Beiträge von Rhein-Main-Gebiet

    @ Buckelfips: wo ist definiert, wieviel Umsatz ein Münzhändler bzw. ggf. Juwelier mit Altmetallankauf machen darf? Insbesondere bei Juwelieren hab ich den Eindruck, dass der Altgoldankauf zum Kerngeschäft wird, die Schilder im Schaufenster sind zuweilen größer als die Auslagen an Eheringen.


    Aber da Deutschland ein Paradies für die Mafia und sonstige Geldwäscher ist, wird hoffentlich demnächst der Verkauf von Edelmetallen gegen Bargeld komplett verboten. Sonst verlieren wir ggf. noch die Gunst unserer amerikanischen Freunde, wenn wir dort bereits als "bedeutendes Geldwäscheland" eingestuft werden.
    http://www.ftd.de/politik/deut…n-im-ansatz/70059703.html

    Generell gehört das auch zu meiner Strategie, einen Teil der Edelmetallbestände in Form von Sammelobjekten zu asservieren.
    Bei Gold würde cih allerdings keine hochwertigen Automatik-Uhren nehmen, der spread zwischen Metallwert und Handelswert ist enorm hoch, zumal auch insbesondere Luxus-Uhren in den letzten paar Jahren stark an Wert gestiegen sind. Da kann es auch passieren, dass Gold sich verdoppelt und der Preis von Rolex-Uhren in der Stagflation abnimmt.
    Ein anderes Gebiet sind Gold-Taschenuhnren zwischen 1860 und 1920, da wird in den letzten paar Jahren viel zum reinen Schmelz- oder zumindest Goldwert gehandelt. Das halte ich vom Chance-Risiko-Verhältnis für optimal; wenn dieses Sammelgebiet eines Tages wiederentdeckt wird, so sind wegen der Schmelzorgien viel weniger Stücke auf dem Markt, eine entsprechende gute Rendite könnte daraus resuliteren.
    Und wenn auch in 20 Jahren die Dinger niemand sammelt, ist es auch nicht schlimm, der Goldwert bleibt.
    Wie immer bei solchen "Spezialgebieten" ist allerdings etwas Fachwissen Voraussetzung. Die Händler übertreiben beim reinen Goldgewicht von Taschenuhren gerne. Wenn man nicht gerade Uhrmacher ist und so ein Teil ohne Schaden zerlegen und zusammenbauen kann, kann man die Angaben zum Goldgehalt nur mit dem Bolzenschneider überprüfen.

    HIer ein Link, um die Größe mittels Millimeterdurchmesser auf Karat umzurechnen:
    http://www.gold-spoerl.de/inde…egorie-brillant&Itemid=58


    Weiß nicht mehr genau, wie diese Schablone hieß. Das sind 4 oder 5 Aluminiumscheiben mit vorgestanzten Löchern, womit man die Größe der Steine ermitteln kann, auch bei Längsschliff oder Ovalschliff. Hatte mir die in der Bucht für meinen Schmuckbestand in der Bucht für 10 Euronen gekauft. Such mal unter Juwelierbedarf, da sollte es das Teil irgendwo geben.


    Noch meine Meinung: die Preise für guten Schmuck waren vor einigen Jahren schon deutlich besser, bezogen auf den spread "Metallwert" und "erzielbarer Preis". Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen, zuviel Angebot durch den ständig steigenden Goldpreis, Nachfrage nach Antikschmuck ist hingegen eher moderat. Wenn man nicht verkaufen muss, sollte man warten. Ich habe auch immer wieder netten alten Brillischmuck vor der Schmelze gerettet und den Aufkäufern ein paar Euronen mehr als die Scheideanstalt bezahlt. Würde ich derzeit nie verkaufen. Gerade beim alten Schmuck kommt ja auch dazu, dass immer mehr eingeschmolzen wird und die guten Stücke immer seltener werden. Ich kann Dir nicht sagen, wann es soweit ist, aber wenn antiker Schmuck mal wieder stärker gesucht ist, wird man im Bezug auf den Abstand zum Metallwert deutlich bessere Preise erzielen als derzeit.

