Hallo Kellermeister,
sehe das genauso. Scheint auch einige zu geben, die meinen, nach einem Crash käme das Schlaraffenland. Dem wird nicht so sein. War noch nie so.
Viele Grüße
KR
2. November 2026, 06:20
Hallo Kellermeister,
sehe das genauso. Scheint auch einige zu geben, die meinen, nach einem Crash käme das Schlaraffenland. Dem wird nicht so sein. War noch nie so.
Viele Grüße
KR
Hallo bob,
das mit dem Optimismus meine ich eher so, dass irgendwann dieses ganze Urheberrecht und diese Patentgesetzgebung komplett gekippt werden wird. Sicher nicht heute, aber irgendwann, wenn auch der letzte freie Entwickler verschwunden sein wird und nur noch die Konzerne in eingefahrenen Bahnen produzieren, dann muss es zwangsläufig dazu kommen, weil dann nur noch Kosten anfallen, die keinen Nutzen bringen. Wahrscheinlich kommt es vorher aber noch dazu, weil auch Konzerne, wenn sie nicht als Monopol den Markt beherrschen, konkurrieren. Die IBM ist ja zumindest auch in dieser Hinsicht mal ein gutes Beispiel, weil sie der Open Source Community diverse Patente übereignet haben. Da mag Miss Zypries noch so sehr im Namen von Konzernen Gesetze erlassen.
Ja, ich schreibe schon für Fachzeitschriften, allerdings keine Leserbriefe, sondern da gibts sogar Geld für Fachartikel. ![]()
Viele Grüße
KR
ZitatOriginal von Edel Man
Chaparral
Ach je, die hab ich vor drei Tagen gekauft und mich schon gewundert, wieso die jetzt 12% zugelegt hat. ![]()
Zehn Dollar beim Silber reißt keinen mehr vom Hocker, Edel. Das ist jetzt normal. ![]()
Schönen Abend!
KR
ZitatOriginal von greenjg
Ich sympathisiere mit der Variante 3!
Im Moment haben wir genau diese Entwicklung, sehe ich mal von dem "wieder" ab:
"2. Szenario: Der deutsche Sozialstaat erlebt eine Renaissance. Politische Prozesse gewinnen gegenüber Marktkräften (wieder) die Oberhand."
"Folgen: Die bürgerliche Mitte gewinnt durch diese Entwicklung an Attraktivität. Ihr Anteil an der deutschen Bevölkerung steigt auf 20 Prozent. Neue Milieus entstehen nicht."
Aber die Folgen sehe ich gänzlich anders. Die Gesellschaft zerfällt nicht in mehrere Einkommensgruppen, sie wächst zusammen. Alle werden arm! Die Reichen wandern entweder aus oder bringen ihr Vermögen ins Ausland oder werden ebenfalls verarmen. Das besorgen schon die Steuern. Und Leute, die nur gelernt haben, Formulare auszufüllen und ihre Hand aufzuhalten, die werden hier definitiv nicht für Wohlstand sorgen!
@Hase:
Na hoffentlich erleben wir unsere Zeit noch. Du Deine ja demnächst auf jeden Fall. ![]()
Viele Grüße
KR
ZitatOriginal von mesodor39
Also: schlechte Karten für Steuerberater.
Ich halte mir dann ein paar zum Klo putzen. ![]()
Mal ernsthaft, bevor hier diese Kaste an politischem Machteinfluss verliert, da fließt noch viel Wasser den Rhein runter. Solche Studien sind immer ganz hübsch anzusehen. Besonders wenn sie mit dem Beamer an die Wand gepeilt werden. Wer weiß denn schon, was nächstes Jahr ist? Und da summseln diese Leute, was 2020 und später sein könnte. Da ist doch mein Kaffeesatz besser.
Die Hängemattensozis werden hier doch immer mehr, statt weniger. Braucht man sich nur die letzten Wahlergebnisse angucken. Wie soll denn mit solchen Leuten eine echte freie Marktwirtschaft realisierbar sein?
Moin Edel,
vielen Dank! ![]()
Ich hab mal Eldo's Portfolio einer Generalanalyse unterzogen und da kam IMA in's Kröpfchen. Dann fanden sie sich plötzlich in meinen Netzen wieder. Neben DKL.F, G3Z.F, GSR.F, HYF.F und QSF.F.
