Ich habe mich nicht intensiv mit B2Gold beschäftigt. Daher sind meine folgenden Aussagen vielleicht nicht besonders fundiert.
Dennoch versuche ich mal eine Erklärung zu liefern, warum es hier mit dem Kurs nicht vorangeht.
Die Bewertung von B2Gold ist, wenn man sie in Bezug zu den ausgewiesenen Reserven setzt, sehr ambitioniert.
BTO ist in diesem Sinne deutlich teurer als z.B. Alamos Gold, die wiederum selbst allgemein als nicht gerade günstig eingestuft werden. AGI hat deutlich mehr Reserven (ca. 10 Moz.), eine niedrigere Market Cap und noch dazu die deutlich bessere Kapitalstruktur, bzw. Bilanz.
Die Frage ist nun, ob diese hohe Bewertung gerechtfertigt ist?
Wenn man davon ausgeht, dass B2Gold in den nächsten Jahren weiter wächst und die 1 Million Unzen Jahresproduktion aufrecht erhalten kann oder besser noch ausbauen kann, dann ja.
Aber was ist wenn dies nicht der Fall sein wird oder schlimmer noch, wenn man die 1 Million Unzen Jahresproduktion nach 2019 nicht nachhaltig aufrecht erhalten kann?
Sind diese Zweifel angebracht?
Dazu benötigt es einen Blick in die beigefügten Resourcen und Reserven Schätzungen.
Die einzige Mine, die die ausgewiesene 2019er Jahresproduktion über 10 Jahre aufrecht erhalten kann, ist die Masbate Mine auf den Philippinen. Bei Fekola (Mali), dem Flagschiff, sind es schon nur noch 7,2 Jahre, bei Otjikoto (Namibia) nur 5,8 Jahre und bei den zwei Minen in Nicaragua sind es lediglich noch 0,5 Jahre (!!) und 1,7 Jahre Restlaufzeit auf Reservenbasis. (!!)
Ohne Umwandlung von Resourcen in Reserven lässt sich schonmal festhalten:
Die Produktion von Masbate lässt sich höchstens unwesentlich vergrößern, Fekola und Otjikoto sind bereits auf Maximum und die beiden Minen in Nicaragua werfen große Fragezeichen auf.
Bei La Libertad werden in der Präsentation für 2018 und 2019 zusammen im Schnitt 267.500 Unzen Produktion ausgewiesen. Selbst wenn man die gesamten M+I Resourcen in Höhe von 209.000 Unzen heranzieht, reicht das nicht einmal für 2019 und man müsste schon die unsicheren Inferred Resourcen ansetzen. Und was geschieht dann eigentlich nach 2019? Da fällt evtl. die Nicaragua Produktion von ca. 215.000 Unzen p.a. weg. Hat man deshalb in der Präsentation den Ausblick lediglich bis 2019 gewagt? Es gibt noch Projekte in Burkina Faso und Kolumbien. (jeweils aber nur Resourcen) Können diese bereits den Nicaragua Anteil ab 2020 ersetzen?
In diesem Sinne erscheint das Verhalten des Managements von B2Gold plötzlich in einem ganz anderen Licht und würde Sinn ergeben. Haben sie eine langfristige und nachhaltige strategische Ausrichtung oder sind sie eher darauf aus, das Unternehmen so schnell wie möglich auszulutschen?
Zitat von Nebelparder
Bei B2Gold gibt es zz. viele recht große Insiderverkäufe.
Es sind zwar oftmals "nur" Optionen, die zu Geld gemacht werden, aber wieso werden die nur ein paar Cents über dem Optionspreis verkauft, wenn doch die Aussichten bei BTO so toll sein sollen? Dann könnte man doch in wenigen Wochen/Monaten viel teurer verkaufen!? Evtl. sind die Aussichten ja doch nicht so rosig wie sie kolportiert wurden oder aber das Management ist nur auf den schnellen Gewinn und den eigenen Vorteil bedacht!? Beides wäre nicht gut.
Vielleicht liege ich mit dieser Skepsis ja total falsch und die Reserven können in der Zukunft noch deutlich ausgebaut werden. Vielleicht ersetzen die Projekte ja auch zügig den Nicaragua Anteil oder man findet noch zusätzliche Unzen.
Aber ich habe bei BTO kein gutes "Bauchgefühl" und habe sie deshalb auch nicht im Depot. Ich möchte BTO auch nicht schlecht machen, sondern lediglich eine kritische Sichtweise aufzeigen. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, welche Aktien er oder sie im Depot haben möchte.
Zitat von Nebelparder
Das hält mich hier von einem Kauf ab.
BTO ist überall außer bei Capital Cube spitzenmäßig bewertet. Die Präsentation liest sich auch sehr gut.
Aber irgendetwas scheint bei dieser Aktie wohl nicht zu stimmen. Ich denke nicht, dass es nur der Mali-Anteil ist.
Die Insiderverkäufe in dieser Größenordnung sind jedenfalls erklärungsbedürftig.
Wer Afrika im Depot haben möchte, fährt m.E. mit Endeavour Mining und Randgold Resources vermutlich besser bzw. sicherer. (Kann natürlich aber auch falsch sein diese Einschätzung)
Insbesondere EDV gefällt mir zum aktuellen Preis ausgesprochen gut. Daher habe ich bei knapp 14 € meinen Bestand ein wenig aufgestockt.
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Nachtrag:
Nachdem ich mir die Präsentation noch ein wenig näher angeschaut habe, erhärten sich meine o.g. Zweifel.
Das Kolumbien-Projekt findet in der Präsentation gar keine Erwähnung. Zum Projekt in Burkina Faso gibt es ein paar Infos, jedoch keine Angabe zum Produktionsstart. Dass der Nicaragua Anteil bereits 2020 durch diese beiden Projekte ersetzt werden kann, ist daher äußerst unwahrscheinlich.
Das Minenleben von Fekola wird in der Präsentation näher beschrieben (siehe Anhang):
10 Jahre lang durchschnittlich 345.000 Unzen pro Jahr. In den Jahren 1-3 sind es 400.000 Unzen. Daraus ergibt sich dann folglich, dass es in den Jahren 4-10 durchschnittlich nur noch 321.429 Unzen sein können.
Es fehlen also vermutlich ab 2020 nicht nur die 215.000 Unzen aus Nicaragua sondern auch noch 83.500 Unzen aus Mali. Vielleicht kann Masbate (Philippinen) noch ein wenig ausgleichen und Fekola fällt ja nicht sofort auf 321.500 Unzen p.a., aber es könnten letztendlich evtl. schon so ca. 200.000 Unzen in der Endabrechnung p.a. fehlen, sodass die Jahresproduktion ab 2020 auf vielleicht rund 800.000 Unzen zurückgehen könnte. (sofern man keine weiteren Resourcen in Reserven umwandeln kann)
Nachtrag 2:
10 Jahre lang 345.000 Unzen p.a. bei Fekola = 3.450.000 Unzen
Die ausgewiesenen Reserven betragen jedoch nur 2.917.000 Unzen. Man geht also schon von einem Teil der Resourcen als zusätzliche Reserven aus.
Das mag durchaus realistisch sein, jedoch machen andere Minenunternehmen i.d.R. immer einen kleinen Sicherheitsabschlag und setzen etwas weniger als die ausgewiesenen Reserven beim Minenleben an.
Das spricht nun ebenfalls eher nicht für ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Verhalten des Managements. Eine langfristige strategische Ausrichtung und Planung enthält Sicherheitsabschläge und keine vorweggenommenen Ansätze von Unwägbarkeiten als eine gegebene, fest eingeplante Sicherheit.