    Ich würde das Teil über die Bucht verkaufen. Gerade bei antikem Schmuck gibt es Liebhaber, die wesentlich mehr als sämtliche Aufkäufer zahlen. Mehrere gute Photos, bei den Steinen die Größe angeben (Schablonen zur ungefähren Bestimmung gibts für 10 Euronen in der Bucht), ggf, noch ins Ultraschallbad und dann mit einer 10fach-Lupe so grob die Qualität der Steine abschätzen (macht auch ein befreundeter Juwelier sicherlich gratis) ... und dann rein in die Auktion. Kosten sind gedeckelt auf 45 Euronen, ich bin mir ziemlich sicher, dass man da wesentlich mehr als Schmelzpreis und Karatpreis von 25 Euronen je Karat kriegt. Mit etwas Glück bringen solche Stücke teilweise unglaubliche Liebhaberpreise, insbesondere wenn es Art Deco oder ähnliches Design ist. Ggf. mal bei Henrys in die Auktionen reinschauen, dann hat man eine Vorstellung. Henrys ist natürlich auch eine Option, allerdings sind die Gebühren modernes Raubrittertum.
    Viel Erfolg und berichte, wenns geklappt hat :)


    Nachtrag: wenn es große Mengen sind, kann man ggf. auch in Auktionshäusern verhandeln, es gibt welche, die dann auch komplett auf die 20 % Gebühr vom Verkäufer verzichten und nur beim Käufer abkassieren.Weitere Option wäre, das Zeugs auf einem seriösen gehobenen Antikmarkt anbieten. Man braucht eben mehr Zeit und Aufwand, aber auch hier kann man gute Preise erzielen. Und aufpassen, dass es da nicht geklaut wird, am besten ein gehobener Markt mit Eintrittsgeld.

    Eine Prognose macht nur einen Sinn, wenn sie die Richtung vorgibt. Oder willst Du mit einem Strangle die steigende Volatilität ausnutzen? Und WENN Du schon der Meinung bist, dass heute eine extreme Kursbewegung stattfindet, dann bitte mit Begründung, warum gerade heute.
    Nimms nicht persönlich, aber ansonsten haben derartige Prognosen für mich wenig Nährwert.

    @ Carlos
    Danke ..... ich differenziere nicht so genau zwischen spot und termin, für die Klärung der Grundsatzfrage, ob der Hund mit dem Schwanz wedelt oder der Schwanz mit dem Hund, tut es hoffentlich meine undifferenzierte Betrachtungsweise


    @ zwyss ... hmm, ich weiß nicht, ob Du da richtig liegst. Wenn ich schon bei Hundebeispielen bin, sei Kostolany etwas aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gerissen: die Minen sind der Hund, der spot das Herrchen .... der Hund hüpft mal vor, dann hängt er wieder nach .... auf den Schrittgeschwindigkeit des Herrchens läßt sich daraus nichts schließen.
    Glaube ich zumindest. Wobei: ich finde es in diesem Forum interessant, dass jeder andere Ansätze hat ... der eine hats mit COT, der nächste mit Charttechnik, der übernächste mit Fundamentalanalyse, mit Auswertung von Shortselling, Insiderhandel, Mondphasen etcetcetc.
    Hauptsache, man liegt richtig. Am meisten Erfolg hatte ich als Anfänger übrigens, indem ich beobachtet habe, wer in den damaligen Foren die beste Trefferquote hatte und mich einfach an seine Trades anhängte .... schändlich primitiv.... aber das war mir gleichgültig :)

    @ zwyss
    Glaubst Du, die Shortseller an den Aktienmärkten würden über den spot - also Future-Markt - die Steuerung der Kurse in die gewünschte Richtung anstreben? Glaube ich nicht. Da wäre es wesentlich billiger, direkt die jeweiligen Aktien zu shorten.
    Aktienkurse haben mit den spot-Kursen nur eine grobe Parallelität und entwickeln sich auch immer wieder unterschiedlich.
    Klar, bei hohen Metallpreisen verdienen die Produzenten besser, aber da spielen ja noch so viele andere Faktoren rein, dass es m.E. sehr gewagt ist, aus der Charttechnik für Minen - wo Du sicherlich ein enormes Wissen hast, welches ich bewundere - auf die künftige Entwicklung am spot-Markt zu schließen.
    Was den kleinen Kursrutsch gestern angeht: Gold gab in diesen Minuten gleichfalls nach, könnte Folge eines Triggers eines leichten Euroanstiegs um diese Zeit gewesen sein. Silber reagiert bei diesen Bewegungen oft volatiler als Gold .... wäre eine ganz banale Erklärung ohne jede "Verschwörungstheorien".

