Evergrande dürfte genau der schwarze Schwan sein, den keiner so wirklich auf der Rechnung hat. Laut dem Wall Street Journal wurden 1,4 Mio. Wohnungen für 200 Mrd. $ vorverkauft, das ganze Geld ist jetzt weg. Dabei reden wir von Preisen von über 200.000 $ für eine 40 m2 Wohnung...
Lieferanten werden seit geraumer Zeit mit unfertigen Wohnungen "bezahlt", immer aggressivere Preisnachlässe haben frisches Geld in die Kassen gespült, das klassische Kettenbriefsystem halt. Währenddessen wurde Hauptaktionär Hui mit Dividenden gefüttert, der darf wahrscheinlich jetzt mit dem Erschießungskommando rechnen.
Peking hat jetzt zwei Möglichkeiten.
1.: Den Laden Pleite gehen lassen, die Bereinigung und eine unvermeidliche schwere Rezession in Kauf nehmen. Das sind dann auch keine guten Aussichten für alle, die als Exporteure vom chinesischen Markt abhängig sind.
2.: Die Käufer entschädigen und per QE die Verwerfungen zuschütten, damit es weiter geht mit der einzigen Legitimation für die kommunistische Partei, dem wirtschaftlichen Erfolg.
Beides sollte sich positiv auf Gold auswirken. Dennoch keine rosigen Aussichten.
Denn die Möglichkeit, mit einem Krieg von den innenpolitischen Problemen abzulenken, besteht leider auch.