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Wende bei Rohstoffpreisen
Frankfurt - Wer derzeit beim Tanken flucht, denkt wohl kaum an China. Doch der dortige Boom ist auch verantwortlich für die gestiegenen Energiepreise. Das Land ist heute der zweitgrößte Verbraucher von Erdöl nach den USA. Tendenz: stark steigend.
Noch dramatischer sind die Verhältnisse bei anderen Rohstoffen. Bei Eisenerz beträgt Chinas Anteil am Weltbedarf schon 30 Prozent, bei Kohle 31 Prozent und bei Zement sogar 40 Prozent. Kein Wunder, dass die Rohstoffpreise in den vergangenen zwölf Monaten explodiert sind. Hedgefonds haben die Blase bei den Preisen für Nickel, Kupfer, Platin und Palladium noch verstärkt.
Doch inzwischen scheint der Gipfel erreicht. Die Ankündigung der chinesischen Regierung, dem unkontrollierten Boom Grenzen zu setzen, wirkt schon auf die Preise vieler Rohstoffe. Nur der Ölpreis strebt weiter von Rekord zu Rekord. In New York stieg der Preis pro Barrel in der vergangenen Woche bis auf Werte um 40 Dollar.
Mit einer Verlangsamung des chinesischen Wachstums dürfte sich auch der Preis für das schwarze Gold wieder auf ein niedrigeres Niveau zubewegen - hoffen zumindest die Volkswirte. "Wenn der Ölpreis jedoch auf dem gegenwärtigen Niveau bleibt, müssen wir unsere Wachstumsprognose für die Eurozone um 0,3 Prozentpunkte senken", sagt Holger Schmieding, Europa-Chefvolkswirt der Bank of America. Rodrigo Rato, der neue Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), sieht in einem solchen Fall auch das weltweite Wachstum im selben Maße gebremst. fhs
Ausgabe vom Sonntag, den 09.05.2004
Quelle: http://www.wams.de