Du, @blackpearl siehst das aus der Sicht eines Arbeitnehmers, während sich für mich als "Selbständigem" andere Fragen bzw. Probleme stellten. Jedes Leben ist immer Veränderungen unterworfen und wird durch die Abwägung von Chance und Risiko bestimmt.
Wenn bei dir etwas schief gelaufen wäre, hätte das soziale Netz, also ALG gegriffen, dir Zeit zum reagieren verschafft und dein Vermögen erstmal unangetastet gelassen. Bei mir wäre es mehr ein freier Fall von 100 auf 0 gewesen. Und selbst später mit der GmbH war ich ja nicht wirklich frei von persönlicher Haftungen.
Deshalb sah meine Strategie etwas anders aus: Gütertrennung, nur begrenzter persönlicher Besitz und immer auf der Hut keine Querverbindungen zu schaffen.
Wenn man als geschäftsführender Gesellschafter etwas besitzt ist dieses im Extremfall mindestens gefährdet, hat man nichts Nachvollziehbares ist es deutlich einfacher. Aus diesem Grund war schon damals auch ein anonymes Vermögen von großer Bedeutung, ebenso wie "entwertete Immobilien" in Deutschland.
Heute ist mein Leben entschieden einfacher und das Vermögen zum Notgroschen geschrumpft.
Aus meiner Reisetätigkeit bin ich viel herum gekommen und kann nur sagen, dass es kein Paradies auf der Welt gibt und jedes Land seine spezifischen Vor- und Nachteile hat. Außerdem waren die Länder schon früher einem regen Wandel unterworfen, was die Wahl jährlich verändert hat. Das Weggehen aus Deutschland war deshalb trotz häufiger Überlegungen, nie eine wirkliche Alternative und wäre eher ein gegenseitiger Tausch der Vor- und Nachteilen gewesen.
Und Reisen heute, selbst in Europa? - Naja,..
Im Nachhinein war die Entscheidung zu bleiben und sich hier ein lebenswertes Umfeld zu schaffen die bessere Wahl. Vieles was ich damals aus sicherheitstechnischen Überlegungen gemacht habe, bekam die letzte Zeit den Stellenwert einer existenziellen Frage.
Aber Flexibilität und Anonymität werden sicherlich Schlüsselkomponenten sein, um die nächsten Jahre zu bewältigen.