Kurs bei IMA lange untypisch seitwärts und Unsicherheit wegen Justizia haben den Kurs IMHO gedämpft. Mal schauen was passiert, wenn die Bremsen gelockert werden.
Hab noch ein paar andere in der Pipeline, aber die sind im Moment zu teuer. Mal gucken. ![]()
Viele Grüße
KR
ZitatOriginal von mesodor39
Und ich vermute mal, daß diese Einstellung einer Nazi-Größe des III. Reiches auch heute noch in den kreisen der Mächtigen weit verbreitet ist. Was kümmert´s die, wenn ein paar Milloonen Menschen verrecken?.
Hmm, ich wäre da vorsichtig mit solchen Vergleichen und Pauschalisierung generell.
Zitat
Das ist denen schon heute völlig egal. Und was das eigene Volk angeht, so ist es den meisten von denen auch noch völlig egal, solange es ihnen selber nur gut geht und sie auf nichts verzichten brauchen.
Bestes Beispiel ist doch ein Ex-Verteidigungsminister, der sich - vor den Augen der Presse - mit seiner Gespielin im Pool vergnügt, während in Afghanistan deutsche Soldaten ihren Dienst unter Lebensgefahr taten und einige von ihnen sogar ermordet wurden.
Offen gesagt, mir sind aber Leute noch lieber, die aus ihrer Volksverachtung keinen Hehl machen, als solche, die heucheln bis die Schwarte kracht. Davon gibt es deutlich mehr. Und Scharping war sowieso nur ein Trottel. Sowas wie Schröder halte ich für deutlich gefährlicher. Der konnte heucheln bis zum abwinken. Solche Leute sind viel gefährlicher, weil sie die Leute belügen. Sie kassieren Wählerstimmten für Dinge, hinter denen sie nicht stehen.
Erst kommt das Fressen und dann die Moral. Das stammt von Herrn Brecht. Fröhliches Brechen also!
Viele Grüße
KR ![]()
Ich hab neulich für 2,40 gekauft. Nicht ganz so viele Stücke wie bei dem Drachen. Aber IMHO sind die Chancen wieder mal deutlich besser als die Risiken. Sagt meine neuronale Analyseabteilung.
IMA go!
Zitatkleine Stückelungen in Blei
![]()
ZitatOriginal von mesodor39
Dieses ist IMHO nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner, sondern Fakt. Für Hubschrauber spricht außerdem die amerikanische Mentalität, die in Bezug auf den Staat völlig anders als bei uns ist. Der Staat wird dort bei geringsten Anlässen argwöhnisch beäugt.
Zu einem Zusammenbruch in Crashform muss es aber trotzdem zumindest hier nicht unbedingt kommen. Falls die Politik es schafft, das Vermögen der Bürger weitgehend schleichend zu entwerten, ohne dass die breite Masse dies wahrnimmt, dann wird es keinen Crash geben. Zumindest nicht wegen Inflation. Wenn ich mir vor Augen führe, dass die Mineralölsteuer in den letzten 50 Jahren um 1000% gestiegen ist, ohne dass der Michel protestierte - Material gibts auf destatis.de - dann erwäge ich durchaus diese Überlegung.
Der Crash kommt, wenn er denn kommt, wenn das Vermögen soweit entwertet wird, dass die breite Masse nicht mehr genug zu Essen hat. Dieses halte ich keineswegs für unmöglich, allerdings wird das IMHO nicht in den nächsten drei oder vier Jahren passieren. Es geht uns in der Tat noch sehr gut, auch wenn wir von der Substanz leben.
