Beiträge von liberty

    So, meine gute Tat für heute habe ich vollbracht.


    habe heute Morgen eine Kollegin zum Goldkauf begleitet (und gleich selbst eine Kleinigkeit gekauft). Zwei Kollegen sind gleich mitgekommen, um mal zu gucken, wie das so geht, mit dem Gold.


    Wenn die beiden sich demnächst auch zum Kauf entschließen, habe ich fünfzig Prozent der Abteilung bekehrt.

    Minardi84,


    ich bin sowohl physisch las auch über Aktien und Optionsscheine investiert.


    Ganz vorne steht für mich aber die physische Anlage. Wie bei den allermeisten hier. Alles andere ist Papier, das im Zweifelsfall nichts wert ist.


    Ich würde mir überlegen, in welchen Stückelungen ich das Gold kaufe. Bei 25.000 Euro vieleicht einige 250ger Barren und 1 Uz Krügerrands und jetzt mit dem Einkauf beginnen (über die nächsten Tage streuen) Du erlebst gerade eine kleine Korrektur im Goldpreis, die nicht ewig anhalten wird.


    Also Bankschließfach einrichten, falls nocht geschehen und losgehen, kaufen.


    Viele Grüße


    liberty

    @mesodor,


    Wir sind wahrscheinlich, was unser Anlageverhalten angeht, nicht weit auseinander.


    Zertifikate finden wir beide intransparent, teuer und im Krisenfall wertlos.


    Das physische Investment ist, wenn ich Dich richtig verstanden habe, für uns beide vorrangig, da wir vom Krisenfall ausgehen, aber nicht wissen, wann er kommt. Wenn die Krise schneller kommt, als erwartet, wollen wir ja nicht "nackt" dastehen.


    Vor der Krise, gebe ich Dir recht, sind ungehedgte Gold- und Silberminenaktien sicherlich das Mittel der Wahl, weil sie einen hohen Hebel haben und im Krisenfall wahrscheinlich nicht wertlos werden (ev. Gefahr der Verstaatlichung, u.ä..)


    Ich habe mir nun zusätzlich mit meinem Spielgeld noch ein paar sehr riskante Optionsscheine auf Silber, Gold, Öl und Palladium gekauft. Mir ist bewußt, daß das in Richtung "Wette" geht.


    Zusätzlich habe ich noch ein paar 1:1 Zertifikate auf verschiedene soft commodities. Ein Mal, um ein bißchen zu diversifizieren, zum anderen weil ich das underlying hochspannend finde. Nach meiner Einschätzung haben soft commodities so ein Riesenpotential, daß da auch die Anlage über relativ teure Instrumente lohnt.


    Ich stimme Dir ausdrücklich zu, daß man nicht oft genug darauf hinweisen kann, daß am Ende das physische Investment entscheidend sein wird.


    Viele Grüße


    liberty

    @mesodor,


    ich habe beruflich u.a. mit Zertifikaten zu tun, insbesondere mit der Erstellung der Prospekte. Wie ich schon gesagt habe, halte ich Zertifikate für instransparent und benutze sie nur, wenn ich keine direktere Partizipationmöglichkei am entsprechenden underlying habe, z.B. bei manchen soft commodities.


    Aber es ist ein Märchen, daß der Emittent jederzeit sein Zertifikat kündigen kann.


    Wenn wir einen crash bekommen, wovon ich ausgehe, dann kann er es nach den Standardbedingungen (Es hat sich ein gewisser Marktstandard herausgebildet, die meisten Prospekte sind ziemlich gleich gestrickt) tun. (Es gibt dort eine Klausel bzgl. "Marktstörungen"). Der Anleger bekommt dann einen "fairen Wert", der wahrscheinlich nicht sonderlich fair ausfallen wird.


    Solange wir noch keinen crash o.ä. haben, können sich die Emittenten nicht so einfach aus ihrer Verpflichtung lösen und sie werden es auch nicht tun, weil sie ansonsten ihr Geschäft zerstören. Mir sind mehrer Fälle bekannt, in denen Banken bei Zertifikaten tierisch draufgelegt haben, weil sie ihr hedging nicht richtig hinbekommen haben. Sie haben trotzdem gezahlt.


