Ist doch England das erste Land, das in die Knie geht?
Moin,
objektiv betrachtet ist es sowieso eine müßige Spekulation, welches Land zu erst pleite geht - zu viele, uns auch unbekannte Faktoren, spielen einfach eine Rolle, als dass dies überhaupt irgend jemand objektiv vorhersagen könnte...

Schaut man zB auf die deutsche Autoindustrie und wie gut es denen heute hauptsächlich aufgrund der vielen Aufträge aus Fernost geht, dann wäre die aktuelle Lage noch vor einem Jahr undenkbar vor dem Hintergrund gewesen wenn man bedenkt, wie totgesagt dieser Industriezweig nach dem Auslaufen der Abwrackprämie war...
Trotzdem stehen nmE einige Fakten im Raum, die die Probleme des Jahres 2010 auch in 2011 mindestens auf einem gleichen, wenn nicht schlechter zu beherrschenden Niveau halten sollten:
-Die EU-Politik scheint inzw. offenkundig mit allen Mitteln an dem EUR festzuhalten, eine wie auch immer geartete Tranferunion mit sehr viel weicherem Euro und ständig steigenden Turbulenzen (sowohl währungstechnisch als auch bzgl. des Unwillens der Bevölkerungen) ist zwangsläufig die Folge
-Die Austeritätsmaßnahmen in den PIIGS werden dort zu längerer stark stagnierender/depressiver Phase führen, die auch zwangsläufig schnell wirkende, negative Ausstrahlungen auf die Konjunktur in BRD haben muß!! (vor diesem Hintergrund wird die XXL-Propagande zur PHASE)
-Den USA steht wirklich das Wasser im Vgl. zur EU (nur 5% vom EU-BIP ist gegenwärtig bankrott) ungleich mehr bis zum Hals (90% der Bundesstaaten haben platte Haushalte, 20% Arbeitslosigkeit, 44 Mio Food-Stamp-Bezieher, (Gewerbe-)Immobilienmarkt fängt seit einiger Zeit wieder an zu sinken, importierte Infla durch Dollarabwertung und steigende Lohnkosten in China, Chinesen kaufen immer weniger US-Staatsanleihen, die deshalb mangels inländischer und weltweiter und Käudie FED als Lender of last Ressort monetisieren muß - das ist OFFENE INFLATIONSPOLITIK!!!- , ..).
Die (wahrscheinlich von USA propagierte) mediale "Zerredung" der EU-Zone scheint aber weiter gut zu funktionieren, unterstützt von den Downgrades der 3 großen Rating-Agenturen
-Abschreibungsbedarf der Banken weltweit is weiter exorbitant groß (max. 50% der faulen Wertpapiere ist abgeschrieben)
-Weltweite Preisverteuerung von Rohstoffen und EM, da Asien/Fernost (China, Indonesien, Indien,....) das erste mal in der Weltgeschichte als wirklich signifikanter Nachfrager auftritt
-Da die Chinesen, wie ich nun wiederholt gelesen habe (was aber deshalb noch lange nicht stimmen muß), ganz krass aus Portfolio-diversifikationstechnischen Gründen aus ihren Staatsanleihenbeständen in US$ rausgehen und immer mehr Staatsanleihen, Firmen und Sachgüter (z.B. jüngst den größten Hafen in GR) in der EU aufkaufen (insbesondere in PIIGS-Anleihen, und die Merkel jubelt und findets toll), so habe ich seit kurzem die Hoffnung, dass die von einem Freund dereinst in den Raum gestellte These Realitität werden könnte, dass dies den EURO retten / den EURO im vgl. zum USD evtl. über einen längerem Zeitraum verhältnismäßig STABIL halten könnte. BRD, Holland und Ö allein kann diese kommenden (Transferunions-)Lasten nmE DEFINITIV NICHT allein stemmen... aber mit dem Geld der Chinesen, wenn diese z.B. 1/3 ihrer US-Staatsanleihen in EU-Staatsanleihen tauschen würden (aus ihrer Sicht eine sehr sinnvolle, risikominimierende und werterhaltende Umschichtung), könnte hieraus intermediär eine neue starke Weltwährung EURO entstehen, bevor dann in einigen Jahren der YUAN diesen Platz einnehmen wird....