Moin bob,
nix zu danken! ![]()
Irgendwie glaub ich ja immer, dass sich zumindest mittelfristig das Gute durchsetzt. Und OSS ist ja relativ weit gediehen. Fast alle großen Konzerne profitieren mittlerweile davon und unterstützen es daher aus eigenem Interesse. Erhellend in dem Zusammenhang war dann wieder ein Gespräch, das ich mit einem IBMler auf der vorletzten CeBit geführt habe. "Ja, wir setzen mittlerweile zu fast hundert Prozent auf Linux auf unseren z-Kisten. Es ist schön, wenn man die Quellen hat! Im Kern werkelt aber immer noch IBM-Software." Meine Frage daraufhin: "Und, werden da auch die Quellen offengelegt?". Darauf er: "Nein, natürlich nicht! Kein Kommentar!" ![]()
Viele Grüße
KR
Hi Lucky,
klar ist das schon im Gange. Siehe auch versammelte Währungsunionen. Es wird sich aber noch verschärfen. IMHO werden die Stammtischbrüder solange nichts merken, wie nicht irgendwas im Kühlschrank fehlt. Bei praktisch allen Diskussionen zu sozialen Themen wird nämlich immer an Symptomen operiert. Der Zusammenhang Inflation fehlt meist völlig! Die meisten Sozis und deren Gläubige sind eh der Meinung, man könnte Geldbäume pflanzen und dann davon Mindestlöhne zahlen. Ergo sum steht zu befürchten, dass die nicht mal wissen, was Inflation eigentlich ist. Daran würde sich wohl auch nichts ändern, wenn die Werte auf Geldscheinen als kleine LCD-Displays ausgelegt wären, die im Rahmen der Inflation immer weniger anzeigen.
Und wenn dann der gefüllte Kühlschrank immer kleiner geworden ist, dann wird halt noch mehr sozialistisch gewählt, weil die das meiste versprechen. So gesehen kann man an den Wahlergebnissen des BT sehr schön ablesen, wie weit es gediehen ist. Leider findet das nur alle vier Jahre statt. Die Landtagswahlen sind ja meist reine Protestwahlen.
Das ist doch gerade der Witz, dass diese Leute durch die Wahl der entsprechenden Parteien den Untergang nur noch beschleunigen. Vielleicht wäre es ganz gut so, wenn sie draus lernen würden. Aber das bezweifle ich. Der Stammtischbruder kennt weder jetzt noch nach dem Zusammenbruch die Ursachen, weil er immer nur von der Hand in den Mund denkt, aber nicht strategisch. Am Ende kommt zumindest hier nur wieder ein Sozialismus in neuen Kleidern raus. Ob braun, ob rot, ob grün, das ist eine Frage der Mode. Der Inhalt bleibt der gleiche. Und das mit der nächsten Währungsunion, die eigentlich eine Reform ist, wird noch dieses Jahrhundert passieren. Kannste Gift drauf nehmen! IMHO innerhalb der nächsten Zehn Jahre.
Nach meiner Rechnung haben wir aktuell 7% echte Inflationsrate. Da die Zinsen demnächst steigen, deutet das auch hier auf eine Steigerung hin. Also mache ich mich schon mal mit 10% Inflationsrate p.a. für die nächsten Jahre vertraut. Das ist schon ganz schön heftig.
Viele Grüße
KR ![]()
ZitatOriginal von mesodor39
... KRISE ...
Unfassbar!
![]()
In Asien gibt es auch nette Aufbewahrungsplätze für Vermögen. Die sind sogar noch besser als bei den Ösis, weil man gar keine Steuern zahlen muss.
Viele Grüße
KR
ZitatOriginal von Goldy
euer 100er in glas geht bei ebay ja wie sau
Im Moment gibt es da ein Überangebot, wie es scheint. ![]()
Lustig ist auch das hier:
http://cgi.ebay.de/Banknoten-B…Z8004QQrdZ1QQcmdZViewItem
100.000 DM im Sonderangebot für 3,99 €. Da kann man schonmal den Inflationsgeruch schuppern. "Eine der erfolgreichsten Währungen der Welt!". Hört, hört. ![]()
Die Pessimisten sind auch gleich wieder unterwegs:
ZitatOriginal von TeeKay
Beim Beitritt der DDR zur BRD wertete man nicht die DM gegenueber der DDR-Mark ab, die DDR-Mark wurde gegenueber der DM massivst aufgewertet.
Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich.
Grüße
KR ![]()
ZitatOriginal von Goldy
also hast du doch keine namen, würden die leute mal öfter bei dir nachfragen würden wir feststellen das du einfach nur gern und viel schreibst
Klar Goldy, manchmal bekomm ich sogar Geld dafür, nur hier nicht. Aber ich bin mir sicher, Du kannst die Suchfunktion bedienen. ![]()
ZitatOriginal von mesodor39
... Kries ...
