In Rand, in was denn sonst?
Gruß
S.
21. Februar 2026, 04:54
In Rand, in was denn sonst?
Gruß
S.
Ja, 1/3 der Rand Refinery gehört Sibanye. Die Prägung von Krügerrands wurde m.W. aber verkauft, d.h. die Rand Refinery stellt nur noch die Barren zur Verfügung.
Gruß
S.
Hallo Saccard, hier mal ein etwas ausführlicherer Artikel über ZA
http://www.reuters.com/article/2013/07/0…E96607120130707
Beste Grüsse
Neo
Hi Saccard ![]()
vielen Dank für Deine posts bisher, ich freue mich über jede neue Einschätzung der Lage (natürlich hauptsächlich bezüglich Sibanye ) von Dir!
Viele Grüße und viel Erfolg mit Deiner Strategie ![]()
Teddy
Hallo zusammen,
Neo link funktioniert leider nicht mehr, warum ging es in dem Artikel denn?
Ich will hier ja keine Lorbeeren einheimsen, ich denke wir wissen alle, daß die Lage in Südafrika nicht die rosigste ist, andererseits aber gibt es Potential unabhängig vom Goldpreis, wo sonst kann man so etwas heute noch sagen?
Z.B. die von mir auch hoch geschätzten Barrick haben sich schlechter entwickelt als Sibanye. Ich denke wo auch noch Potential liegt, ist Pretium. Natürlich mit ganz anderer Ausgangslage durch die unsichere Finanzierung.
Wichtig ist, daß man sich bezüglich Südafrika nicht verrückt machen läßt. Wenn gestreikt wird - wovon ich ausgehe - trifft es alle. Und den Rand erwischt es dann wohl auch. Ich wäre jedenfalls sehr vorsichtig was vermeintlich sichere Aktienkursbewegungen bei Streiks oder keinen Streiks nach oben oder unten angeht. Ich halte min. die nächsten 3 Monate was immer auch passieren mag.
Gruß,
S.
Was mir auch nicht schmeckt ist das: http://german.china.org.cn/bus…7/10/content_29382858.htm
Ausserdem habe ich irgendwo gelesen, dass die Inder Ihr Gold nicht mehr beleihen dürfen.
Ich könnte mir vorstellen, dass das ein wesentlicher Bestandteil der Kreditaufnahme in Indien darstellt.
hmm...
Also Neo, da erwarte ich einen interessanten Artikel und stoße auf einen, den ich schon gelesen hatte. Ziemlich unausgewogen, du kannst davon ausgehen, daß eine Mine, die in der Anfangsphase des Goldabbaus in Südafrika schließen mußte, geologische Probleme hatte.
Auch ist die Darstellung, daß man die Schwarzen quasi als Sklaven hat schuften lassen totaler Unsinn. Gerade in der Anfangsphase waren die meisten Arbeiter eher Weiße. Es gab ja etwas zu verdienen und entsprechend viele Einwanderer. Johannesburg hatte damals eine lokale drei Säulen Wirtschaft: 1/3 Saloons, 1/3 Wettstuben und 1/3 Bordelle.
Die Bevölkerung um 1900 war nicht von den Schwarzen dominiert, im gesamten Land vielleicht hälftig aufgeteilt mit gerade im Norden eher höherem Anteil an Weißen.
Auch nehmen die Erzgrade nicht ab. So ein Reef muß man sich vorstellen wie eine 30-90cm dicke Platte mit 10, 20 oder 30 km Länge und Breite. Nur daß so ein Reef nun einmal leider mit 30 Grad Gefälle im Gestein liegt, es also immer tiefer hinab geht. Damit längere Anfahrtswege, schwererer Abtransport, mehr zu entfernendes Gestein ohne Goldgehalt. Im Reef selber liegen die Erzgrade eher bei 30 als bei 20 g/t.