    @ Zwyss
    Völlig einig mit Deinen letzten Beiträgen, um 20:32 hattest Du noch eine wesentlich "konspirativere" Formulierung. Insbesondere wenn sich der spot an einer wichtigen Chartmarke befindet, kann das "big money" durchaus versucht sein, mit etwas Kapitaleinsatz dem Kurs einen Schubs in die "richtige" Richtung zu geben. Aber das betrachte ich nicht als Manipulation. Und dass jemand gestern den "Rallye-Modus" bei Aktien/Metallen verhindern will, halte ich für ein wenig wahrscheinliches und nicht beweisbares Gerücht.
    Jeder will an den Märkten Geld verdienen, Du, ich JPM und alle anderen genauso. Jeder positioniert sich und hat seine "Kampfstrategien". Dass diese bei den "big playern" wesentlich effektiver sind, versteht sich von selbst. Aber selbst in dem Abtaucher am 2.5.11 kann ich keine Manipulation erkennen (in dem Sinne, dass das fiat-money-System gerettet werden soll oder sonst irgendein Käse).
    Irgendwann ist ein Markt deutlich überkauft/verkauft, da der überwiegende Teil der Marktteilnehmer mit "the trend is your friend" handeln, sind Extremausschläge in eine Richtung "normal".
    Klar kann man in so einer Extremsituation viel Geld verdienen, indem man eine ordentliche Shortposition aufbaut und dann im umsatzarmen Asienhandel mit etwas Kapitaleinsatz den Kurs in die gewünschte Richtung drückt..... immer mehr stops werden ausgelöst .... Stamponade beginnt.... Ziel erreicht. Wer immer das "manipuliert" hat, hat viel viel Geld verdient und die Strategie war erstklassig, meine Hochachtung. Ärgert mich nur, dass ich damals auf der falschen Seite stand, war nicht ganz billig :)

    @ zwyss:
    nochmals gaaaanz langsam für Spätzünder wie mich: was heißt, es wurden 45 Millionen Unzen am Future-Markt geshortet? Das heißt doch im Umkehrtext, da ging jemand 45 Milionen Unzen long, oder?????? Für jede Short-Position brauchts eine Long-Position. Es gibt keine isolierten Shorts und auch keine isolierten Long-Positionen.


    Ich muss ehrlich sagen, mir fehlt jeder Glaube, dass hier von irgendeinem "Shortie" der Markt manipuliert wird. Das kann 1000 Gründe haben, dass Silber mal 2 % abrutscht, während Gold stabil bleibt .... eine schlechte Wirtschaftsnachricht, eine gerissene Chartmarke etc.
    Falls ich falsch liege, bin ich für Aufklärung dankbar.

    Derzeit wird kein vernünftiger Mensch bei einer Bank oder einem vergleichbaren Aufkäufer einen Barren abgeben, weil man auf dem "Sekundärmarkt" - hier im Forum oder in der Bucht - deutlich bessere Preise bekommt.
    ABER: man hat es im April 2011 gesehen, wenn die Post so richtig abgeht, steigt der Verkaufsdruck, viele wollen Gewinne mitnehmen. Kilobarren sind damals in der Bucht teilweise unter spot rausgegangen. Für solche "Ausnahmesituationen" ist es schon gut zu wissen, ob der eigene Bestand auch bei Banken etc. verkauft werden kann.
    Und zwischen Schmelzpreis und Barrenankaufspreis besteht eben ein deutlicher Unterschied. Teilweise erzielen derzeit Münzbarren und "normale" Barren etwa denselben Preis in der Bucht, da würde ich dann von MÜnzbarren eher die Finger lassen.

    Danke an DMR und alle anderen zur Klärung des Sachverhalts. Wundere mich nur über die Aukunft der Scheideanstalt.