Moin meso,
war das jetzt ein vergessenes 'e' oder ein geswaptes 'se'? ![]()
Der Fiat-Zusammenbruch in meiner Studizeit äußerte sich in Rostdurchbrüchen an den Schwellern. Dann kam noch ein Totalschaden beim Ölumlaufsystem der treibenden Kraft dazu. Das hat dem Fiat endgültig das Rückgrat gebrochen.
Wie war das noch gleich mit den DDR-Mark, als die DDR auslief? Ich hab hier noch einen Zehnmarkschein und ein bischen Blechgeld, sieht niedlich aus. Ist aus den Zeiten, als uns die Grenzer immer böse anguckten, wenn wir mal einen Ostbesuch machen wollten. Damals habe ich das Zeug hier umgetauscht, dann im Luftfilter des noch fahrenden Fiat versteckt (und mich köstlich amüsiert, wenn die Grenzer im Tank mit einem Metallstab rumstocherten) und wir haben uns dann drüben ein köstliches Mahl in einem Nobelrestaurant gegönnt. Dann merkten wir, dass wir das Geld an einem Abend unmöglich alles ausgeben konnten. Auf Waschmaschinen und Autos standen ja ein paar Jahre Lieferzeit, also das war schlecht zu bekommen. Also haben wir das Zeug auf dem Friedhof unter Grabsteinen versteckt. Am nächsten Tag sind wir dann wiedergekommen und haben nochmal festlich gespeist. Später, als Zeit Geld kostete, da hat sich das dann nicht mehr gelohnt.
Ja, wie war das noch? Vorher gab es legal ungefähr 5 Ostmark für 1 Westmark. Der Schwarzhandel rechnete schon immer mit 1:10. Und nach Öffnung der Grenze konnte man sich eine goldende Nase mit dem Handel von Ostmark gegen Westmark auf dem Schwarzmarkt am Alex verdienen. Feuerzeuge waren auch noch so eine Attraktion auf den dann entstehenden Schwarmärkten. Nicht am Alex aber in Meckpomm. Dann gab es diesen Umtauschkurs von 2:1, aber nur für Buchgeld. Daran sah man, dass die Westmark spätestens da immens an Wert verlor. Wenn man es sehen wollte.
Nun denn, wie könnte so ein Zusammenbruch aussehen? Für die Politik wäre es doch am geilsten, wenn niemand die Entwertung bemerkt. So ungefähr wie bei der Einführung des Euro oder der Fusion von Ost- und Westmark. Also wie wäre es mit einer offiziellen Einführung dessen, was wir ohnehin längst haben? Dollar und Euro werden zu einer Weltwährung fusioniert. Das nenn sich dann RFIDschekel. Fusionen sind auch in der Industrie und bei Banken geläufig, um Bankrotte zu verschleiern. 1:10 oder 1:100 im Verhältnis. Oder vielleicht irgendwas Zerhacktes. 1 RFIDschekel zu 8 Euro 20 oder 6 Dollar fuffzich. Die meisten Leute können eh den Dreisatz nicht, also merken die nicht mal was. Die Preisschilder an den Waren sehen dann auch so verführerisch billig aus. Die Leute sind dann so mit rechnen beschäftigt, da fällt so ein Verlust von 50% des Vermögens oder mehr gar nicht auf. Vor allem, wenn er schleichend kommt. ![]()
Unsere Politiker müssen sich doch heute schon schief und scheckig lachen, bei der Dummheit der breiten, staatsgläubigen Masse. Denen wird noch das Zwerchfell krank werden, wenn die staatsgläubigen Bürger in den nächsten Jahren noch mehr über den Löffel barbiert werden. Bei aller Panik muss man sich mal aber vergegenwärtigen, dass mit einer Verdoppelung des Preises durch Inflation eine Verdoppelung der Geldmenge einher gehen muss. Oder auch: Die Geldmenge muss sich im Verhältnis zur Gütermenge verdoppeln.
Kaufrauschende Grüße
ZitatOriginal von Goldy
bitte nenn mal nur einen name.