    Wir sind uns sicher alle einig, daß wir im Zeitbruch des Zusammenbruchs physisch (od. meinetwegen auch über Aktien) anstatt über Zertifikate, OS, etc investiert sein sollten. Bis dahin mache ich noch etwas Geld mit OS u.ä., ohne die physische Nachfrage zu vernachlässigen.


    Viele Grüße


    liberty

    @freefly


    Dein Beispiel mit den Rohstoffen zeigt doch, daß wir da erst ganz am Anfang stehen. Die Mitarbeiterin Deiner örtlichen Bank reagiert auf die Nachfrage nach Rohstoffen wahrscheinlich deshlab so genervt, weil sie ihren Kunden keine hauseigenen Produkte dazu anbieten kann, an denen sie dann entsprechend verdient.


    Ich verfolge die monatlichen Veröffentlichungen des Derivateforums. Sie veröffentlichen u.a., in welche Underlyings, die von ihren Mitgliedsbanken vertriebenen Zertifikate investieren. Die Gesamtinvestition von deutschen Privatanlegern in Zertifikate beträgt im Moment ca. 70 Milliarden Euro. Davon sind nur gut 1 Prozent in Rohstoffzertifikate investiert. Da ist also noch reichlich Platz nach oben.


    Du solltest eher dann mißtrauisch werden, wenn sie Dich anruft, um Dir auf Teufel komm raus Rohstoffe anzudrehen.


    Viele Grüße


    liberty

    @ wef


    die Anregung werde ich gerne aufnehmen, wenn ich wieder kaufen möchte. Wg. der steuerlichen Behandlung von Veräußerungsgewinnen bei Barren, etc. hast Du natürlich recht, hatte ich hier im Zertifikate thread unerwähnt gelassen.


    Viele Grüße


    liberty

    @ wef


    Wir stimmen ja überein, daß wir längerfristige OS Hebelzertifikaten vorziehen. Sie sind transparenter und in der Regel günstiger.


    OS von ABN Amro sind meine subjektive Wahl.
    Ich habe mir mal einen Tag die Mühe gemacht sie mit Produkten von der Deutschen Bank und von Goldman Sachs zu vergleichen. Der Vergleich ist zugunsten von ABN Amro ausgefallen, was auch daran liegt, daß ich die Benutzeroberfläche der website von ABN viel übersichtlicher finde als von Goldman oder der Deutschen.


    Wie auch immer, ich erhebe da keinen Wahrheitsanspruch. Und OS sind sowieso mein Interessenschwerpunkt.


    Viele Grüße


    liberty

    Danke für den Link.
    Der Kolumnist sprocht von der Arroganz und Unwissenheit Steinbrücks.
    Vielleicht hat Steinbrück die Gefahr erkannt und warnt, so gut er kann. Ganz sicher hat Steinbrück nicht Angst vor einer Abwertung des Euro gg. Dollar, wie der Kolumnist vermutet.

    @ Osterhase


    Ich hatte an Deinen Begriff der Spekusteuer , der etwas untechnisch ist, angeknüpft. Wollte nicht so als der Besserwisser auftreten, insb. da Steuern ja nicht so super interessant sind.


    Zur Begrifflichkeit:


    Nach dem Einkommensteuergesetz gibt es sieben Einkunfts arten:


    Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft,
    Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
    Einkünfte aus selbständiger Arbeit,
    Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,
    Einkünfte aus Kapitalvermögen,
    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,
    sonstige Einkünfte (i.S.d. § 22)


    Der Grundsatz ist, daß man innerhalb dieser Einkunftsarten verrechnen kann und auch über die Einkunftsarten hinaus. Letzteres ist aber eingeschränkt.


    Was uns als Investoren (die ihre Investments im Privatvermögen halten) interessiert, sind


    die Einkünfte aus Kapitalvermögen und
    die sonstigen Einkünfte.


    Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören insb. Dividenden und Zinsen. Grundsätzlich keine Veräußerungsgewinne. Außer bei (jetzt mal wieder untechnisch) bestimmten Zinspapieren, bei denen der Veräußerungsgewinn in Zinsen umqualifiziert wird. Wie gesagt, kannst Du innerhalb dieser Einkunftsart Verluste und Gewinne verrechnen.


