Beiträge von Kellermeister

    Zitat

    Ja Ali, ein wenig "Teile und Herrsche" auf Staatskosten auf die Beine stellen, ein wenig Luft rauslassen, dass sich aus dem großen Warten auf die riesige Revolution in der BRD GmbH nicht noch unkontrollierbares entwickelt.
    Es läuft alles nach Plan!


    Sehe ich anders.
    Wer den raschen Zerfall der DDR miterlebt hat, der konnte sehr genau verfolgen, wie das "Luft rauslassen" scheiterte. Das Gegenteil war der Fall. Der Moment, als die offizielle Sprachregelung nicht mehr galt, war der Anfang vom Ende der DDR.
    Man kann das nicht 1:1 auf die BRD übertragen. Aber die Auflösung 68er Dogmen und Ablösung neugrüner Sprachschablonen in der Öffentlichkeit wären schon mal ein Anfang (ohne Sarrazin hier überhöhen zu wollen).

    Von Sarrazin halte ich nicht viel. Seine platten Weisheiten sind für manche beleidigend. Er spaltet die Gesellschaft dort, wo sie eigentlich zusammengehört.

    Aber er gehört zu den Wegbereitern einer anderen Debattenführung. Es melden sich immer mehr Leute zu Wort, die den neudeutschen Schönsprech nicht mehr mitmachen wollen und wenigstens ein bischen an der PC rütteln. MEHR kann ich leider noch nicht erkennen, aber es ist vielleicht ein Anfang.

    Ich finde die Story in der ZEIT gar nicht so schlecht, auch wenn sie diesen Goldbug ein wenig wie einen Verrückten und Spinner aussehen lassen will.
    Zu seiner geschilderten Vita: Er war Geschäftsmann und ist als solcher gescheitert. Als ich las, dass er sein Gold vergrub, konnte ich mir kaum vorstellen, wie seine Gläubiger dann rangekommen sein sollen, bzw. dass er es als Sicherheit für Darlehen hinterlegt hat. Wer Gold in der Erde vergräbt, ist m.E. schon extrem weit oben auf der Goldbug-Leiter.

    @ goldhamstern @ dark-end


    Ja, es ist schwierig zum richtigen Zeitpunkt zu handeln.
    Ich mußte sehr oft feststellen, das ich mit Prognosen über Kursbewegungen und auch politische und wirtschaftliche Entwicklungen richtig lag, dann aber zu wenig Vertrauen in mein eigenes Urteil hatte um entsprechend zu handeln.
    Eigentlich sollte die Handlung direkt im Anschluss an die Erkenntnis erfolgen. Sonst ist es immer zu spät. Bei ein paar verpassten Investments ist das allenfalls ärgerlich. Wenn es aber um echte Krisen geht, dann gilt der alte Gorbatschow " Wer zu spät kommt.... u.s.w...."

    Guter Beitrag Dr_Meyer:
    Neben der Labilität, die aus der Ökonomie heraus entsteht, hat ganz speziell der Euro noch eine Labilität, die aus der Politik der EU erwächst. Da kann es schnell passieren, das der Opportunismus eines Berlusconi, eines Sarkozy, einer Merkel zum Crash führt; nicht nur zum Crash in der Bewertung, sondern zum Crash der Existenz der Währung.

    Von Charttechnik habe ich nicht viel Ahnung. Dennoch habe ich schon recht oft erkannt, wann etwas nach Umkehr riecht, was eine Korrektur oder technische Reaktion ist.
    Der Anstieg von EUR/USD seit Anfang Juni war m.E. ganz klar eine Korrektur des rabiaten Absturzes. Aber es war keineswegs eine Umkehr. Ich sehe den Euro mindestens nochmal bei Kursen um 1.20; viel wahrscheinlicher aber bei 1.15 bis 1.10.

    Wenn man heute mal die Aufmacher der online-Wirtschaftspresse bzgl. der FED anschaut, bekommt man den Eindruck, dass sich Ratlosigkeit breit macht; zwischen den Zeilen ist durchaus eine Art Verzweiflung zu spüren.

    @ GoldmanSachse


    Man darf nicht jeden kleinen Zacken als eine Kursbewegung auslegen; schon gar nicht als eine durch Daten Begründete.
    Momentan sehe ich fast überall Stillhalten in engen Bahnen. Der Herbst wird zeigen, wo es lang geht.


    Meine persönliche Meinung: Der Euro sackt nochmal richtig durch.
    Der Dollar mag auf tönernen Füßen stehen; aber der Euro eben auch...

    Zitat

    [dass die absurde Situation, dass Gold und Dollar gleichzeitig fallen wieder vorbei ist und
    dass Gold als "unabhängige" Währung von der Dollarschwäche wieder profitiert.


    @ Dr_Meyer


    Ich erwarte eine zweite Welle der Euro-Schwäche, eine Welle, die den Euro sowohl gegen Gold als auch gegen Dollar tiefer als im Mai/Juni drückt. Wenn ich noch Geld übrig hätte, so würde ich jetzt kaufen; die Unze für runde 950. Das wird m.E. bald vorbei sein. Außer durch den Blick auf den EUR/USD-Chart kann ich das kaum stichhaltig begründen. Würde mich aber ehrlich wundern, wenns anders kommt. September bis November, und danach wird man sich die neu geschaffenen Tatsachen anschauen müssen, die auf Krisengipfeln beschlossen wurden.
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    Zitat

    .... Der August ist noch zu jung für den Herbst-Aufwärtstrend ....