Nur wenn Du mir Dein Nanogoldkettchen schenkst. Dann nehm ich Dir die Sucharbeit ab. Frag doch mal Niquet. Der wird Dir das als Kontraindikator bestätigen. Ich finde, er ist zwar kein Chartist, aber ein bedeutender Kontraindikator. ![]()
ZitatOriginal von Goldwasser
Hi Kaufrausch,
dein Optimismus ist einfach Klasse
- und das meine ich nicht ironisch!
Der Optimist sucht Wege, der Pessimist Gründe. Von mir aus können die ganzen Verschwörungsfuzzis und Sozis ihre verbalen Gemetzel führen. Das bringt mich zum irgendwie zum Lachen. Der Gewinn fällt bei den Internetprovidern an und die Werbeindustrie freut sich auch über die ganzen Klicks. Solange ich also Aktien von diesen Firmen halte, ... ![]()
Viele Grüße
KR
Moin,
da es offensichtlich bei vielen Zeitgenossen Nachholbedarf zum Patent- und Urheberrecht gibt, hier mal ein Artikel von mir.
Zusammenfassung:
Dieser Artikel beschreibt zunächst die historischen Gegebenheiten und andere Faktoren des Patent- und Urheberrecht. Im Anschluss werden die Begriffe auf ihre Bedeutung hin untersucht. Festzustellen bleibt, dass die Begriffe irreführend sind. Der Autor kommt darüber hinaus zu der Meinung, dass das derzeitige Patent- und Urheberrecht mindestens deutlich überarbeitungsfähig ist. Allerdings nicht im Sinne der gestellten Ziele der Regierungen der EU und insbesondere Deutschlands. Diese möchten noch mehr Bürokratie in diesem Bereich und weitergehende Einschränkungen freier Entwicklungstätigkeiten, was als innovationshemmend angesehen werden kann.
1. Patent- und Urheberrecht in der Übersicht
Das Patent- und Urheberrechtswesen oder besser Unwesen treibt seine Blüten. Da gibt es dann so schöne Patene wie das "Ein-Klick-Patent" oder ein Patent auf Fortschrittsbalken bei Software oder auf Eierbecher, die man in den Kühlschrank stellen kann. Man stelle sich einmal ein Patent vor, dass das Gießen von Gold oder Silber in Barrenform zum Inhalt hat. Abwegig? Keinesfalls!
Aber selbst von diesen Stilblüten, die keineswegs Einzelfälle sind, abgesehen, lohnt es, sich mit der Materie Urheber- und Patentrecht einmal grundsätzlich zu beschäftigen. Das Patentwesen und das Rechtswesen in diesem Zusammenhang und im Zusammenhang mit Urheberrechten ist zu einer Multimilliardendollar-Industrie avanciert. Es ist keine Seltenheit, dass auch Unternehmen mit guter Bonität durch Verstoß gegen Paten- oder Urheberrechtsgesetze Konkurs anmelden müssen.
Patent- und Urhebergesetze wurden einmal zum Schutz der Erfinder oder Urheber ersonnen. Patentämter wirkten nicht nur als Schutzinstitutionen, sie galten auch als eine Art Börse für Ideen, als es elektronische Kommunikationsbörsen wie das Internet oder das WWW noch nicht gab.
Seit einem Jahrzehnt nun ist sowohl das Patent- wie das Urheberrecht im Wandel. Das Recht auf Privatkopie, früher unantastbar, wie das Bankgeheimnis, gilt keinesfalls mehr ausnahmslos. Durch Patentierungsbestrebungen großer Konzerne auf Software ist auch hier eine rege Diskussion im Gange. Witzigerweise kann man bemerken, dass hier die Bestrebungen nicht von den Erfindern selbst, sondern regelmäßig von ganzen Konzernen ausgehen.
2. Geistiges Eigentum, was ist das?
Am Anfang allen Rechts steht das Eigentum. Geistiges Eigentum sei zu schützen, meint die gesetzgebende Gewalt. Also schauen wir uns doch mal dieses geistige Eigentum an. Nicht zuletzt, da dieser Begriff durch die gleichen Begriffe wie Raubkopie usw. flankiert wird, die es auch bei Eigentum auf ein greifbares Gut gibt.
