Dies müßte eigentlich eine gute Basis für einen kräftigen Rebound sein...
In den letzten 10 (oder so? ) Jahren konnten wir feststellen, dass "das was (unserer Meinung und Analyse nach) eintreten muss" sich meistens langsamer entwickelt hat, als man beim Lesen der gereichten Daten und/oder Prophezeihungen meint. Manchmal quälend langsam, wenn man die an sich unhaltbare fundamentale Situation des Kreditsystems im Fokus hat.
"Entscheidende Momente" sind rar gesät gewesen in dieser Zeit.
Am Beispiel des POG: der Ausbruch aus der 300-350€ POG Trading Range 2005, der Ausbruch aus dem Dreieck in 2007 (beides Kaufgelegenheiten, bei denen quasi geklingelt wurde); der erste nicht nachhaltige Spike des POG über 1000 USD 2008 (mit Ansage von J.S.), das steile Rhino-Horn in die 1900 USD POG hinein.
Seitdem wieder 4 Jahre Korrektur, obwohl die Dominos in Europa und sonstwo weiter fallen, aber in Zeitlupe.
Die Frage "warum nur reagiert das Gold immer noch nicht (nach oben)" ist da an sich verständlich.
Aber sie kommt aus einem Mindset, in dem es offensichtlich in erster Linie um die Verringerung kognitiver Dissonanz geht. Den Markt zu fragen, "warum er nicht endlich... tut" erinnert an ein quengelndes Kind. Vielleicht sitzt man auf Gold und benötigt die Bestätigung, dass das eine richtige Entscheidung war. Oder man hat ein Weltbild aus festen Überzeugungen, die man gefälligst bestätigt bekommen will, weil das Ego sonst Kratzer bekommt.
In Fällen wo es darum geht, nimmt man gern unfundierte Dinge an, solange sie oben genannten Zweck der Bestätigung erfüllen.
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Müssen wir also mal analysieren, was die gezeigte Grafik wert ist.
Größtes Manko der Grafik und der ganzen Artikelquelle: Leider ist keine Historie seit 1970 gezeigt... dazu unten mehr.
Erstmal der positive Ansatz. Was hat die Nettoposition der Hedgefunds uns bisher gesagt? Sehen wir in den Anhang.
Was sehe ich?
1. Die Hedgefunds verhalten sich grundsätzlich als Trendfolger: in steigende Kurse hinein werden Longpositionen zügig aufgebaut, in den Abschwung hinein zügig abgebaut. Also im Grunde "Dumb Money".
2. "Vorauslaufend" richtige Positionierungen gab es am ehesten in den blauen Rechtecken. Vermutung: die strategischen Tradingmodelle haben sich (mit angemessener Verzögerung) auf den Wechsel in einen langfristigen Aufwärtstrend adaptiert. Dadurch wurden Longpositionen schon früher von den mittelfristigen Bewegungen ausgelöst.
3. Den Anstieg von 2009 bis 2011 haben sie mit dicker Longpositionierung insgesamt recht gut mitgenommen (erster oranger Kasten), taktisch aber wieder in reiner Trendfolge an den mittelfristigen Bewegungen ausgerichtet. Hut ab, Jungs! Auch wenn´s nur Algorithmen waren. Ihr wart taktisch angemessen vorsichtig, gleichzeitig strategisch auf der richtigen Seite.
4. Seit 2013 ist die Nettoposition deutlich weniger Long (zweiter oranger Kasten). Also strategisch mit Verzögerung auf waagerechten oder fallenden Trend unterwegs. Das ist zwar nicht "Smart", aber auch kein Verharren in Wunschdenken, sondern Adaption an die Realität. Taktisch weiter wie vorher: Trendfolge mittelfristig.
5. Die abschließende Net-Short Positionierung ist ja, auch wenn die Darstellung von grünen auf rote Balken wechselt und damit gehörig auf Quantensprung machen will, schlicht eine weitere, quantitative Verschiebung gradueller Natur.
Bedeutung nach meiner Lesart: im übergeordneten Abwärtstrend (=grundsätzlich eher short als long) zusätzlich taktisch in kurzfristigerer Trendfolge (Short-)Positionen aufbauen. Erst Recht bei Bruch der letzten Horizontalunterstützung bzw. misslungener Bodenbildung auf dem Vorniveau ist das korrekt. Business as usual bei den analysierten Marktteilnehmern.
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Abschließend ist ohne längere Historie seit mindestens 1980, besser 1970, gar nicht zu bewerten, wie dieses Net-short zu interpretieren ist (falls es damals schon Hedgefunds gab!? ).
Der Autor zeigt nicht, wie sich die Hedgefunds bei bisherigen längerfristigen Trendwechseln verhalten haben. Die gelieferten Daten (bzw. die Beschränkung auf die letzten paar Jahre) entzieht die ganzen Geschichte der Prüfbarkeit auf ihre Substanz.
-> wären die Hedgefunds z.B. 198x strategisch Net-Short gegangen bis in die frühen 2000er Jahre, wäre Net-Short an sich keineswegs sensationell, schon gar nicht so etwas wie "first time ever". (First time since mid-2006 ist es hingegen schon.)
Ich kenne die Daten nicht. Suche sie jetzt auch nicht. Das wäre Pflicht eines seriösen Autors gewesen 
Denn: mit der gelieferten Datenbasis läßt sich aus dem Gezeigten genau --NICHTS-- ableiten. Außer dem Non-event, dass gewiefte strategische und taktische Trendfolger sich jetzt genau so positionieren, wie es zu erwarten ist.
Die langfristigen Daten angesichts solcher Implikationen nicht mitzuliefern, was dermaßen logisch notwendig wäre, disqualifiziert das Presseprodukt leider. Soweit zur Sache.
Man kann weitergehen und den Autor des Artikels unter den Verdacht stellen, dass er entweder
- eine Agenda hat.
- Oder nicht "forscherisch" (oder akademisch, oder logisch, wenn man so will), denken kann.
- Oder als Dauerschreiber dem Publikum die wöchentliche Dosis an Sensation oder Hoffnung reichen muss und deshalb wissentlich eine Nachricht aus etwas macht, das keine ist.
Da geh´ ich jetzt aber nicht weiter rein, weil es langweilig ist.
Schlußfolgerung:
1. Was für ein Bullshit dieser Artikel ist - inhaltlich gesehen.
2. Für Selber-Denken gibt es keinen Ersatz.
3. So wie die Longposition, kann auch die Shortposition gehörig groß werden.
4. Wie groß sie bis ganz unten wird, von wo sie den Rebound treibt, können wir nur abwarten. Soweit ich weiß, unterliegt das keinem Naturgesetz. Und die Liste irrationaler Übertreibungen in den Märkten ist lang - egal ob nach oben oder unten.
Gruß, GL