    Ja, wie wird er aussehen, der Herbst ?? Nicht nur in Bezug auf Gold. Die Wogen der verschiedenen Krisen (die letztlich alle nur eine sind) flachen langsam ab; Immo-Krise, Bankenkrise, Eurokrise... M.E. ein nur scheinbares Abflachen....
    Wie sehen die Märkte aus?
    Der Euro legt zur Zeit eine Korrektur hin. Mehr ist es wohl nicht. Nach diesem Absturz ist das normal und üblich.
    Die Aktienindizes sind nach mehrmonatigem Anstieg an mittel- bis langfristig kippeligen Marken angekommen. Man wird sehen, wie es hier weitergeht.
    Gold befindet sich charttechnisch im längerfristig intaktem Aufwärtstrend, begleitet von recht markanten Korrekturen.
    Meine Vorahnung: 2009 fiel die herbstliche Abwärtsbewegung nur gering aus (vor allem wohl auch wegen des Crashs zu Jahresbeginn). Für 2010 erwarte ich deutliche Turbulenzen für den Herbst. Es wird sich erweisen, das o.a. Krisen in noch keiner Weise vorbei oder gelöst sind.
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    Umsatzsteuer hat im Vergleich zu vielen anderen Steuern den Vorteil, dass auch ausländische Produkte (und damit ausländische Arbeit) hier in Dtl. Steuern abwerfen.


    Zitat: Steuern kommt von steuern.
    Stimmt erstens nicht, und ist auch in keiner Weise erstrebenswert.
    Steuern sollen den Staat in die Lage versetzen, die ihm zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen (so zumindest war es gedacht). Der Staat soll nicht mittels der Steuererhebung versuchen, Verhalten des Volkes zu steuern.


    Zitat Dr_Meyer: Es gibt keine Verteilungsgerechtigkeit. Jedes Prinzip, das verteilt, ist irgendwo ungerecht.
    Das gilt aber auch für den "freien Markt" als Verteilungsprinzip. Wer meint, dass die Einkommen/Gewinne/Renditen in einem völlig unreglementierten freien Markt annähernd leistungsgerecht wären, der irrt.

    Zitat

    Diese Leute gehen somit davon aus, dass der Goldpreis so stabil bleibt und ihr Vermögen absichert.


    Das ist eine falsche Mutmaßung.
    Diese Leute gehen wahrscheinlich davon aus, das Gold keinen totalen Wertverfall erleiden wird, im Gegensatz zu ihrer Währung; Euro oder was auch immer. Die Volativität von Gold (oder der vergleichenden Währung, je nachdem aus welcher Sicht man draufschaut) mag da kaum stören.

    Im Übrigen sollte man sich nie der Hoffnung nach 100prozentiger Sicherheit hingeben. Das gabs noch nie und wird es auch nie geben.

    Zitat

    O.k., nachdem diese Ausnahme hier ja ständig genannt wird, frage ich doch mal konkret nach:


    Wieso sollten Nahrungsmittel bevorzugt werden


    Ach ja - und bevor jetzt banale Antworten kommen wie: Weil man die halt zum Leben braucht ! etc. - bitte bedenken, daß dieses Argument für viele andere Dinge auch gilt, wie bspw. Heizmaterial, Medikamte etc.


    Da gebe ich Dir recht.
    Aufhänger ist aber der Bundesrechnungshof, der sich gegen die Verzettelung richtet. Man muß auch zur Kenntnis nehmen, dass der ermäßigte Satz für Nahrungsmittel im Moment bei der politischen Situation kaum antastbar ist; auch wenn es vernünftig wäre.
    Wenn überhaupt etwas gemacht wird, dann könnte man schon froh sein, wenn die hahnebüchenen Regelungen entfallen würden; Schnittblumen, Maulesel, Rennpferd, Pornohefte, Hundefutter etc.

    Bei jetzigen Randbedingungen würde eine komplette Abschaffung der Ermäßigung wiederum zu einer einseitigen Belastung der Mittelschicht und arbeitenden Unterschicht führen.
    Die Stützeempfänger müßten gemäß Gesetzeslage einen Ausgleich der Teuerung durch den Staat erhalten. Den oberen Zehntausend würde es kaum weh tun, da dort nur ein sehr kleiner Anteil für gekaufte Nahrungsmittel aufgewandt wird. Bluten würde wieder der plus/minus-Durchschnittsverdiener, der den Inflationsausgleich erst erkämpfen müßte, - und bluten würden auch die vielen Klein - und Mittelständler, die diesen Inflationsausgleich kaum zahlen könnten.

    Nun ja, vielleicht wird die Mwst. in Kürze als Anti-Deflationsbekämpfer entdeckt. :huh:

    Alles heere Ziele, - Schulbedarf.
    Ist aber nicht handhabbar. Jegliche Art von Büroartikel würde vom Hersteller als "Schulbedarf" angemeldet werden.


    7% oder weniger auf Nahrungsmittel; alles andere der volle Satz.


    Was als Nahrungsmittel gilt, sollte eigentlich gesetzlich bereits definiert sein. Dieser Bereich ist stark reglementiert. Kann mir nicht vorstellen, das diese Linie nicht hart zu ziehen ist. Ein lebendes Schwein ist jedenfalls kein Nahrungsmittel und ein Rennpferd auch nicht. Und wenn dann dabei herauskommt, das Wein, Bier und Schnaps sowie Trüffel und Kaviar ermäßigt werden müßten, dann sei es eben so. Zu komplziert darf man es nicht machen, sonst hat man den gleichen Salat wie jetzt.
    Miete auf Wohnraum ist Mwst.-frei. Sollte auch so bleiben.

    Bei Gold stellt sich die Frage, ob es als Rohstoff oder als Geld/Währung/Devise definiert wird. Beim Geldumtausch kann man schlecht Umsatzsteuer verlangen, bei Rohstoffen schon.
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