call, Silber-Put, DAX-Put), bis hin zu einigen Hundert Prozent Gewinn. Es ist risikoreich, aber man kann damit umgehen.