Ich hätte mich als Selbstständiger sofort ans Telefon gehängt und wg Telefon irgendeinen Kram erzählt, um den Auftrag dann durchzuführen.
So wie ich es gelesen habe warst du, wie auch ich, mit deinem Unternehmen mehr Arbeitgeber wie Selbständiger?
Natürlich haben wir alle mal klein angefangen, aber ich denke dass sich bereits in den ersten Tagen entscheidet ob jemand den einen oder anderen Weg einschlägt. Das hat sich nichts mit Unwissenheit oder fehlenden Kenntnissen zu tun, als viel mehr mit der inneren Einstellung.
Aber viele Funker sind, vorsichtig ausgedrückt, auch sehr individuelle Typen.
Die betreffenden Funkhändler sind allesamt Technik, denen die Technik mehr als die kaufmännische Seite bedeutet. Wenn sie dann eines Tages erkennen, das die Entscheidung nicht so gut war, ist es meist schon zu spät. - Angst vor Veränderung/Existenzverlust und die Gier nach innerer Befriedigung haben längst das Ruder übernommen. Der Bekannte von mir ist übrigens gerade mal Mitte 40...
Die Funker sind eine sehr spezielle Spezies, weshalb die Funktechnik bei mir im Unternehmen auch recht kurz gehalten wurde (kein Privatverkauf, ausschließlich B2B).
Der Hintergrund liegt in der Psyche vieler Funker, die sich häufig im Leben/Job nicht durchsetzen konnten und für die das Funken einen Ausgleich darstellt. Hier sind sie wichtig und können sich profilieren.
Die die Funk als wahres Hobby, als Bereicherung, Zwischenmenschliche Kontaktpflege oder auch Bastelhobby betreiben, sind nicht so sehr viele. Von der anderen Funkergruppe werden wir mit "Schmalspurfunker" oder negativere Attribute bedacht - zumindest solange man nicht unseren Rat oder Hilfe braucht.
Ist nur ein Kommentar auf deine zutreffende Feststellung. Aber mich interessiert diese andere Gruppe nicht großartig. Wir haben hier eine kleine Gruppe aus rund 100-150 Funkern, aus einem Umkreis von ca. 80-100km, die das Funken als Hobby und Gemeinschaft sieht. Da ist es auch uninteressant, wer welches Gerät oder welche Antenne nutzt. Es geht alleine um freundschaftliche Verbundenheit, gemeinsame Aktivitäten und Spaß am Funken.
Natürlich auch um aktuelle Themen und die üblichen persönlichen Dinge...
Weiterhin leidet dieses Hobby an der vorhandenen Verblödung, es gibt schlicht kein nennenswerten Nachwuchs mehr. So komplex können die (meisten) heute garnicht mehr denken....
Auch hier hast du Recht, was aber weniger am Funk, als an der gesellschaftlichen Veränderung liegt. Es zählt heute nichts mehr, wenn du eine Distanz mit Funk überbrückst, dafür bekommst du keinen gesellschaftlichen Orden (Anerkennung) mehr. Und wofür abmühen, um mit Funk ein Gespräch über 200km zu führen, wenn das Handy das um die ganze Welt kann?
Letztlich ist es die Kombination aus Veränderungen der Technik, aber eben noch viel mehr der Menschen, die die aktiven Funker immer weniger werden lies. Durch Corona, Blackout-Angst, etc. sind es wieder etwas mehr geworden, aber bei weitem nicht die Zahlen von vor 30 Jahren.
HF-Technik ist ein komplexes und schwieriges Feld, das aber auch sehr viel Freude machen kann. Ich war auch einige Jahre nicht mehr las Funker aktiv und hatte mich vorrangig dem Hören gewidmet. Aber die Zeit für ein Hobby ist eben begrenzt und manchmal muss man Prioritäten setzten.
Meine Rückkehr zum aktiven Funk, kam durch den Umstand das ich hier nach meinem Umzug kein Radiomonitoring mehr betreiben konnte -Zu viel Störungen.
Funken kann ich hier zwar auch nur begrenzt, aber das Funkgerät mit nach draußen nehmen, ist einfacher als meine Monitoringstation. Dafür werde ich mit freier Natur, schönen Sonnenuntergängen, usw. belohnt... was gibt es schöneres!