Kannst Du noch ein paar Einzelheiten nachliefern, damit sich der Schleier bei mir lichtet?
Gerne. Ich wollte damit ausdrücken, dass es schon immer Menschen gab, die davon überzeugt waren ( überwiegend aufgrund einer zeitlichen Momentaufnahme ) , dass sie wesentlich besser selbst für ihr Alter vorsorgen können, als es eine Versicherung kann.
Anfang der 90er gab es noch 4 % Garantiezins in der LV. Oftmals hörte ich damals das Argument: Ich bin doch nicht doof, für die Bundesschatzbriefe bekomme ich 7 %. Um 2000 herum war es das Argument, dass man schnelle 100 % in wenigen Wochen machen könne, jede Jahresrendite unter 30 % sei lächerlich. Als einige Banken ab 2008 pleite gingen, wurden auch gleich die Versicherungen mit in diesen Topf geworfen und deshalb vor einem LV-Abschluß gewarnt.
In diesen über 20 Jahren, die ich diesen Beruf ausübe, habe ich zeitlich wechselnd viele Argumente gegen den Abschluß einer LV gehört. Den mir persönlich bekannten Ablehnern ist eines gemeinsam, für´s Alter haben sie allesamt keine nennenswerten Rücklagen in dieser Zeit geschaffen. Die Bundesschatzbriefe liefen aus, das Geld wurde gerade dann für eine dringende Neuanschaffung gebraucht. Der Neue Markt löste sich in Luft auf, analog dazu natürlich auch die Buchgewinne. Und eine LV ist immer noch nicht pleite gegangen. Die Durchschnittsverzinsung liegt derzeit bei ca. 3,65 % bei den konventionellen Tarifen, in der fondsgebundenen Variante ist sie höher.