    Ist zwar etwas OOT, aber passt hierher: wie sieht es mit den Güldengossa-Barren von Geiger aus? Die sind nach meinem Kenntnisstand nicht LMBA-zertifiziert, werben aber damit, dass die Barren aus zertifiziertem Rohstoff gefertigt wurden. Werden die Güldengossa-Barren von der ESG und anderen Ankäufern als "bankhandelsfähig" angesehen?

    @ all_about_gold
    Ich hatte mich bei meiner Anfrage präzise ausgedrückt und auch eine präzise Antwort bekommen. Ich hätte allerdings auch gedacht, dass der Sachverhalt so ist, wie Du ihn geschildert hast und war entsprechend überrascht.

    Ich glaube (!), dass bankhandelsfähig heißt, die Barren besitzen den good-delivery-Status.


    Spannend ist nun aber die Frage, ob es ausreicht, wenn der Hersteller LBMA-gelistet ist oder seine Produkte zusätzlich zertifiziert werden müssen. Ich bin von letzerem ausgegangen, sonst wären ja Münzbarren von Umicore "bankhandelsfähig".
    Auch wikipedia hat mir hier nicht zum völligen Durchblick verholfen.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Good_Delivery

    @ Theo:
    Nach meinem Verständnis: wenn der Hersteller LBMA-gelistet ist, heißt das noch nicht, dass auch alle seine Produkte den good delivery-Status haben. Eine Voraussetzung für letzeres ist ja z.B., dass die Barren schon eine längere Zeit im Handel sind.
    Wenn meine Kenntnis nicht korrekt ist und es jemand besser weiß, bitte ich um Richtigstellung.


    Das mit dem Formkosten hat mit der Märchensteuer nichts zu tun. Frage war, ob die Münzbarren analog Silbergranulat angesehen werden oder wie "Scheidgut" (demnach mit sehr unterschiedlichem Rückkaufswert, siehe Kurse der ESG).

    Also nach allen Infos, die ich habe, sind Münzbarren nicht "bankhandelsfähig."
    Die von Umicore produzierten Münzbarren bestehen aus LBMA-zertifiziertem Feinsilber 999,9".
    Das heißt, das eingesetzte Feinsilber ist LBMA-zertifiziert, nicht aber die daraus hergestellten Münzbarren.
    Dieselbe Problematik ergibt sich bei den Goldengussa-Barren.


    OK, man kann jetzt natürlich sagen, Silber ist Silber. Allerdings bringen die LMBA-zertifizierten Barren im Verkauf i.d.R. bessere Preise, von daher würde ich im Einkauf bei gleichem Preis immer Barren mit dem good-delivery-Status bevorzugen.

    @ DMR
    Heißt das, proaurum legt die nicht auf Lager, weil die Münzbarren besser gehen?
    Wobei die Andorra Münzbarren nicht "bankfähig" sind, da sie keinen good delivery-Status der LBMA haben, korrekt? Ich hatte mal bei einer großen Scheideanstalt nachgefragt und dort wurde mir die Auskunft erteilt, dass man diese Barren dort als "Scheidgut" ansieht, also nicht einmal bereit wäre, gegen Formkosten aus diesen Dingern "vernünftige" Barren zu machen.


    ===


    Edit: Aus einem anderen Diskussionsstrang hierher verschoben.
    Eins Kann ich vorweg nehmen. Umicore Andorra Münzbarren sind sowohl Good Delivery wie auch Bankhandelsfähig. MbG DMR

    Ich glaube, mit dem europaweiten "Einlagensicherungsfond" wird der Bogen endgültig überspannt. Der deutsche Sparer wird sich Gedanken machen müssen, ob die "Garantien" der Politik irgendeinen Wert haben oder reine Beruhigungspillen darstellen. Wenn nur 10 % zu der Überzeugung gelangen, dass letzteres zutrifft, dann könnte der Banken-run schneller als viele glauben auch bei uns stattfinden. Wer Zweifel an dem "fiat-money"-System bekommt und seine Kohle von den Konten abzieht, wird sie kaum unter dem Kopfkissen deponieren. Was bleibt eigentlich noch als "sicherer Hafen"????
    Es wird die Zeit kommen, wo alle Händler komplett "ausverkauft" sind. Und das wird keine Dekaden mehr dauern.