Auch in Österreich schlagen Polzeibeamte unverhältnismäßig zu.
Im Dezember verstarb ein Häftling der Justizanstalt Hirtenberg im niederösterreichischen Bezirk Baden. Der 30-Jährige starb an den Verletzungen, zu denen es im Zuge eines Häftlingstransports gekommen sein dürfte, wie das Justizministerium kürzlich selbst bekanntgab
Der Mann sollte aufgrund einer medizinischen Anordnung in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses gebracht werden. "Nach derzeit vorliegenden Informationen wehrte sich der Insasse massiv dagegen, wodurch er und sechs Justizwachebeamte in unterschiedlichem Ausmaß verletzt wurden", hieß es vom Justizressort. Die Justizwachebeamten hätten unverzüglich Erste Hilfe geleistet und notfallmedizinische Kräfte alarmiert. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er jedoch noch am Abend desselben Tages starb.
Ballistische Westen und Sturmhauben
Eine Recherche der Wochenzeitung Falter erhebt nun schwere Vorwürfe gegenüber den Beamten im Strafvollzug und der Justiz, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die Justizwachebeamten hätten versucht, den 30-Jährigen vom Gefängnis in die Krankenanstalt zu überstellen, als er sich in einem akut psychotischen Zustand befunden habe. Anstatt ihn zuvor mithilfe eines Arztes zu sedieren, hätten die Beamten sich laut Falter mit "Einwegschutzanzügen", ballistischen Westen und sogenannten "Anonymisierungshauben", also Sturmhauben, für den Einsatz gerüstet.
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