Es ist nun einmal so, daß die überzogenen Löhne, mit denen man ja immerhin zwei Familien oder 9 Personen ernähren kann, 90 bis 95% des geschaffenen Werts an Arbeiter und Staat verteilt hat. Wenn das so bleiben soll, dann gibt es eben gar nichts mehr, dann fallen 10% der Ausfuhren Südafrikas auch noch weg (bzw. 20 wenn man Platin und ein paar weitere Rohstoffe hinzuzählt). Bei 40 Bewerbungen pro Stelle und gleichzeitig 100% Lohnerhöhungsforderung bei 25% Arbeitslosigkeit hat sich die Frage erübrigt, ob die Gewerkschaften überhaupt noch Kontakt zur Realität haben. Man macht einfach die Minen für sämtliche eigenen Probleme verantwortlich. Probleme wie der Versuch, mehrere Familien zu haben, in die Abhängigkeit von loan shark geraten zu sein oder über dubiose contract brokers arbeiten zu gehen. Hier würde sich keiner beschweren, wenn er als ungelernter Arbeiter bei freier Kost und Logis ein mehrfaches des landesüblichen Gehalts zur Verfügung hätte.
M.E. geht das Problem auch nicht darauf zurück, daß die Löhne zu niedrig sind. Vielmehr lebt in den Minen ein bischen Rassismus weiter, denn machen wir uns nichts vor: unskilled vs. skilled labour, das ist nichts anderes als Schwarze vs Weiße. Manche der Schwarzen können nicht einmal Lesen. Gemäß der Natur ist aber unter 140000 Arbeitern ein hohe Zahl von überdurchschnittlich intelligenten oder leistungsfähigen Arbeitern. Und diesen Schwarzen versperrt man den Weg, im Unternehmen Karriere zu machen. Es ist diese Aussichtslosigkeit, diese Perspektive für immer und ewig z.B. rock driller zu bleiben, was viele so wütend macht. Dazu das migrant labour System mit teilweise 12 Monaten Präsenzpflicht.
Meine Ansicht, daß der Goldpreis historisch zu teuer ist dürftest du kennen. Aber was ist derzeit historisch nicht zu teuer? Der Staat hat heute viel mehr Möglichkeiten, Nicht-Linearitäten zu schaffen. Die Große Depression ging gerade mal bis ca. 1940 bevor die Phase der realen Negativzinsen begann. Im Endeffekt hatte man historisch betrachtet ein Inflationsproblem für die nächsten 40 Jahre. Auf 1, 2 oder 5 Jahressicht bin ich eher negativ gestimmt, kann aber auf diese negative Sicht nicht setzen, da es keine wirklichen Alternativen gibt und Nicht-Linearitäten drohen. Auf 20 Jahressicht werden wir aber mit absoluter Sicherheit in einem komplett anderen Wirtschaftssystem leben, ein Unterschied wie z.B. USA 1934 vs 1954. Politisch werden alte Institutionen abgerissen und neue geschaffen, wir werden es erleben.
Die Minen werden jedenfalls ihr eigenen Ding machen, da gibt es neben dem Goldpreis noch so manche andere Stellschraube, die die Entwicklung beeinflußt.
Gruß
S.
Hallo Saccard, vielen Dank für Deine Antwort. Apropo Pretium ..
Hast Du Dir schon mal CA: KGI, CA: PG u. evtl AU:MML angeschaut?
LG
Neo
Die Medusa Mining wurden ja schonmal empfohlen, haben mir nicht so zugesagt. Billig sind sie, wenn auch nicht so billig. Dafür daß die keine vernünftigen Reserven ausweisen können (narrow vein, d.h. mehr Gold im Boden als ausgewiesen werden kann, da Geologie zu komplex) wiederum wahrscheinlich günstig. Ich glaube wenn es nicht die Philippinen wären würde ich zuschlagen.
Der Rest ist wie immer interessant, aber nicht mein Metier.
Ich kann dir aber mit Sicherheit sagen, daß diese Auswahl in Kombination eine sehr sehr gute Diversifikation darstellt, da alle drei Unternehmen vollkommen unterschiedlich sind.
Gruß
S.
Was spricht für Dich gegen die Philipinen?