    Zu den sonstigen Einkünften gehören u.a. Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften (das meinst Du mit der Spekusteuer). Private Veräußerungsgeschäfte liegen u.a. vor bei Veräußerungsgeschäften von Wertpapieren (dazu gehören Aktien, Zertifikate, etc.) bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt (sog. Spekulationsfrist). Ähnliches gilt für Termingeschäfte (z.B. Optionsscheine)


    Verluste aus diesen privaten Veräußerungsgeschäften können derzeit nicht mit Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden.


    Viele Grüße


    liberty

    @ Kaufrausch,


    überhaupt keinen Disens. Vielleicht mag der Nominalwert von Gold in einer starken Deflation, sinken, die Kaufkraft wird aber auch steigen.
    Cash betrachte ich deshalb nicht als Investment, sondern als Behelf für eine eventuelle, vorübergehende Periode der Deflation.


    Viele Grüße


    liberty

    @Edel


    das ist richtig. Nach der bisherigen Rechtslage sind Gewinne hieraus für Privatanleger nach einem Jahr steuerfrei. Nach den Plänen der Koalition soll aber generell eine 20%ige Abgeltungssteuer zum 1.1.2007 bei Realisierung (auch bei Halten über einem Jahr) eingeführt werden. Wie die Steuer genau ausgestaltet wird, steht noch nicht fest. Referentenentwürfe o.ä. gibt es noch nicht. Wenn es Konkreteres hierzu gibt, werde ich es ins Forum einstellen (bin Steueranwalt). Dann wird hier auch zu überlegen sein, ob man bisher unrealisierte Gewinne in Aktien, Zertifikaten, OS u.ä., welche man schon ein Jahr länger hält, steuerfrei realisisert, sprich die Papiere verkauft und nach einer Schamfrist wieder ins Depot nimmt. Darüber können wir uns aber gegen Ende des Jahres Gedanken machen.


    Es könnte aber gut sein, daß die Pläne mal wieder verschoben werden. Ähnliche Pläne gab es schon in der letzten Legislaturperiode. Sie wurden aber nie verwirklicht.


    Aber wie Du schon sagst, falls die Spekulation aufgeht, zahle ich auch gern die Steuer.


    @ Osterhase


    Verluste aus solchen Spekulationsgeschäften kannst Du aber nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften verrechnen, nicht mit anderen Einkunftsarten (etwa aus unselbständiger Arbeit)


    Viele Grüße


    liberty


    P.S. Solche Optionsscheine machen nur einen kleinen Teil meines Portfolios aus. Ist Spielgeld.

    @ Zarathustra,


    ich würde Optionsscheine gegenüber Turbozertifikaten (oder anderen Hebelzertifikaten) immer den Vorzug geben. Sie sind einfach transparenter. Und da ich welche mit längerer Laufzeit nehme, auch etwas sicherer. Da hat Silberbarren vollkommen recht.


    Die beste Auswahl hat m.E. ABN Amro. Außerdem ist es dort am übersichtlichsten dargestellt. (http://www.abn-zertifikate.de).


    Dort kannst Du auf der linken Spalte eingrenzen, welche Produkte Du suchst.
    Geht ganz einfach, wenn man ein bißchen rumgeklickt hat.


    Allerdings würde ich Dir raten, Dich generell über die Funktionsweise von Optionsscheinen zu informieren.


    Hier nur ein kurzes Bsp.


    Ich finde z.B. den OS mit der ISIN NL 0000191922 gut und habe ihn im Depot.


    Underlying ist natürlich Silber
    Basispreis 18 Dollar
    ist natürlich ein call (=Kauf = Du hast also das Recht, am 19.6.09 zu 18 Dollar Silber zu kaufen,, Bezugsrecht ist hier 1:1, sprich ein OS eine Uz Silber, ist aber nicht immer so!!!)
    Ausübungsdatum 19.6.09
    Es gibt natürlich keine pyhsische Lieferung , sondern Differenzausgleich (sog. cash settlement)


    Wenn Du Dir z.B. 1.000 von diesen OS kaufst, und am 19.6.09 der Silberpreis bei 20 Dollar steht, bekommst Du grob gesagt die 1.000 X 2 Dollar aus den Optionsscheinen. Um Deinen Gewinn zu berechnen, mußt Du noch die Optionsprämie, die Du für den Kauf des OS gezahlt hast, abziehen.


    Steht der Silberpreis dagegen am 19.06.09 bei 17,50 Dollar, bekommst Du gar nichts.


