Beiträge von Rhein-Main-Gebiet

    Was mich mal interessieren würde: Silber und Blei haben ja ähnliche Dichte, von daher sollten in der Theorie - von Abmessungen und Masse betrachtet - Fälschungen im Sinne von Silberbarren mit Bleikern möglich sein.
    Bislang hatten mir alle Händler erzählt, das ginge rein technisch gar nicht, weil man den Silberbarren wegen des niedrigen Schmelzpunkts von Blei nicht mehr zulöten könnte. Leuchtet ein.
    Vor kurzen hat mir aber ein professioneller Aufkäufer erzählt, er habe schon mal einen Silberbarren mit Bleifüllung erwischt.
    Ich denke eigentlich, der Aufwand ist viel zu groß ..... Barren aushöhlen, mit Blei ausgießen, beide Hälften mi Zinn wieder zulöten (was eigentlich auch eine blinde Bratwurst sofort erkennen würde).


    Dennoch die Frage an die Runde: hat jemand von Euch mal eine diesbezügliche Fälschung in den Händen gehabt??? Und wenn ja, leicht erkennbar?

    Die ideale Anlageform sollte sein: a) sichere Rendite b) anonym c) problemlos erwerbbar und veräußerbar d) transportabel (im Sinne Fluchtwährung).


    Edelmetalle: b) und c) treffen zu, d) bedingt (bei Au eher als bei Ag), a) möglicherweise
    Brillianten: b) und d) treffen zu, a) schwer einschätzbar c) eher nicht
    Immobilien: b) c) und d) treffen nicht zu, a) möglicherweise
    Aktien: c) trifft i.d.R. zu (wenn man keinen marktengen Zockerwert nimmt), a) und d) möglicherweise b) trifft nicht zu.
    Cash: b), c) und d) treffen zu, a) habe ich erhebliche Zweifel.
    "Sammelwürdige Sachwerte "(Luxusuhren, Oldtimer, Antiquitäten, etc.): b) trifft meistens zu, c) eher nicht, a) und d) sind fragwürdig.


    Diese assets hatte ich vor einigen Jahren in die engere Wahl gezogen, als ich mir über dieses Thema erste Gedanken machte.
    Wenn man wie ich auf Anonymität Wert legt und dem Cash nicht richtig traut (Inflationsangst), dann kommt man an Edelmetallen nicht vorbei.

    Habe den Wert in 2008 massiv gekauft und bin in 2009 ausgestiegen. Die haben eine recht informative Homepage: http://www.napalladium.com/


    Als ich in 2009 raus bin, war damals die Planung, dass in 2011/2012 der Tagebau bei Lac des Illes losgehen sollte und man Produktionskosten unter 200 $/Unze habe. Angesichts des heutigen Aktienkurses scheint das wohl in die Hose gegangen zu sein.
    Es zeigt sich mal wieder: physisch ist sicherer als Aktie. Als ich bei 3,5 raus bin, war der Pd-Kurs irgendwo um 350 $/Unze.
    Metall ist heute viel teurer, Aktie hat sich halbiert, da muß man als Aktionär schon gefrustet sein. Zu den heutigen Pd-Preisen war NAP vor einigen Jahren schon über 10 Euronen wert.
    In diversen US-Foren geistern Gerüchte herum, dass ein Rechtsstreit um Abbaurechte den Kurs unter Druck setze. Was da dran ist, weiß ich nicht. Aber vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand ..... hohe Chance, hohes Risiko.

    Halbtoter: Ok, dann schick mal ein paar Schaufelbagger, eine Mühle und eine Raffinerie nach Eros und richte einen kleinen Shuttle-Verkehr fürs fertige Gold ein.


    Korrekt ist, dass BHP und einige andere Großunternehmen Forschungsgelder für die künftige Nutzung der Asteroide aufwenden. Genauso korrekt ist aber, dass derzeit noch keinerlei realistische Pläne existieren, wie man das technisch und gewinnträchtig hinkriegt.


    Träumereien gibt es immer wieder ..... wenn man alles Gold aus den Weltmeeren extrahieren könnte, wäre das auch viel mehr, als bisher von der Menschheit gefördert wurde.
    Letztlich blieb alles Träumerei und Eros wird dasselbe Schicksal erleiden. Um den Unzenpreis brauchen wir uns deswegen keine Sorgen machen. IMHO.

