Schuldenblasen und Gold
12:40 Uhr | Mack & Weise
Schenkt man den jüngsten Äußerungen diverser US-Notenbank-Vertretern
und den die Markterwartungen stets erfüllenden rosigen
US-Konjunkturstatistiken Glauben, dann haben die USA die laut
Ex-Fed-Chef Bernanke „schlimmste Finanzkrise in der weltweiten
Geschichte, einschließlich der Großen Depression“ endgültig überwunden.
Gleiches glauben inzwischen auch die »Märkte«, deren
Zins-„hike“-Erwartungshaltung an das kommende Fed-FOMC-Meeting
(15./16.12.) nach über einem Jahr Dauerankündigung (und -enttäuschung)
aktuell so stark ausgeprägt ist wie nie zuvor.
Nach fast exakt
sieben Jahren »Nullzins-Tanz« und drei billionenschweren
„QE“-Fed-Bilanzausweitungen wollen Yellen & Co nun freiwillig die
»Musik leiser drehen«. »Dank« der »Finanzierung« mit der Druckerpresse
eines hoffnungslos überschuldeten Weltleitwährungs-Staates hat sich
nicht nur dessen Verschuldung seit Ende 2008 um 76% auf aktuell 18.827
Mrd. USD erhöht, auch glaubt »Joe Sixpack« nach einer Steigerung seines
kreditfinanzierten Konsums um 32% auf einen neuen Rekordwert von 3.499
Mrd. USD (09/2015) sich nun die zweithöchste Gesamtverschuldung – 14.045
Mrd. USD (Q2 2015) – »gönnen« zu können/zu müssen!
Dem Lockruf
des billigen Kredits sind aber auch die US-Unternehmen gefolgt, die sich
unter Verdopplung ihres Verschuldungslevels gegenüber 2007 auf dem
Kreditmarkt mit aktuell 8.117 Mrd. USD (Q2 2015) so hoch wie niemals
zuvor verschuldet haben!
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Kann
die Fed bei einer offiziellen US-Gesamtverschuldung von über 59.000
Mrd. USD nun tatsächlich einen Zinsanstieg verkünden, ohne dass das
2008/2009 bereits schwer erschütterte und unter Nullzins-Bedingungen um
rund 5.500 Mrd. USD vergrößerte Kreditkartenhaus abermals ins Wanken
gerät?
Obwohl die US-Wirtschaft bereits im Sommer 2009 dank u. a.
eines 787 Mrd. USD schweren Konjunkturprogramms bzw. des am 16.12.2008
definierten Nullzinses nach nur 18 Monaten offiziell aus ihrer »Great
Recession« herausfand, so kann das seit Jahresbeginn 2009 erzeugte
Wirtschaftswachstum in Höhe von 3.485 Mrd. USD im Vergleich zum Aufwand –
die Staatsverschuldung wuchs um 8.128 Mrd. USD, die Fed-Bilanz um 2.211
Mrd. USD – nur als Desaster bezeichnet werden.
Selbst die
inzwischen erreichte Vollbeschäftigung, die so manch einen an das Wunder
des Herbei-drucken-Könnens von Jobs durch die Fed glauben lässt, ist
nur ein statistischer Witz! Denn weder ist diese angesichts einer auf
den tiefsten Stand seit Oktober 1977 notierenden Erwerbsquote (62,4%)
glaubwürdig, noch dürften selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
alle die von den Statistikern »ausrangierten« 94,5 Millionen Amerikaner
(+13,9 Mio. seit Ende 2008!) die Sonnenseite des American way of life …
ohne einen Cent Erwerbseinkommen genießen können.
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Das
Dilemma der Fed, den »Märkten« einerseits den Glauben an den
US-Statistikzauber nicht nehmen zu dürfen/zu wollen und andererseits den
wahren Zustand der US-Wirtschaft aber genau zu kennen, wurde durch die
jüngste vom »Markt« bejubelte Aufwärtsrevision der Q3-BIP-Daten von 1,5%
auf 2,1% p. a. sicherlich nicht kleiner. Denn das, was der »Markt« als
Zinserhöhungsargument geliefert bekam, fand seine Ursache vordergründig
in der kräftigen Aufwärtsrevision der Lagerbestände, welche die bereits
seit geraumer Zeit sichtbare Schwäche der US-Wirtschaft (siehe
rückläufige Auftragseingänge oder die stagnierende Industrieproduktion)
lediglich bestätigt!
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Angesichts
der sich immer stärker aufpumpenden Verschuldungsblasen – nach
Abwendung der Ende Oktober akut drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA
wuchs die Staatsverschuldung allein nur im November um 674 Mrd. USD (!)
an – kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Fed mit ihrer
»Zinswende« schon Jahre zu spät dran ist. Wer aber will schon freiwillig
in die Geschichtsbücher als derjenige eingehen, der nicht nur die
selbstverursachte US-Verschuldungsblase zum Platzen gebracht hat,
sondern obendrein auch noch die Zinsen just im Moment wirtschaftlicher
Schwäche anhebt – natürlich niemand!
Obwohl die Geldpolitik
inzwischen deutlich an ihre Grenzen gestoßen ist, und die globale
Anleiheblase mit inzwischen rund 6.000 Mrd. USD an negativ (und rund
17.000 Mrd. USD unter 1%) rentierenden Staatsanleihen das Endspiel des
überschuldeten Kreditgeldsystems ankündigt, initiierten die
Papiergold-Derivateplayer mit Verweis auf den nun sicher kommenden
(Mini-)Zinsanstieg einen kräftigen Preisrutsch der Edelmetalle Gold und
Silber. Angesichts aber der Konsequenzen, die aus einer US-Zinsanhebung,
aber auch aus der notwendigen Vertagung auf den St.-Nimmerleins-Tag
resultieren könnten, ist und bleibt Gold (und Silber) erste Wahl.
Schließlich
könnten sich die letzten Jahre des hemmungslosen Aufschuldens und die
Verwandlung der Volkswirtschaften in eine zentralgelenkte
Kommandowirtschaft jederzeit als Ruhe »vor dem Sturm« erweisen, dem die
Notenbanken nur noch problemverschärfende
Schuldenmonetarisierungsprogramme (Inflation) entgegenstellen können.
„Wir werden das tun“, so EZB-Chef Draghi, „was wir machen müssen, um die
Inflation so schnell wie möglich zu erhöhen“ … und ausgerechnet dann
soll Gold keinen Sinn machen?
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