Gold Fields Far South East Projekt. Da gibt es Schwierigkeiten mit der Lizenz.
Nun ja, Gold Fields ist aber auch auf eine langfristige Lizenz angewiesen. Sehr langfristig.
Gruß
S.
Der heutige Kursverlust bei Sibanye vernichtet fast den kompletten Gewinn von gestern. D.h. relativ zu anderen Minen hat Sibanye über 5% verloren und das bei der Meldung, daß neben einer Halbjahresdividende auch bis zu 35% des Gewinns ausgezahlt werden können. Das ist schon die zweite sehr positive Nachricht bei Sibanye, die durch starken und breiten Anstieg der Minen nicht nur ignoriert sondern sogar bestraft wird.
Gegenwärtig müßte der Nettogewinn bei ca. $1.50 je ADR liegen, d.h. bei 35% Auszahlquote läge die Dividendenrendite bei 16.4%. Wir sollten natürlich nicht vergessen, daß hier wahrscheinlich Streiks die Zwischendividende kaputtmachen werden. Trotzdem gehörte ja gestern z.B. Gold Fields zu den größeren Gewinnern, die genauso von Streiks betroffen wären.
Gruß
S.
Ich hoffe dass Sibanyje mit den Überschüssen zunächst mal ihre restlichen Schulden ab und Rücklagen aufbaut.
Sind immerhin noch 300 Mio USD Schulden und wer weiss ob der AU Preis doch noch tiefer fällt.
Genau das hoffe ich nicht. Die Verschuldung im Rahmen von einem Jahresgewinn ist vollkommen unkritisch, eher noch zu wenig um von einer gesunden Kapitalstruktur sprechen zu können.
Wenn ein Unternehmen nicht mehr überlebensfähig ist, geht es so oder so bankrott. Ob nun mit oder ohne Rücklagen, es wird nur hinausgezögert. Eine Hinauszögerung, die den Aktionären nichts nutzt, da keine Dividenden anfallen.
Börsen sind nur Spielcasinos mit dem netten Nebeneffekt, daß man Anteile an Unternehmen erwerben kann.
Verdienen können wir Aktionäre - abseits vom erratischen Spielcasino Börse, dessen Gewinne stets unsicher sind - NUR per Dividenden.
Ansonsten drohen japanische Verhältnisse: 5 oder 10 Jahresgewinne werden gehortet zum Schaden der Aktionäre. Beispiel Nintendo: Nintendo wird eher bankrott gehen anstatt den riesigen Cashberg für Aktienkäufe oder Sonderdividenden zu nutzen.
Oder Beispiel Takefuji: Nach der ganz an den Gesetzen vorbeigehenden Entscheidung, Schuldnern der letzten Jahrzehnte ihre Zinsen zurückzuzahlen, war der Untergang vorprogrammiert. Jeder cent Dividende blieb den Aktionären, die solide Bilanz (leverage 1:3 im Vergleich zu europäischen Banken mit 1:10 - 1:30) konnte den Bankrott nicht verhindern.
Gruß
S.
Kann ich nachvollziehen, was Du meinst - ist natürlich auch ein Punkt.
Je weniger Schulden und je mehr guthaben, desto weniger Abhängigkeiten bestehen eben auch.
Nin stell Dir mal folgendes vor:
GS lässt den AU-Preis solange untenhalten bis einige oder sehr viele der Minen hops gehen. Dann lässt GS alle aufkaufen.
Damit Sibanye davon verschont bleibt wäre ein bißchen Liqui in der Hinterhand sicher ganz gut. Damit lässt sich das Spiel einfach länger als bei den Mitbewerber aushalten .. mit der Konsequenz am Ende übrig zu bleiben, wenn die Phase vorüber ist.
(Bei GS liegt der Hebel EK zu Bilanz bei fast 600. Wer mit so einem Hebel arbeitet, bestimmt das Spiel, und zwar komplett. So ein Spieler hat auch kein Risiko, da er Herrscharen von Spezialisten hat, die alle Szenariein bis zum Kleinsten simulieren.)
