Hat er es schon vorher gewusst?
Der Gold Bullion Banken Interessen Vertreter,
und ewige Gold Basher in einer sehr durchsichtigen Neuauflage
Gruss
ThaiGuru
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Aus der FTD vom 17.5.2004
Edelmetalle: Gold-Bullen müssen herbe Rückschläge verkraften
Von Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Nach den kräftigen Kursverlusten der vergangenen Tage bleiben die Aussichten für das Gold auch in dieser Woche schlecht. Es wird immer fraglicher, ob die von vielen Analysten prognostizierten 450 $ je Unze in diesem Jahr überhaupt noch erreicht werden können.
Zu Beginn der vergangenen Woche fiel das Gold um 10 auf nur noch 371 $ je Unze und erreichte damit den tiefsten Stand seit dem 17. Oktober 2003. Ursache war erneut der steigende Dollar. Erstmals seit Monaten wurden dabei in größerem Umfang spekulative Minuspositionen aufgebaut, verstärkt setzten Anleger also auf fallende Kurse. Am Freitag hatte das gelbe Metall die siebte Woche in Folge verloren - ein schwerer Rückschlag für die Gold-Bullen.
Entsprechende Zweifel spiegeln sich auch im Umfang der spekulativen Plus-Positionen an der New Yorker Rohstoffbörse Comex wider. Mit knapp 55.000 Kontrakten à 100 Unzen erreichen die Termingeschäfte, die auf steigende Preise setzen, nur noch ein Drittel des Höchststandes, der erst vor vier Wochen verzeichnet worden war.
Händler berichteten immerhin über eine steigende physische Nachfrage im Fernen Osten. Derartige Erfolgsmeldungen wurden allerdings, wie so oft in letzter Zeit, von anderer Seite umgehend konterkariert: Der stellvertretende Leiter der saudi-arabischen Währungsbehörde Sama, Muhammad al-Jasser, verkündete, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven gerne so schnell wie möglich verkaufen würden. Allerdings hätten die Notenbanken Angst davor, den Goldpreis durch zu massive Abgaben zu sehr unter Druck zu setzen.
Von den Goldminen geht weiterer Preisdruck aus. So wollen Gold Fields und Anglo Gold Ashanti die Produktion erhöhen, und Newmont hat seine Reserven deutlich gesteigert. Nur ein fallender Dollar oder neue geopolitische Risiken dürften die Anleger wieder dazu treiben, Gold zu kaufen. Kurzfristig wird es in einem Seitwärtskanal bleiben, mit 370 $ als unterer und 385 $ als oberer Grenze.
Silber wies eine vergleichsweise geringe Handelsspanne auf, die sich am Goldmarkt orientierte. Unterstützung findet das Metall bei 5,25 $ je Unze. Platin war zunächst ebenfalls gefallen und sank auf 764 $ je Unze. Allerdings gab es eine verstärkte industrielle Nachfrage, und so konnten die Einbußen wieder ausgeglichen werden. Die Erholung führte zurück auf knapp 800 $.
Wolfgang Wrzesniok-Rossbach ist Produktmanager Edelmetalle und Rohstoffe bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt.
© 2004 Financial Times Deutschland