Beginnt die Schuldenkrise früher als gedacht?
In dem Artikel wird neben den eh schon ausufernden Schulden in den USA darauf hingewiesen, dass einige Zahlen dazu noch geschönt sind.
- Obwohl Sie mit Sicherheit gelesen haben, dass das Haushaltsdefizit in diesem Jahr unterhalb von 800 Milliarden Dollar liegen soll, hat sich die tatsächliche Schuldensumme im letzten Jahr um weit mehr als 1 Billion Dollar erhöht. Grund dafür sind die "außerbilanziellen Posten", die nach Meinung des Kongresses in seiner grenzenlosen Weisheit nicht Teil des normalen Haushaltsverfahrens sein sollten. Das betrifft Posten wie Sozialleistungen und die gesetzliche Krankenversicherung Medicare, die von Jahr zu Jahr schwanken und überall im Bereich von 200 Milliarden bis fast 500 Milliarden Dollar liegen können.
- Hier ist der Punkt, den Sie verstehen müssen: Das US-Finanzministerium leiht diese Dollars und addiert sie zu dem Gesamtbetrag, den die Steuerzahler schuldig sind. Das wahre Defizit, das zu den bereits vorhandenen Schulden dazukommt, ist viel höher als die Zahl, die Sie in den Medien lesen.
Auch wichtig zu wissen, dass die Neuverschuldung im Vergleich zu früher wesentlich ineffektiver ist.
- 2017 wurde in den USA außerhalb des Finanzsektors durch Schulden in Höhe von 1 Dollar nur ein BIP von 40 Cent erzielt - anderswo war es noch weniger. Zum Vergleich: Vor 50 Jahren waren es noch mehr als 4 Dollar Wachstum für jeden Dollar Neuverschuldung
Dazu noch Aussagen zur Schuldenlage in anderen Ländern
- "Bemerkenswert ist, dass die Gesamtverschuldung der USA, der Eurozone, Japans und Chinas im vergangenen Jahr mehr als zehnmal so stark gestiegen ist, wie ihr gemeinsames Wirtschaftswachstum."
Es wird anscheinend auch schon schwieriger neue Anleihen an den Mann/Frau zu bringen
- Die Auktionsdaten des Finanzministeriums zeigen, dass es schwerer wird, Käufer zu finden. Nach Angaben von Bloomberg wies die Ausgabe von 2-jährigen Treasuries im letzten Monat das niedrigste Verhältnis zwischen Gebots- und Zuteilungsvolumen für diese Laufzeit seit Dezember 2008 auf.
- Dieses Problem ist bislang noch zu bewältigen, und das Finanzministerium wird immer zu irgendeinem Preis Geld leihen können. Doch der Preis könnte in Zukunft unangenehm in die Höhe schnellen, was die Zinskosten dramatisch steigen ließe.
Es werden in dem Artikel noch eine Reihe möglicher Krisenauslöser behandelt und auch ein paar Handlungsanweisungen empfohlen
- 1. Legen Sie Barreserven zurück. Ich weiß, dass jeder Finanzberater das sagt, aber erstaunlich wenige Menschen tun es auch wirklich. Sorgen Sie dafür, dass Sie genügend Cash und Barmitteläquivalente jederzeit verfügbar haben, um Ihre Lebenshaltungskosten ein paar Monate lang decken zu können.
- 2. Bauen Sie Schulden ab. Wenn Sie private oder Unternehmensschulden haben, reduzieren Sie diese so gut es nur geht und gehen Sie nicht davon aus, dass Sie sie in Zukunft refinanzieren können.
- 3. Legen Sie sich einen Plan für Ihre langfristigen Investments zurecht, seien es Aktien, Immobilien oder etwas anderes. Entscheiden Sie, was Sie verkaufen werden und an wen, denn Sie werden womöglich keine Käufer finden, wenn Sie sie brauchen. Überlegen Sie sich gleichzeitig, welche Anlagen Sie auch während einer Rezession halten wollen.