Vor all diesen Hintergründen ist immer wieder das von Dimitri Speck über ein Kapitel erläuterte Preisexplosionspotential als Damoklesschwert und als die ständig über allem schwebende Gefahr zu sehen, dass durch wie auch immer geartete, unvorhersagbare externe Effekte (Black Swan-Erreignisse wie Krieg, world Trade II, ....) es zu einem massiven Vertrauensverlust einer Bevölkerung in ihrer FIAT-Währung kommen kann:
Bei in der Weltgeschichte HISTORISCH hohen Geld- und Kreditmengen werden von der gutgläubigen Bevölkerung unglaubliche Summen IM SPARBEREICH in FIAT-Werten gehalten. Bei einem Vertrauensverlust können diese Werte ohne jegliche Vorhersagbarkeit und ZEITVERLUST aus dem SPARBEREICH in den UMLAUFBEREICH SCHWAPPEN - also die Leute kaufen jegliche Sachwerte, um sich aufgrund des Vertrauenverlustes in das Papier vor der Papierentwertung zu retten.... das könnte keine Regierung / Zentralbank mehr stoppen.... Im Extremfall ist hier eine sofortig eintretende Hyperinflation in welchem Land auch immer denkbar - die weiteren Ereignisse würden dann ihren Lauf nehmen....
Interessant sind vor diesem Hintergrund die Spekulationsalternativen, die ein kleiner deutscher Michel alternativ hat.
Selbst bei einem EM-Investment, dass in FIAT-EUR stark im Kurs steigen würde, hätte keinen/wenig Sinn, wenn in gleichem Maße die Kaufkraft sinken / die Preise von Verbrauchgütern im Lande steigen würden.
Man muß also hoffen, dass EM schneller steigt als die Preise von Sachgütern (z.B. gebrauchter Porsche, Immobilie, Boot, edler Alkohol wie 18 jähriger Whiskey oder Weinbrand,...) steigen ...
Da Inflationierung der Geldmenge (gegenwärtig stattfindende Politik der EZB) immer erst mit ZEITVERZÖGERUNG zu wo auch immer steigenden Preisen führt, ist diese ein gangbarer Weg für den kleinen Spekulanten (er hofft, dass zuerst die ASSETS wie Aktien oder Gold steigen, und erst im Nachgang Verbrauchsgüter oder jene Waren, die er zur Wohlstandsmehrung von den zuvor gestiegenen Assets zu kaufen gedenkt)
Eine Spekulation auf DEFLATION ist selbst bei richtigem Eintritt wenig zielführend, weil eine deflationäre Bereinigung historisch immer SOFORT bzw. nur mit sehr kurzer Zeitverzögerung eintritt. NmE sind die zeitlichen Verzögerungen so gering, dass eine Wohlstandsmehrung hier sehr, sehr schwer wird (sicher aber nicht unmöglich wäre). Das Halten von Bargeldbeständen macht nmE also nur eingeschränkt Sinn, weil die wirtschaftliche Entwicklung wahrscheinlich ohne Zeitverzug zu einer sehr schnellen Implosion des gesamten Wirtschaftssystems führen würde.
Dumm ist nmE der Spekulant auf Eintritt einer Deflation ohne vorheriger Inflationierung der Geldmengen sowieso, wenn er Papiergeld /Papierwerte hält:Denn er kann ja alternativ sein ganzes Bargeld in 10 EUR-Münzen konvertieren! Bis auf einen minimalen Zinsverzicht (nach Abgeltungssteuer), hält er so sein Vermögen gleichzeitig in PAPIER-FIAT und SILBER, spekuliert also GLEICHZEITIG zweigleisig deflationär und inflationär!
Und mit 10 EUR-Münzen waren in den ltzt. 2 Monaten +30% Gewinn drin! Die verrückteste Anlage in 10-EUR Münzen, die jeder vor noch 2 Jahen verlacht hätte, ist zur sichersten und lukrativsten Anlage überhaupt geworden....
Nichts ist mehr so, wie es mal war!
LG und Euch nen guten Rutsch,
Foci