Die indische Rupie befindet sich im freien Fall. Die Inder selbst trauen ihrer Währung nicht. Sie tauschen ihr Geld lieber in Gold. Die Regierung will das nun verhindern - offenbar mit drastischen Maßnahmen.
Es ist ein Misstrauensvotum gegen die eigene Währung: Die Inder tauschen ihr Geld massenweise in Gold. Damit schwächen sie die heimische Währung, die Rupie verliert immer stärker an Wert. Die Regierung will das stoppen – und seine Bürger zum Goldverkauf drängen.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollen die indischen Banken dazu angewiesen werden, Gold aufzukaufen, und zwar zu höheren Preisen als am Markt üblich. Man hofft darauf, dass die Menschen dann bereit sein werden, ihre Goldschätze einzutauschen. Das Gold soll anschließend eingeschmolzen werden.
Doch diesen Schatz anzutasten, dürfte bei vielen Indern schlecht ankommen. Bei ihnen sitzt die Schmach von 1991 noch tief: Damals war das Land wegen zu geringer Devisenreserven dazu gezwungen, seine Goldbestände zu verpfänden, um Importe finanzieren zu können. (Reuters).
Auf dem internationalen Flughafen von Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) können sich die Goldshops über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. Vor dem Angebot an 22-karätigem Gold drängeln sich gegenwärtig auffällig viele Inder. Viele von ihnen arbeiten in Dubai oder anderen Golfstaaten. Und viele aus der begüterten Mittelklasse kommen zu einem Kurzbesuch, um hier und in den Basaren der Stadt einzukaufen, sozusagen dem Ruf des Goldes folgend. Der Bedarf auf dem indischen Markt ist nach wie vor enorm. Gold ist in allen Bevölkerungsschichten ein wesentlicher, unverzichtbarer Teil der Mitgift der Braut. Die Heiratssaison von Oktober bis Dezember garantiert deshalb massenhaften Absatz.
Grüße von der Ersatzkasse