Wer hinter die Kulissen blickt, kann manchmal nachvollziehen, warum etwas ist, wie es ist...
Die United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) wurde 1949 nach dem arabisch-israelischen Konflikt von 1948 gegründet, um Hilfe und Schutz für palästinensische Flüchtlinge zu bieten. Seit ihrer Gründung steht die UNRWA jedoch aus verschiedenen Gründen in der Kritik:
- Politische und ideologische Vorwürfe: Kritiker werfen der UNRWA vor, anti-israelische Vorurteile zu fördern und mit ihrer dauerhaften Unterstützung für palästinensische Flüchtlinge die Ablehnung einer friedlichen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu unterstützen. Es gibt auch Vorwürfe, dass die UNRWA in ihren Schulen anti-israelisches Gedankengut verbreitet.
- Unterstützung von Terrorismus: Es gibt Behauptungen, dass die UNRWA „unwissentlich“ Terroristen unterstützt hat, indem sie Personen beschäftigte, die Verbindungen zu terroristischen Organisationen wie der Hamas hatten, oder indem ihre Einrichtungen von Terroristen genutzt wurden, um Waffen zu lagern oder Angriffe zu starten.
- Probleme mit der Flüchtlingsdefinition: Die UNRWA hat eine eigene Definition für palästinensische Flüchtlinge, die sich von der des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) unterscheidet. Im Gegensatz zum UNHCR schließt die Definition der UNRWA auch Nachkommen von männlichen Flüchtlingen ein, was zu einer stetigen Zunahme der Zahl der registrierten Flüchtlinge führt. Kritiker argumentieren, dass dies die Lösung des Flüchtlingsproblems erschwert und die Rückkehr oder Integration von Flüchtlingen in ihre Gastländer verhindert.
- Einfluss auf den Friedensprozess: Es gibt häufig Behauptungen, dass die Existenz und die Aktivitäten der UNRWA den Friedensprozess im Nahen Osten untergraben, indem sie die palästinensischen Flüchtlinge von einer dauerhaften Lösung ihres Status abhalten und unrealistische Erwartungen an eine Rückkehr in ihre ursprünglichen Wohnorte fördern.
Im November 2019 trat der damalige Leiter der UNRWA, Pierre Krähenbühl, von seinem Posten zurück, nachdem interne Untersuchungen Vorwürfe des Missmanagements und der unethischen Verhaltensweisen gegen ihn und andere leitende Beamte der Organisation aufgeworfen hatten. Die Vorwürfe, die zu seiner Rücktrittsaufforderung führten, umfassten Anschuldigungen von Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft, Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Kritikern und anderen ethischen Verstößen innerhalb der Organisation.
Die Untersuchung wurde von der Ethikabteilung der UNRWA eingeleitet und später von der UN-Untersuchungsabteilung OIOS (Office of Internal Oversight Services) übernommen. Der Bericht der Ethikabteilung beschrieb eine Kultur der Einschüchterung und des Missbrauchs der Autorität in den höchsten Ebenen der Organisation, was zu einem erheblichen Rückgang der Moral und zum Vertrauensverlust des Personals führte.