Prinzipiell besteht dieses geistige Eigentum aus Information. Und zwar ausnahmslos. Waren früher weitgehend analog gespeicherte Informationen nur schwer in großem Maßstab kostengünstig verbreitungsfähig, gelingt dies mit aktuellen digitalen Informationen kostenlos. In Sekundenschnelle gelangen so die Informationen rund um den Erdball in jeden noch so kleinen Haushalt.
Wird ein Werk, also eine geistige Gesamtleistung, geschützt, dann spricht man von geistigem Eigentum. Im Patentwesen muss dieses Werk explizit geschützt werden. Im Urheberrecht genießt der Urheber diesen Schutz implizit. Grundsätzlich wird in der Industrie von Raub gesprochen, wenn dieses Werk ohne Einverständnis Dritten zukommt.
3. Das Rauben von geistigem Eigentum
Dieser Begriff, Raub, egal in welchem Zusammenhang (Raubkopie, ...) ist allerdings irreführend. Bei Eigentum eines Autos z. B., das geraubt wird, kann der Eigentümer nicht mehr über das Gut verfügen. Dies betrifft ausnahmslos jedes reale Gut. Anders bei geistigem Eigentum. Der "Raub" kann sogar gänzlich unbemerkt bleiben. Raub wäre es im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, wenn jemand ein Werk entwenden würde, d.h. er würde z. B. eine Compactdisk stehlen und der Urheber, der darauf seine Werke gespeicher hat, hätte keine Kopie davon.
Alleine hieran sieht man, dass die Industrie mit der Prägung solcher Begriffe Emotionen schürt, die der Sache unangemessen sind. Ausnahmslos spricht die Industrie von Raubkopie, egal ob eine Software oder ein Musikstück kopiert wurde. Noch interessanter wird es, wenn man sich einmal bei Musikstücken oder Software ansieht, wer eigentlich der geistige Eigentümer ist.
4. Mieten - kaufen?
In beiden Fällen, von weitgehend nicht kommerziellen Ausnahmen abgesehen, ist der Eigentümer nicht etwa der Urheber. Also der der Softwareentwickler oder der Komponist oder Sänger. Es ist in beiden Fällen der Konzern. Ein Konzern erwirbt regelmäßig die Rechte an geistigem Eigentum von den Urhebern. Und nun wird es noch interessanter. Denn er verkauft nicht etwa das Eigentum. Ein Käufer einer Software oder einer Musk-CD erwirbt nicht etwa Eigentumsrechte an dem Werk. Er kauft lediglich ein Nutzungsrecht. Das ist so, als wenn man nicht ein Auto kauft, sondern es mietet. Das birgt ähnliche Vor- und Nachteile wie bei gemieteten Autos. Man darf das Werk z. B. regelmäßig nicht verändern oder erweitern. Es würde hier zu weit führen, alle Einschränkungen auszuführen. Die mittlerweile zu kleinen Büchern gediehenen Lizenzbedingungen von Software sprechen da für sich.
5. Geistiges Eigentum ist Unsinn
Geht man noch weiter und guckt sich einmal an, was der Unterschied zwischen geistigem und realem Eigentum ist, dann kann man nur feststellen, dass auch der Begriff des geistigen Eigentums unsinnig ist. Geistiges Eigentum wäre etwas, was jemand für sich behielte. Ein Geheimnis also, aus dem jemand persönlich oder als Gruppe Vorteile ziehen kann.
Sind kommerziell vermarktete Produktionen von Musik, Software und so weiter Geheimnisse? Natürlich nicht! Bei Software könnte man noch argumentieren, dass es hierbei vielfach nicht erlaubt ist, den Sourcecode, also die geheimen Quellen zu entschlüsseln. Aber auch das ist mit modernen Softwareprogrammen durch Recompiling, d. h. das übersetzen des fertigen Programms in die Urbestandteile möglich.