    Die bei 700 $/Unze unrentablen Schächten natürlich, welche beim derzeitigen Goldpreis noch rentabel sind. Konnte man in den 90igern schön beobachten. Gleichzeitig wird bei niedrigen Metallpreisen das Budget für Exploration gestrichen. Damals haben die Minen versucht, nur noch das Metall mit den niedrigsten Förderkosten abzubauen, um finanziell zu überleben. Den 20 Jahren mit niedrigen Kursen verdanken wir ein Stück weit die heutige Hausse. Von Exploration bis Förderung dauert es oft 3 bis 5 Jahre (teilweise noch länger). Das heißt, ggf. kriegen wir in 3 bis 5 Jahren deutliche Produktionssteigerungen, denn im Moment gehts den Minen ja super und man kann fleißig neue Löcher bohren.

    Die Produktionskosten sind völlig unterschiedlich. Das geht von angeblich nur knapp über 100 Dollar in Peru (Barrick-Mine) bis zum jetzigen spotpreis bei Durban Deep in SA.
    Die 1000 sind ein geschätzer Mittelwert aller derzeit aktiven Minen. Wenn der Unzenpreis bei 700 $ läge, wären auch die Produktionskosten schnell wieder auf diesem Niveau..... indem die unrentablen Schächte dicht gemacht werden.

    @ Misan
    Mit "switchen" meine ich nicht, von Silber in Papier (zumindest nicht so viel, dass es richtig weh tut, wenn der Heizwert über der Kaufkraft liegt). Da könntest Du recht haben, dass man dann bei der Reise nach Jerusalem keinen (Edelmetall-) Stuhl mehr kriegt, wenn die Musik plötzlich aufhört.
    Aber von einem zum anderen Metall zu wechseln, das wird m.E. hier viel zu sehr außer Acht gelassen. Ich hatte im April an irgendeiner Stelle im Forum angekündigt, bei 1:30 von Silber in Gold zu gehen. Die Wende kam bei 1:31.... persönliches Pech, hätte sich gelohnt.
    Nun behaupte ich zum Beispiel, wer jetzt von Gold auf Platin umsattelt, wird mittelfristig/langfristig viel Freude an diesem Switch haben. Das Platin/Palladium-ratio bot in den letzten 15 Jahren für langfristige Anleger immer wieder interessante Chancen ..... etc.
    Das Verhältnis 1:15 hatte zwar Jahrtausende Bestand, aber nach meinem Kenntnisstand nur bis irgendwann ins 17. oder 18. Jahrhundert, bis die großen Silbervorkommen in Lateinamerika/USA entdeckt wurden. Es gibt durchaus fundamentale Gründe (z.B. Abbaukosten), warum dieses Verhältnis zum heutigen Zeitpunkt unrealistisch ist (was in 100 Jahren wieder ganz anders aussehen kann, aber so lange geht mein Anlagehorizont nicht).


    Wenn Du für eine kurzfristige hohe Rendite einen Tipp hast, hör ich immer gerne zu.


    @ Ziemer: gute und realistische Sichtweise, es sind nicht die bösen Verbrecher und Goldman-Sachs, welche den Goldpreis diktieren, es ist einzig Angebot/Nachfrage

    @ Misan
    Ich sehe das alles genauso langfristig .... kurzfristig hocke ich allerdings nicht auf meinen Barren wie die Henne auf dem Ei, man kann seine Metallmenge durchaus auch durch Verkauf/Kauf/Switch vermehren, wenn das timing stimmt (btw: 1:15 halte ich für utopisch, ohne Dir zu nahe treten zu wollen).

    @ Copperfield
    So weit liegen wir nicht auseinander, für mich ist das wahre Geld auch das Edelmetall und das Papier ein wertloses Versprechen, mit dem man im schlimmsten Fall irgendwann die Hütte beheizt.
    Mir gehts nur darum, dass die Einstellung "Unze = Unze" auch nicht sachdienlich ist. Wenn Edelmetall = Geld, dann ist für mich wichtig, was ich im Gegenwert kriege. Ich kauf das Metall als Kaufkraftsicherung, sonst nichts.
    Wenn die Kaufkraft sich halbiert, dann war das eben Mist.
    Angst und Gier, sie treiben uns alle .... wenn die Angst nicht wäre, dass unser Papiergeld bald vor die Hunde geht, stünde Silber bei den derzeitigen Rezessionsängsten eher bei 15 als bei 50, IMHO. Dennoch muß man sich auch ständig fragen, ob der Kaufkrafterhalt beim aktuellen Kurs auch gewährleistet ist ...... @ Silberfinger... das Beispiel von 1980 ist treffend, wer damals in Gier (oder Panik)zu Höchstkursen eingestiegen ist, kann noch so viel Geduld haben, ich glaube nicht, dass er seine Kohle jemals wiedersieht (in "Kaufkraft" gerechnet, wobei das natürlich ein philosophisches Thema ist .... umgerechnet auf was??? Nahrungsmittel, Energie, Häuser ?????)