    Du kannst den OS auch früher verkaufen. Zu beachten ist dabei die Briefspanne. Ist bei ABN auch immer angegeben. Rückt der Ausübungsstichtag näher, kann es zu unerwarteten Preis ewegungen kommen. Liegt der Silberpreis z.B. am 10.06.09 bei 17,80 Dollar, kann der OS mehr od. weniger wertlos sein, wenn die Erwartung ist, daß der Silberpreis den Sprung nicht mehr über die 18 Dollar Marke schafft.


    Zu beachten ist natürlich immer auch das Währungsrisiko. Das kennst Du aber schon von Deinen ausländischen Aktien. Mittlerweile gibt es aber auch Quanto OS. Die Währungsabsicherung kostet aber natürlich.


    Das Emittentenrisiko besteht bei OS natürlich auch.


    Wie gesagt, das ist nur eine grobe Zusammenfassung.


    Silberminenaktien haben auch einen Hebel auf den Silberpreis. Da Du Dich mit der Anlageklasse Aktie besser auskennst, ist natürlich die Frage, ob Du Dich nicht (auch) in diesem Bereich umschaust. Da findest Du hier im Forum so einiges an Info.


    Hoffe, das hat etwas weitergeholfen.


    Viele Grüße


    liberty

    @ Eldo,


    das glaube ich auch. Die 540 sind für die nicht zu schaffen, die physische Nachfrage ist einfach zu stark.


    Man sollte zwar nicht von sich auf andere schließen. Aber ein Kollege von mir hat gerade vorbeigeschaut und wir haben uns für morgen zum gemeinsamen Goldkaufen verabredet.


    Das ist immer eine schöne Mittagspause: Erst zum Bankautomaten, dann zum Münzkabinett Frankfurt (fiat money gegen die ein oder andere Uz. Gold eingetauscht), anschließend ein schönes Mittagessen mit Gefühl, wieder mal alles richtig gemacht zu haben. Verbunden mit einem mitleidigem Blick auf die Banker an den Nachbartischen, die so wichtig, aber ahnungslos in die Zukunft sehen. Und dann leicht beschwingt wieder an die Arbeit.


    Und falls die 540 doch nach unten geknackt werden, gehen wir eben nächste Woche wieder und freuen uns über die günstigen Einstiegskurse.


    Viele Grüße


    liberty

    Hallo greenjg,


    Du suchst doch einen Einstiegszeitpunkt. Nach dem Silber so abschmiert (9,47 im Moment mit Tendenz nach unten) würde ich morgen oder übermorgen mal anfangen, mir Silber-Münzen oder Barren zu bestellen.


    Ich überlege mir auch, nachzukaufen.


    Viele Grüße


    liberty

    Hallo Kaufrausch,


    grennjg meint wahrscheinlich die Situation von vor drei, vier Jahren. Da standen ja in der Tat zumindest die deutschen Banken mit dem Rücken an der Wand (aber m.M. mehr wg. der Immobiliengeschichten als wg. dem Absturz der Aktienmärkte). Jetzt geht es natürlich schon wieder besser. Allerdings haben die Dresdner und die Hypovereinsbank ihre Selbständigkeit verloren.


    Die Versicherer waren ja auch ganz schön angeschlagen (wg. ihrer hohen Aktienquote). Da mußte der Gesetzgeber mit einer Änderung der Bilanzierung rettend eingreifen.


    Wg. der Vermeidung einer Deflation. Da denke ich wie Du. Direkte Maßnahmen würden eher helfen. Ein schön riesiges Konjunkturprogramm, Garantien für die Banken und angeschlagenen Unternehmen. Steuergutschriften für alle Bürger, etc. Da kann man sich von Japan einiges abschauen. Bis auf die Sache mit dem Hubschrauber haben die ja so ziemlich alles ausprobiert.


    Viele Grüße


    liberty

    @ greenjg


    Mein Rat an Dich ist auch: Fang einfach damit an und kaufe nach und nach zu (ohne Dich finanziell zu übernehmen). Den idealen Einstiegskurs wirst Du nie finden. Es wäre aber zu blöd, wenn Du die richtige Idee gehabt hättest (sprich langfristige Anlage in Gold und Silber), bist aber nicht eingestiegen.


    Schon in ein od. zwei Jahren wirst Du über die heutigen Kurse lachen.


    Viele Grüße


    liberty