„Hastiges Vorteilsstreben“ bestimmten nach Röpke das Handeln von Entscheidungsträgern, die mehr um die eigene Macht- und Vermögensausweitung besorgt waren, als um die Interessen des Landes, der Wähler und breiter gesellschaftlicher Schichten. Gehen Kontinuität, Verlässlichkeit, Sicherheit und Anstand verloren, steigt aber das Risiko von schadensstiftenden Handlungen expotenziell an.
Daher ist die "repräsentative parlamentarische Demokratie" (die ja in der Bundesrepublik keine "vollkommene" Demokratie ist, da das Staatsvolk sich nicht selbst in freier Entscheidung für diese Organisationsform des Staates entschieden hat) ja auch so enorm gefährlich: Heute in drei Wochen findet die Bundestagswahl statt. Die Wähler müssen/dürfen an diesem Tag ihre Stimme "abgeben" - über konkrete Vorhaben "abgestimmt" wird dann später von anderen, nämlich von Politikern, die oft einem Fraktionszwang unterliegen anstatt ihrem Gewissen folgen zu können, wie es sich eigentlich gehört.
Nun, ich würde gerne - wie es sich m.E. für eine echte Demokratie gehört - meine Stimme lieber behalten statt sie abzugeben - um dann selbst in konkreten Angelegenheiten abstimmen zu können. Aber das wird wohl ein Traum bleiben. (Abstimmen können wir alle aber mit den Füßen, z.B. in sachen Geldanlage.)
Frage in die Runde: Kann sich jemand an konkrete Weichenstellungen erinnern, die in Deutschland nach dem Jahr 1990 durch die Politik erfolgt sind und die für die Deutschen positiv waren? (Mir fallen nur Dinge ein, die negativ zu bewerten sein dürften. Stichworte: Euro-Einführung, Grenz-Öffnung, Flüchtlingsstrom, Energiewende, Hartz IV, Rentensystem, Altersarmut, Gesundheitssystem, Bildungssystem, Schulden-Wahnsinn (z.B. ESM und Target 2), Subventionen, Verlotterung der Sprache, Bevorzugung von Minderheiten (z.B. Homosexuellen), Gender-Unsinn, Bauvorschriften (z.B. Dämmpflicht, was m.E. i.w. einer Pflicht zum Verbauen von Sondermüll entspricht), Beugung von Statistiken usw. Sicherlich habe ich noch vieles vergessen.)