Zitatquote='Schoerner',
auratico,
ich kenne Deine bisherige Anlagestrategie nicht, aber der obige Kommentar läßt bei mir die Alarmglocken schrillen: Neid ist der absolut garantierte Weg in den Verlust. Er führt dazu, daß man nämlich Vergangenes in die Zukunft projeziert und den WIllen entwickelt, in Zukunft "dabei zu sein".
Keine Sorge, Schoerner, das mit dem "Neid" war natürlich ironisch gemeint, dafür das Chapeau für eine korrekte Voraussicht umso ernster. Und dass man den Willen entwickelt "dabei zu sein", halte ich für völlig normal, wenn man sich über seine Handlungen im Klaren ist. Oder wärest Du etwa gar stolz darauf, all die guten Anlagemöglichkeiten sowohl der Vergangenheit verpasst zu haben, wie auch die zukünftigen noch zu verpassen? Mein allergrösster Respekt in der gegenwärtigen Situation gilt sehr wohl denen, die die Abläufe am besten verstehen und dementsprechend handeln. Dazu hätte in den vergangenen Monaten (nicht Tagen, sondern Monaten, also im Rahmen einer mittelfristigen Entwicklung) durchaus hinzugehört, sein Spielgeld z.B. nicht in Minentitel sondern in Puts auf Finanzwerte zu stecken. Panik ist zumeist ein schlechter Ratgeber. Und physisches Gold hatte ich mir wahrscheinlich schon sehr lange vor dem Zeitpunkt besorgt, als Du, wie Du schreibst, deine Konten leergeräumt hast. Wenn alle bereits jetzt so radikal gehandelt hätten wie du, würde übrigens längst Blut auf den Strassen fliessen.
ZitatWarum glaubst Du, gibt es so wenige Trader, die langfristig erfolgreich sind? Weil irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo das bisherige Schema nicht mehr funktioniert. Irgendwann erwischt es jeden Zocker. Denn solange er erfolgreich ist, läßt er nicht die Finger davon - wäre ja auch absurd. So wie vllt. auch ein Warren Buffet trotz Langfriststrategie diesmal über den Jordan geht.
Sehe ich auch so. Nur: ich sprach von wenigen, gezielten Trades aufgrund einer korrekten Sicht der Dinge, die die Sache rund machen. Und schon gar nicht von einem schematischen Vorgehen. Nur das ist die hohe Schule für den Privatanleger, der seine Lektionen (und davon gibt es reichlich!) gelernt hat und mit offenen Augen auf das Geschehen blickt ohne Handlungszwang. Ein berufsmässiger Trader handelt in der Regel ständig, lebt von kurzfristigen Spreadgewinnen, sofern vorhanden - und das zur Gänze auch noch monstermässig gehebelt. Nein Danke!
Rechthaberei und Besserwissertum sind gefährliche Gefährten beim Investieren, und ohne Zweifel neigen viele Goldfreunde (bin selber einer) leider allzu oft zu einer solchen Haltung.
Wenn Gold durch die Decke schiesst, ist es mir zu diesem Zeitpunkt dann doch völlig egal, ob mein etwaiger Put auf die Autobranche, der Absicherungscharakter hat und ein Nebenschauplatz ist, dabei flöten gehen sollte und im Extremfall sogar, wie derzeit, vielleicht ein Emittent dazu. Im umgekehrten Fall - und genau den haben wir derzeit - hingegen freut es einen zu Recht, wenn man bei dümpelndem oder gar sinkendem Hauptinvestment anderswo richtig liegt. Solche Instrumente sind, bedingt durch ihren Charakter als Inhaberschuldverschreibungen, nur kurzfristig sinnvoll für Menschen mit einem klaren Risikoprofil, keinesfalls als Dauerlanlage oder gar Hauptinvestment, wie sie die schamlosen Banken in Form von Zertifikaten (Lehman) an Abertausende Ahnungslose (z.B viele Rentner) verkauft haben.
Schon vor jeder Finanzkrise war es so, dass 80% aller Calls und Puts wertlos verfallen sind, was völlig normal ist, denn sie dienen - ausser bei wilden Zockern, die gar kein Hauptinvestment haben, das überhaupt gehegt werden könnte - allem zuvor zur Absicherung. Hat hier auf den Goldseiten.de noch kaum je einer begriffen. Warum man z.B. physisches Gold und Gold Calls gleichzeitig haben sollte, war mir hingegen nie einsichtig. Nochmals zum Abschluss: in den jüngst vergangenen Monaten hätte man mit der rechten Sicht der Dinge ein Vermögen machen können. Das ist ein Faktum und keine Mutmassung. Der panikmässigen Kontenräumung hätte also zur Absicherung zumindest ein kleines, kluges Gegengeschäft zur Seite gestellt werden müssen, ohne jeden Tag auf die finanztechnische Apokalypse zu warten. Für diesen Fall sollte man ohnehin mit physischen Beständen vorgesorgt haben.
grüsse
auratico