6. Mögliche Entwicklungsprozesse von Werken
Nachdem wir nun sehen, dass sich geistiges Eigentum natürlich nur durch ein Geheimnis, widernatürlich nur durch zusätzliche Maßnahmen wie eine rechtliche Sicherung bewahren kann, lassen wir unseren Blick noch ein wenig über die aktuelle Entwicklungssituation bei Software und Musik streifen. In der Softwarebranche haben sich grundsätzlich zwei Entwicklungszweige durchgesetzt. Opensource Software und Closedsource Software (OSS und CSS). In der Musik spricht man von kommerzieller und unabhängiger (independent) Musik.
Um diesen Artikel nicht unnötig aufzublähen und weil sich der Autor dort besser auskennt, beschränkt er sich auf die Softwarebranche. Historisch betrachtet waren am Anfang alle Programme OSS. Programmierer waren gleichzeitig Entwickler und Anwender. Eine Trennung gab es nicht. Mit dem Aufkommen kleiner leistungsfähiger Personal Computer hab es zunehmend auch immer mehr Anwender, die nicht selbst programmierten. Damit erfolgte eine Trennung von reinen Programmierern, die selbstverständlich auch immer Anwender sind und reinen Anwender, die aber nicht programmieren.
Diese reinen Anwender, die heute die deutlich größere Gruppe stellen, stellen damit eine potenzielle und auch reale Kundengruppe für die Industrie dar. Diese Industrie bedient sich der ersten Gruppe, der Programmierer, um durch deren Leistung einen Gewinn zu schöpfen, der der zweiten Gruppe zu verdanken ist, die dafür (meist) bezahlen müssen. Dieser ganze Prozess führte zu CSS. Nun spricht natürlich nichts dagegen, in einer Marktwirtschaft Gewinne zu erwirtschaften. Und das war auch nicht der Grund, warum sich der Zweig der OSS herausbildete. Es war schlicht die restriktive Lizenzpolitik der Konzerne, die immer wieder kleine Grüppchen von Programmierern veranlasste, eigene Software für ihre eigenen Bedürfnisse zu entwickeln.
7. Die Nachteile geistigen Eigentums
Witzigerweise ist aus diesen kleinen isolierten Grüppchen eine weltweite Bewegung beachtlichen Ausmaßes mit milliardenschweren Umsätzen geworden. Zunehmend zeigen sich Vorteile von OSS gegenüber CSS. Bei CSS arbeiten die Firmen und Konzerne hauptsächlich isoliert. Synergieeffekte bleiben aus. Bei OSS arbeiten alle Gruppen interdisziplinär zusammen und es entsteht ein großer Pool an verwirklichten Ideen, auf die durch die Offenheit jeder andere Programmierer zugreifen kann.
Mittlerweile kann man beobachten, dass praktisch auch jede große Firma, die CSS herstellt, sich der Früchte der OSS bedient. Man kann sehr schön sehen, dass OSS deutlich innovativere Ergebnisse hervorbringt, während die Unternehmen und Kunden von CSS mehr damit beschäftigt sind, Lizenzmanagement zu betreiben, d. h. sich um die rechtlichen Belange zu kümmern und zu streiten.
Als Beispiel für erfolgreiche Unternehmen im OSS-Umfeld kann beispielsweise die Firma Google dienen, die wohl mittlerweile jeder Erdenbürger kennt, der einmal einen Computer bedient hat. Deren Software ist fast ausnahmslos OSS. Aber auch in anderen Bereichen ist OSS auf dem Vormarsch. Der Autor sieht es als Frage der Zeit, wann sich OSS auch auf Personal Computern mit einem Marktanteil von deutlich über 50% durchsetzt. Zunehmend begreifen nämlich die Kunden, dass OSS leistungsfähiger und innovativer daherkommt, als die gängige CSS. Man kann nur hoffen, dass auch die Politik irgendwann realisiert, dass die verkrusteten und lobbyträchtigen Patent- und Urheberrechtsgesetze einer Diät bedürfen. Wenn nicht hier, dann vielleicht in anderen Ländern wie China oder Indien, die OSS schon heute deutlich aufgeschlossener gesonnen sind.
Ich hoffe, dieser Artikel hat etwas Klarheit in die doch recht komplexeren Zusammenhänge gebracht.
Ach ja, dieser Artikel untersteht dem Urheberrecht. (c) 2004 by Kaufrausch. Alle Rechte vorbehalten. ![]()