Indien und China heizen Goldnachfrage an
Absatz des Edelmetalls 2004 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen
London - Der weltweite Goldverbrauch ist 2004 zum ersten Mal seit vier Jahren gestiegen. Das Wirtschaftswachstum in Indien, den USA und China kurbelte die Nachfrage nach dem Edelmetall an. Hinzu kam, daß Investoren zu Gold griffen, um sich gegen den schwachen Dollar abzusichern, erklärte der Branchenverband World Gold Council. Der Verband wird von Goldproduzenten wie Anglo American unterstützt.
Der Goldverbrauch kletterte vergangenes Jahr um acht Prozent auf 2725 Tonnen. In den drei Jahren davor war er jeweils zurückgegangen, erklärte Moaz Barakat, geschäftsführender Direktor beim Branchenverband: "Der höhere Wohlstand in Ländern wie Indien und China hat dazu geführt, daß sich die Stimmung verbessert hat und die Leute dazu angeregt wurden, zu kaufen", sagte Barakat in Dubai. Die Nachfrage aus Indien, dem größten Goldmarkt, wuchs so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr auf etwa 610 Tonnen, fügte er hinzu.
In Saudi-Arabien stieg die Nachfrage nach Gold erstmals seit vier Jahren, nachdem der Wohlstand mit den höheren Ölpreisen anstieg. "Die Leute hatten eine Menge Geld zu ihrer Verfügung und wußten nicht wohin damit", so Barakat.
Dank der steigenden Goldnachfrage dürften auch die Preise weiter anziehen. In den letzten zwölf Monaten hat sich Gold drei Prozent verteuert, während der Dollar gegenüber einem Korb von sechs Währungen im selben Zeitraum vier Prozent verloren hat. Dazu trugen unter anderem auch die gestiegenen Defizite in der US-Handelsbilanz und im US-Haushalt bei. Vergangene Woche schlossen Gold-Terminkontrakte für April an der New York Mercantile Exchange bei 428,10 Dollar je Unze.
Barakat geht davon aus, daß die Nachfrage nach Gold im laufenden Jahr um weitere fünf bis sechs Prozent steigen wird und begründet dies mit dem weiterhin starken Wirtschaftswachstum und dem schwachen Dollar. Dabei dürften vor allem Indien und China für weiteres Wachstum sorgen.
"In Indien wird Gold auch weiterhin ein wichtiges Investment bleiben, weil es einen emotionalen Wert hat und der Durchschnittsinder immer mehr Geld im Portemonnaie hat", erläuterte Rajini Panicker, zuständig für Research bei Refco in Mumbai. Bloomberg
Artikel erschienen am Mi, 2. Februar 2005