@Defla,
habe hier die wichtigsten Passagen aus dem heute auf Goldseiten erschienenen Artikel, den ich neulich schon mal irgendwo gelesen habe, hier nochmal zusammen gefasst:
LG,
Foci
.............................................................................................................................................................................
http://www.goldseiten.de/modul…s/print.php?storyid=16050
Ron Hera: Sie sagen also, das heutige Finanzsystem wäre weniger stabil als 2008?
Jim Sinclair: Es scheint stabiler, aber das ist nur das äußere Erscheinungsbild. Die gesamte Erholung am Aktienmarkt begann fast an dem Tag, an dem das Financial Accounting Standards Board (FASB) den Marktbewertungsansatz aufweichte. Sie gestanden den Finanzinstitutionen zu, irgendeinen gewünschten Wert für ihre wertlosen Papierstücke anzusetzen. Hätten sie den realen Wert angesetzt, wären die Banken eingebrochen.
Ron Hera: Waren die Änderungen der FASB nicht als vorübergehende Maßnahme gedacht, mit der der Einbruch der hypothekarisch besicherten Wertpapiere gestoppt werden sollte?
Jim Sinclair: Es ging nicht nur um hypothekarisch besicherte Wertpapiere. Es ging um das gesamte Papier in den Bankenbilanzen. Die Bilanzen der Banken scheinen sich in einem guten Zustand zu befinden, sie sind es aber nicht. Sie werden in Wirklichkeit noch viel mehr Kapital brauchen.
....................
Ron Hera: Dann ist das Finanzsystem also immer noch anfällig?
Jim Sinclair: Man hat die Dinge nur herausgezögert. Zweck von QE, sprich Gelddrucken, ist es, die Integrität des Finanzsystems bis zu einem gewissen Grad aufrecht zu erhalten. Man muss immer bedenken, dass Liquidität die Schmiere im Getriebe der Aktienmärkte ist - das heißt also, wenn man viel Geld schöpft, gerät es in die Hände der Bankeninstitutionen und internationalen Investmenthäuser. Der Aktien-aus-dem-Nichts-Markt wurde also von QE aufrecht erhalten.
Ron Hera: Was kann der Staat tun, um einen neue Krise abzuwenden?
Jim Sinclair: Man kann davon ausgehen, dass das, was schon getan wurde, auch wieder getan wird. Praktisch betrachtet gibt es gar keine anderen Instrumente. Die Vorstellung, QE werde nicht fortgeführt, ist Unsinn.
Ron Hera: Kann der Staat erneut Banken retten?
Jim Sinclair: Die Zentralbanken werden die Staatsschulden aufkaufen. Das nennt man quantitative Lockerungen.
..........
Ron Hera: Wenn der Dollar durch QE an Wert verliert, was passiert dann mit dem Euro?
Jim Sinclair: Ob man sich den Dollar, den Euro, den Yen und sogar den Schweizer Franken anschaut - überall findet der Entwertungswettkampf statt. Überall, in allen Ländern wird tagtäglich mehr Geld erzeugt. Hier haben wir eine relative Bewertung und keine Bewertung, die einer objektiven Referenz zugrunde liegt. Was in der Europäischen Union passiert, hat unmittelbaren Einfluss auf den Dollar.
.............
Ron Hera: Sie sagen also, die Gewinne an den US-Aktienmärkten werden von QE angetrieben?
Jim Sinclair: Man vermag QE nicht zu stoppen, ohne dass das Kartenhaus in sich zusammenfällt. Es bleibt keine andere Wahl. Es ist das einzige noch verbleibende Instrument. Die Federal Reserve kann keine strengere Position bezüglich Geldpolitik und Zinssätze vertreten, ohne dass sich die ganze Sache überschlägt. Sie können zwar immerfort davon sprechen und trotzdem für QE sorgen – möglicherweise mehr über die Hintertür als Direkt-QE.
.......
Ron Hera: Sie meinen, die Wirkung von Währungsinterventionen wäre insgesamt betrachtet Geldschöpfung?
Jim Sinclair: Bei allem, was auf dieser Welt passiert - zum Beispiel bei der Reaktion der Bank of Japan auf das schreckliche Desaster in Japan - es wird anschließend sofort auf QE zurückgegriffen. Überall wird Geld geschöpft, ohne Disziplin, aber die Probleme der Finanzinstitutionen bleiben bestehen, da sie Schein-Bilanzen haben mit unzulässigen Bewertungen ihrer OTC-Derivate.
.....
Ron Hera: Sie sagen also, die Gewinne an den US-Aktienmärkten werden von QE angetrieben?
Jim Sinclair: Man vermag QE nicht zu stoppen, ohne dass das Kartenhaus in sich zusammenfällt. Es bleibt keine andere Wahl. Es ist das einzige noch verbleibende Instrument. Die Federal Reserve kann keine strengere Position bezüglich Geldpolitik und Zinssätze vertreten, ohne dass sich die ganze Sache überschlägt. Sie können zwar immerfort davon sprechen und trotzdem für QE sorgen - möglicherweise mehr über die Hintertür als Direkt-QE.
Ron Hera: Werden sich die Bankenbilanzen am Ende verbessern können?
Jim Sinclair: Solange das Vertrauen aufrecht erhalten werden kann, was von den Aktienmärkten abhängt – und da sind wir wieder bei QE.
.......
Ron Hera: Mit anderen Worten: Inflation wirkt politisch destabilisierend aus?
Jim Sinclair: Das große Ganze wird nicht wirklich gesehen. Währungsgetriebene Kostendruck-Inflation haben wir jetzt schon. Schauen Sie sich an, was derzeit im Nahen Osten passiert. Wir bewegen uns von Ordnung hin zu immer mehr Unordnung.
Ron Hera: Würden Sie sagen, dass Lebensmittelpreisinflation die Ölpreise indirekt in die Höhe treibt?
Jim Sinclair: Öl durchzieht alles von Düngemitteln, landwirtschaftlicher Ausrüstung über Transport bis hin zu Lebensmittelpreisen. Die Lebensmittelpreise werden sogar noch stärker steigen als dieses Jahr. Der Ölpreis befindet sich entschieden auf dem Weg nach oben. Peak Oil war eine Vorstellung von der Zukunft. Jetzt ist es die Vorstellung von heute. Ein Auto, das auf 100 km 10 l verbraucht, wird für den Normalbürger wahrscheinlich zu teuer werden.
Ron Hera: Inwieweit werden steigende Ölpreise die Preise anderer Dinge beeinflussen?
Jim Sinclair: Es wird zu Störungen und Verwerfungen bei der Belieferung mit Produkten kommen. Möglicherweise wird es Güterknappheiten geben, nicht weil die Güter nicht verfügbar wären, sondern weil die Distribution zusammenbricht. Nicht, dass es keinen Mais oder kein Weizen mehr geben wird, aber der zur Lieferung benötigte Treibstoff wird zu teuer werden, und Menschen, die im Transportgeschäft arbeiten, werden höhere Löhnen verlangen, um weiter davon leben zu können. An diesem Punkt kommt die Hyperinflation ins Spiel.
Ron Hera: Und das Geld, das zur Güterverteilung benötigt wird, wird aus dem Nichts geschöpft werden?
Jim Sinclair: Jede Nation, die das macht, hat sich in eine Bananenrepublik verwandelt. Menschen können in Bananenrepubliken leben, aber es wird nur wenige vermögende Menschen geben. Es wird ein paar Superreiche geben und eine gewaltige Menge Armut. Das kann man entlang der Grenze in Nogales, Mexiko, sehen. Dort leben die Menschen nach wie vor in extremer Armut.