@ romario
Ja, der dogsofthedow-Chart ist klasse, gell?
Ich sehe das wohl etwas weniger begeistert als Du.
Z.B. deswegen, weil mein Anlagehorizont nicht so bei grob um die 107 Jahre liegt.
Oder deswegen, weil der DOW:GOLD-Chart nur hinsichtlich der großen Trends, aber nicht hinsichtlich der absoluten Zahlen Aussagekraft hat.
(Das hat mit dem Übergang von echtem Goldstandard, über Pseudo-Goldstandard mit fixiertem Gold-Dollar-Verhältnis, hin zu freiem Verhältnis des Gold zum USD innerhalb der abgebildeten Zeitachse zu tun. Um dieses "Verbiegen" des Wertmaßstabs "Geld" zu bewerkstelligen, waren ja auch offenbar um die 4 Jahrzehnte Goldbesitzverbot in den USA notwendig - eine massive Umpolung auf einen anderen Bewertungsanker hat stattgefunden.)
Recht hast Du wahrscheinlich damit, daß Gold langfristig "nur" die Kaufkraft hält. Langfristig - aber dann kommen eben genau die Zyklen ins Spiel.
1) Realistisch spielen bei Anlagehorizonten von 5 bis 40 Jahren (je nachdem ob Spargroschen oder Altersvorsorge) die, sagen wir, etwa 15- bis 30 jährigen mittelfristigen Zyklen eine ziemliche Rolle. Man kann sie im Dow:Gold und inflationsadjustierten DJIA sehr gut erkennen. Da kann ich mich schon mal für 20, 25 Jahre massiv in den Kaufkraftverlust "reinsparen" - mal bei Aktien, mal bei Edelmetallen. Oder mindestens in einen relativen Nachteil des Einen gegen das Andere.
- Wer Gold 1980 kaufte und bis heute hielt, steht schlecht da. Erst recht im Vergleich mit Aktien.
- Wer Aktien um 1965 kaufte, stand ebenfalls um die 20, 30 Jahre schlecht da. Erst recht im Vergleich mit Gold (mit Höhepunkt 1980 - bekannterweise).
(Das ist der Punkt, wo dann das meist Argument mit dem Sparplan und dem Cost-Average-Effekt kommt. Aber es bleibt dabei - mit dem DOW-Gold-Zyklus als Richtschnur hätte man den Trendwechsel erkennen, und den zwischenzeitlichen Kapitalverlust jeweils begrenzen können, und wäre weit besser dagestanden.)
2) Der Dow:Gold hatte seinen Trendwechsel etwa 2001 angezeigt, und dürfte sich nach aktuellen Chart- und Fundamentaldaten doch eigentlich so fortsetzen. Jedenfalls erwarte ich das - weiß nicht, wie Du das siehst.
Das spricht aber zunächst mal nicht für die Reihenfolge, die Du vorgeschlagen hast, wenn ich Dich richtig verstehe: jetzt Aktien, später Gold kaufen. Sondern dafür, Gold jetzt zu bevorzugen.
3) Wann würdest denn Du Gold gegenüber Aktien bevorzugen, wenn nicht jetzt? Anders gefragt: warum bleibst Du dann nicht sowieso immer bei Aktien, sondern schlägst überhaupt vor, "irgendwann" in Gold umzuschichten?
Gruß, GL