    @ Focusianer: Der Beitrag zum "Papiergeldsystem" ist super, voll auf den Punkt gebracht, danke!


    @ Copperfield u.a.
    Der Argumentation, dass es völlig egal ist, wann man sein Metall gekauft hat, weil die Masse sich nicht ändert, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Wenn ich bei 1200 Euro die Kilobarren gekauft hab und in einem halben Jahr kosten sie 600, dann ist das beschissenes Timing und höchst ärgerlich, auch wenn der Tresorinhalt nicht weniger geworden ist. Eine andere Einstellung ist Selbstbetrug.

    Bei der "Absicherung" mit OS oder Zertis sollte man die Abmelkungssteuer nicht aus den Augen verlieren. Wenn ich beispielsweise 1 Mio mit Zertis absichere, der Kurs rauscht 30 % runter, dann hab ich bei korrektem Hebel 300 k Gewinn gemacht .... davon holt sich der Staatsgeier 100 k, dazu der Laufzeitverlust. Trotz "Absicherung" mehr als 10 % im Minus. Also höchstens ein Verlustpuffer, keine echte Absicherung.

    @ 18K
    Ich glaube, dass Du mit Deinen Thesen richtig liegst.


    Aber mal konkret: ich tummle mich als Silbersammler viel auf Antikmärkten herum und werde immer wieder gefragt, ob ich Gold kaufe - tue ich nicht.
    Dann kommt die nächste Frage: ob ich jemanden weiß, der faire Preise zahlt.
    Auch hier muß ich passen ..... ESG-Preise haben wir hier ausreichend diskutiert, kann man nicht mal näherungsweise empfehlen.
    Dann laufen da einige südländische Gestalten rum, die aufkaufen. Gerüchteweise setzen die Jungs falsche Prüfsäuren ein, haben falsche Waagen und können dann nicht mal Dreisatz rechnen (immer zu Ungunsten der Verkäufer) .... kommt also auch nicht in Frage.
    Ob die großen Scheideanstalten wie Heraeus oder AGOSI die Privatverkäufer nehmen, weiß ich nicht (habe hier widersprüchliche Infos gekriegt).


    Daher mal die Frage: wo verkaufen, wenn man faire Preise bekommen möchte???

    @ all_about_gold


    Entweder war der Link hier irgendwo auf den Goldseiten oder Handelsblatt/FTD, weiß nicht mehr genau. Jedenfalls stand da vor wenigen Tagen, dass sowohl Goldkauf als auch Goldverkauf auf Rekordniveau sei. Wenn das zutreffend ist, dann stimmt Deine These von den geringen Mengen nicht. Sonst würden auch nicht soviele "mobile" Goldankäufer derzeit herumtouren, das muss sich ja schon lohnen.


    Ich war gestern jedenfalls eher zufällig Zeuge, wie ein Händler einem Privatmensch sein Gold abkaufen wollte und ESG-Kurs bot. Worauf der potentielle Verkäufer losschimpfte und meinte, ESG seien total unseriös mit ihren Preisen und bei Heraeus würde er viel mehr kriegen.
    Ist nicht meine Baustelle, ob man bei Heraeus als Privater verkaufen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Fand es jedenfalls interessant. Deal kam dann auch nicht zustande :)

    all_about_gold
    Warum sollte ich böse sein? Wir diskutieren sachlich und emotionslos :)
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurs, das ist eben so. Und solange viele Leute mit einem Kurs von 6 Euro und mehr unter Börse zufrieden sind, dann kann man diesen Kurs bieten.
    Wenn sich mal herumgesprochen hat, dass man bei den richtigen Adressen auch 3 Euro unter Börse bekommt (zumindest wenn die Mengen etwas größer sind), muß die ESG nachlegen oder geht pleite :)


    Bis Ende 2010 zahlten etliche Aufkäufer sogar über Börse..... die Differenz zum Händlergewinn hat der Steuerzahler draufgelegt.... aber dem wurde ja ein Riegel vorgeschoben.