Gruss
Neo
Also mal ehrlich: die laufenden Kosten sind so hoch, da bräuchte Sibanye mehrere Mrd. um wirklich sicher zu sein.
M.E. kann im Fall der Fälle die Lösung nur sein: Produktion runter, Leute raus, Minimalbetrieb und selektives High-Grading sowie eine Verständigung mit den Banken. Ich würde das nicht unterschätzen, überall ist ein Goldproduzent nur ein kleienr Kreditnehmer. In Südafrika sieht die Verhandlungsposition gegenüber den Banken aber schon deutlich besser aus, denn wenn es einem schlecht geht, dann geht es allen schlecht und Gold ist immer noch einer der Hauptexportartikel Südafrikas.
Barrick hat 15 Mrd., Sibanye 300 mio Verschuldung. Wenn Pascua-Lama wegfällt, sieht es bitter für Barrick aus. Als Faustformel gilt, daß bei riesigen Cashbeständen kleinste Änderungen im Aktienkurs zu gigantischen Bewertungsschwankungen führen, während hohe Verschuldung dazu führt, daß große Aktienkursbewegungen an der Bewertung fast nichts ändern, die equity ja immer "on top" zum Fremdkapital kommt.
Gruß
S.
Was ist eigentlicbh von folgendem Szenario zu halten? Kombiniert Deflation, Inflation und Globalisierungsungleichgewichte. Ich erinnere auch an Japan, wo wir bis 95 auch Deflation und starke asset price collapse + stark steigenden Yen hatten.
1. Goldpreis ist historisch gesehen bekanntermaßen zu hoch, wird sich halbieren
2. Immobilien historisch wesentlich zu teuer, Halbierung bis Drittelung, deflationärer Crash
3. ABER: das ganze in China. Gleichzeitig Vervierfachung bis Verzehnfachung des Yuan
4. Damit in der westlichen Welt Inflationsraten von 5-20% Minimum bei den Importpreisen. Alternativen zu vielen Dingen gibt es ja nicht mehr außerhalb Chinas.
5. Damit hohe Zinsen, fehlende Finanzierung der Staatsanleihenkäufe seitens Chinas und somit notwendige Fortsetzung der diversen QE Programme in der westlichen Welt.
Damit wären die chinesischen Immobilienpreise bereinigt, die ja intern gesehen extrem hoch sind, aus US$ Sicht aber immer noch günstig sind. Die lachhaft niedrigen Löhne der Chinesen - aus US$ Sicht - wären ebenso behoben. Der Goldpreis wäre wieder auf einem historisch normalen Niveau, durch Preisverfall in stabilen Währungen und Inflation in westlicher Welt. Kurz gesagt, es wären so viele wirtschaftliche Ungleichgewichte gelöst, soviele moralische Fehlentwicklungen ausgeglichen, daß dieses Szenario sehr viel Sinn macht.
Neben den nicht-linearitäten bei der Inflations-/Deflationsentwicklung die wir schon aus den 30ern kennen (Anleihecrash damals) haben wir heute mit der Globalisierung eine ganz andere Situation, die gleichzeitiges Auftreten von hohen Inflationsraten und leichten bis moderaten Deflationsraten in verschiedenen Ländern gleichzeitig bei extremen Währungsverwerfungen sehr wahrscheinlich macht.
Gruß
S.
Halo Saccard,
Deine ersten beiden Punkte würden eine gewaltige Aufwertung des fiat bedeuten. So etwas halte ich für extrem unwahrscheinlich. Auch in China wird schließlich nicht wenig Geld "geschöpft", nur dass es dort noch wirkt, weil es noch genügend Wachstumsspielräume gibt.
Alle Immobilieneigner mit Schulden wären bei Deinem Szenario pleite. Das wird die chinesische Führung nie zulassen, weil sie es nicht überleben würde.
Dass unser System sich dem Ende seiner Lebensdauer nähert, sage ich schon länger. QE ist der letzte Notnagel.
Gruß! Fritz